Lotus Eletre X (2026): Wuchtiges Plug-in-SUV startet in Europa
Für den Vortrieb sorgen zwei Elektromotoren mit 70-kWh-Akku und ein 2,0-Liter-Turbobenziner als Range Extender
"Wir dachten, E-Autos könnten die Zukunft sein. Deshalb haben wir schnell gehandelt und sind aggressiv vorgegangen. Aber die EV-Durchdringungsrate war nicht so gut wie erwartet, und wir sehen, dass Kunden weiterhin Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mögen", erklärte Lotus-Chef Feng Qingfeng zum Umdenken bei Lotus.
Ob die Kunden damit den Lotus Eletre X gemeint haben? Der erste Vertreter der aktualisierten Unternehmensstrategie ist jetzt auch in Europa bestellbar. Kennengelernt haben wir den im Dezember 2025 noch als "For Me". Mit dem einstigen Lotus-Spirit des Leichtbaus hat auch der nichts zutun, wiegt er doch gute 2.550 bis 2.615 Kilo. Durch den Strategiewechsel paart der Autobauer lediglich ein batterieelektrisches Konzept mit einem Verbrenner.
Bildergalerie: Lotus Eletre X (2026)
Die Briten unter chinesischer Führung nennen ihr Plug-in-System "X-Hybrid" und versprechen extreme Leistungswerte bei gleichzeitiger Unabhängigkeit von der Ladeinfrastruktur. Für den Vortrieb sorgen primär zwei Elektromotoren an den Achsen, während ein 2,0-Liter-Turbobenziner mit einer Leistung von 150 kW als Generator fungiert. Bei individuellen Leistungsspitzen kann das Aggregat ab 85 km/h zudem die Räder auch direkt befeuern.
Der Eletre X soll nahtlos zwischen "rein elektrischem Fahren, Onboard-Stromerzeugung und Hybridunterstützung" wechseln, um "Performance, Effizienz und Alltagstauglichkeit optimal auszubalancieren". Als Speicher dient eine 70-kWh-Batterie (NMC).
Dank der verbauten 900-Volt-Architektur verspricht Lotus extrem kurze Ladezeiten an der Steckdose. An einer 350-kW-Schnellladesäule soll das Nachladen von 20 auf 80 Prozent in rund neun Minuten gelingen. Die maximale DC-Ladeleistung liegt laut Datenblatt sogar bei bis zu 436 kW. Rein elektrisch schafft das SUV eine vorläufige Reichweite von bis zu 350 Kilometern.
Nimmt man den 52 Liter fassenden Kraftstofftank hinzu, verspricht Lotus eine Gesamtreichweite von über 1.200 Kilometern nach WLTP-Standard. Der Kraftstoffverbrauch wird kombiniert mit unter 7,0 Litern auf 100 Kilometer angegeben.
Zwei Leistungsstufen und weniger Gewicht
Erhältlich ist das SUV in zwei Versionen. Das Basismodell hört auf den Namen Eletre X H550 und mobilisiert eine Systemleistung von 405 kW (550 PS). Damit sprintet der Wagen in 4,9 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h. Das Topmodell trägt die Bezeichnung Eletre X H1000. Hier leisten die Motoren zusammen 700 kW (952 PS) und stemmen ein maximales Systemdrehmoment von 935 Nm auf die Straße.
Der Sprint von null auf 100 km/h ist in 3,3 Sekunden erledigt, Tempo 200 steht nach elf Sekunden auf dem Tacho. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 230 km/h abgeregelt. Fun-Fact: Das Eingangs genannte Gewicht liegt tatsächlich unter dem vollelektrischen Schwestermodell Eletre 900. Trotz zusätzlichem Verbrenner hat der Eletre X 120 Kilogramm abgespeckt.
Um das hohe Gewicht dynamisch zu verwalten, setzt Lotus an der Vorderachse auf Doppelquerlenker und spendiert dem SUV eine Zweikammer-Luftfederung sowie adaptive Dämpfer. Während das Basismodell mit einem mechanischen Stabilisator vorfährt, verfügt die H1000-Variante über eine aktive 48-Volt-Wankstabilisierung und größere Sechskolben-Bremsen an der Vorderachse. Für aerodynamische Stabilität sorgt unter anderem ein aktiver Heckspoiler, der beim Verzögern zusätzlichen Abtrieb von 120 Kilo generiert.
Preislich startet der Lotus Eletre X H550 bei 96.990 Euro. Für das stärkere Spitzenmodell H1000 werden mindestens 119.990 Euro aufgerufen. Zur Serienausstattung gehören unter anderem ein Audiosystem von KEF mit 23 Lautsprechern sowie eine Vehicle-to-Load-Funktion (V2L), die externen Geräten bis zu 6,0 kW Strom liefert.
Quelle: Lotus
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