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Kia plant neue Sportlimousine für die "Gamer-Generation"

Kia plant ein neues Modell, speziell für die junge Generation: Elektro-Limousine soll ein indirekter Stinger-Nachfolger sein

Kia Vision Meta Turismo (2026)
Bild von: Kia

Obwohl Kia sein Modellportfolio in den vergangenen Jahren mit einer Vielzahl neuer Baureihen ausgebaut hat, ist ein echter Nachfolger für den Stinger weiterhin nicht in Sicht. Ein sportlicher Viertürer ist jedoch in Arbeit, nur eben ohne Verbrennungsmotor. Kia-Designchef Karim Habib hat bestätigt, dass eine Serienversion der letztjährigen Studie Vision Meta Turismo entwickelt wird und als "Sportlimousine für die Gamer-Generation" dienen soll.

In einem Interview mit dem Magazin Autocar sagte Habib, dass Kia die Segmente jenseits von SUVs stärker ausloten wolle, wozu eine entsprechende Limousine passe. Interessant: Eine Fastback-Variante sei demnach bereits "zu 90 Prozent serienreif", was auch ihr realistische Chancen auf eine spätere Produktion einräumt. Allerdings wird keines der beiden Modelle je einen Verbrenner bekommen.

Kia geht laut dem Leiter Interieurdesign Jochen Paesen davon aus, dass jüngere Käufer deutlich weniger Interesse an ICE-Fahrzeugen haben als ältere Generationen. In diesem Zusammenhang meint Paesen außerdem, dass jüngere Zielgruppen auch wenig mit künstlichen Motorgeräuschen bei E-Autos anfangen können – das gelte ebenso für simulierte Gangwechsel. Solche Features finden bei anderen Herstellern durchaus Anklang, auch bei der Schwestermarke Hyundai, etwa mit der Ioniq 6N-Limousine.

Bild von: Kia

Kia will ein emotionales elektrisches Sportmodell entwickeln

Auch ohne künstliche Elemente, die das Erlebnis eines Verbrenners nachbilden sollen, ist Kia überzeugt, zwischen Fahrer und E-Auto eine emotionale Bindung schaffen zu können. Die Studie deutet einen Stinger-artigen GT an, der von Grund auf als Performance-Fahrzeug entwickelt wurde.

Habib räumte jedoch ein, dass die Ausrichtung des Fahrzeugs die Entwicklung aktuell "ausbremst", vor allem wegen der hohen Kosten. Statt einer sportlichen Variante eines bestehenden Modells soll die seriennahe Vision Meta Turismo ein eigenständiges Performance-E-Auto werden.

"Wir haben eine kleine Geschichte mit Autos wie dem Stinger – und darauf wollen wir nicht verzichten. Die Vision Meta Turismo ist unsere Idee einer Sportlimousine für die Gamer-Generation."

Als die Studie vergangenen Monat während der Milan Design Week erstmals öffentlich gezeigt wurde, nannte Kia keine technischen Daten, machte aber einige selbstbewusste Aussagen. Der Hersteller versprach "ein dynamischeres, mitreißenderes und intensiveres Fahrerlebnis" in einer kantig gezeichneten Limousine mit loungeartigem Innenraum.

Da Kia keinen konkreten Zeitplan für den Marktstart nennt, dürfte die sportliche Elektro-Limousine kaum in den nächsten ein bis zwei Jahren in den Handel kommen.

Kia Vision Meta Turismo Concept


Motor1-Meinung: Es ist erfrischend zu hören, dass nicht alles zwangsläufig ein SUV werden muss – und eine Stinger-artige Limousine wäre genau das richtige Modell, um mehr Vielfalt ins Portfolio zu bringen.

Die Serienversion wird offensichtlich entschärft ausfallen. Hoffentlich weicht das tastenlose Interieur einer funktionaleren Gestaltung mit zumindest einigen physischen Bedienelementen. Auch die messerscharf gezeichnete Karosserie dürfte etwas geglättet werden, weil die Studie fast zu futuristisch wirkt.

Wenn Kia Stinger-Fans vom Wechsel zur Elektromobilität überzeugen will, wird vor allem das Fahrerlebnis entscheidend sein. Ohne Biturbo-V6 unter der Haube wird es nicht leicht, Kunden zurück in die Showrooms zu holen. Andererseits richtet sich das Projekt gezielt an jüngere Käufer, die offenbar nicht besonders an Verbrennern interessiert sind. Stattdessen glaubt die koreanische Marke, dass Design und Technologie die sogenannte "Gamer-Generation" zum Umstieg und letztlich zum Autokauf bewegen.