Das hat für Aufsehen gesorgt: Dodge läutet eine neue Ära der Muscle Cars ein und präsentierte mit dem neuen Charger das weltweit erste Elektro-Muscle-Car und das erste Multi-Energy-Muscle-Car der Marke. Nun mag man sagen: Was hat ein Auto für die USA mit uns zu tun? Mehr als man denkt. Denn auf der Plattform des Charger dürfte sehr wahrscheinlich ab 2025 auch die nächste Alfa Romeo Giulia stehen.

STLA Large für große Autos in Europa und den USA

Grundlage für beide ist nämlich die sogenannte STLA-Large-Plattform des Stellantis-Konzerns. Hierzu schrieben wir bereits im Januar 2024: Später wird sie auch Fahrzeuge von Alfa Romeo, Chrysler und Maserati tragen. Insgesamt sind 8 Fahrzeuge von 5 Marken geplant, die zwischen 2024 und 2026 starten sollen. Den Anfang macht der Jeep Wagoneer S, der diesen Herbst in den USA eingeführt wird. Alfa plant angeblich einen elektrischen Ersatz für die Giulia sowie ein großes SUV, das in ähnlicher Form bei Maserati den Levante ersetzen soll.

Bildergalerie: 2024 Dodge Charger Daytona

Und weiter: STLA Large ist laut Stellantis "BEV-fokussiert", das heißt: Die Plattform ist auf reine Elektroautos ausgerichtet, unterstützt aber auch andere Antriebe. So soll es auch Fahrzeuge mit Hybridantrieb sowie reine Verbrenner geben. STLA-Large-Fahrzeuge sollen in mehreren Werken in Europa und Nordamerika gebaut werden.

Rechnen wir zusammen: Dodge Charger, Jeep Wagoneer S und ein Serienfahrzeug auf Basis der Studie Chrysler Halcyon für die USA. Die Nachfolger von Alfa Romeo Giulia und Stelvio sowie Maserati Levante. Ergibt sechs Modelle, aber Alfa denkt über ein großes SUV nach, Lancia auch.

Neue Alfa Romeo Giulia ab 2025

Erst kürzlich konnten wir mit Alfa-Romeo-Markenchef Jean-Philippe Imparato sprechen. Ihm zufolge erscheinen 2025 und 2026 die Nachfolger von Giulia und Stelvio, in welcher Reihenfolge, lässt Imparato noch offen. 

Bildergalerie: Alfa Romeo Giulia (2025) als Rendering von Motor1.com

Generell ist STLA Large für das D- und das E-Segment gedacht, also für die Obere Mittelklasse und die Oberklasse. Radstand, Länge, Breite und Höhe sowie die Bodenfreiheit sind variabel: Die Fahrzeuglängen liegen zwischen 4.764 bis 5.126 mm, wie Stellantis bereits vor einiger Zeit offiziell vermeldete.

Zunächst sollen Batterien zwischen 85 und 118 kWh angeboten werden. Bei Limousinen sollen Reichweiten von bis zu 800 km möglich sein. Imparato nennt 700 km, zugleich ist dank 800-Volt-Technik eine Ladung auf 80 Prozent in unter 18 Minuten möglich. Interessant sind die Leistungsdaten der neuen Alfas im D-Segment, die der CEO parat hat: Zwischen 250 und 700 kW, das wären 340 bis 950 PS. Front- und Allradantrieb sind angedacht, aber auch Hinterradantrieb. Das vielleicht für die Quadrifoglio-Varianten, die schon eingeplant sind.

Elektro und Verbrenner möglich

Der Dodge Charger der neuesten Generation ist als vollelektrischer Charger Daytona Scat Pack auch schon sehr Quadrifoglio-tauglich: Er leistet 670 PS und beschleunigt in 3,3 Sekunden von 0 auf 60 Meilen pro Stunde (96 km/h), um die Viertelmeile in geschätzten 11,5 Sekunden zu absolvieren. Zu den elektrifizierten Modellen gehört auch der 496 PS starke Dodge Charger Daytona R/T.

Der Dodge Charger Daytona von 2024.

Dodge Charger Daytona Limousine (2024)

5,24 Meter ist der neue Charger lang, dazu kommt ein Radstand von 3,07 Meter. Die kommende Alfa Romeo Giulia könnte den gleichen Radstand nutzen, wird aber sehr wahrscheinlich klar kürzer. Die erwähnten 4,76 Meter dürften realistischer sein. Immerhin: Auch den Charger gibt es als viertürige Limousine.

Der brandneue Dodge Charger verfügt serienmäßig über einen Allradantrieb für alle Modelle und bietet zusätzlich auch Varianten mit Verbrennungsmotor – den 550 PS starken Dodge Charger SIXPACK HO mit 3,0-Liter-Twin-Turbo-Hurricane-Hochleistungsmotor und den 420 PS starken Dodge Charger SIXPACK SO, angetrieben vom 3,0-Liter-Twin-Turbo-Hurricane-Motor mit Standardleistung.

400 und 800 Volt möglich

Die vollelektrischen Dodge Charger Daytona-Modelle mit Allradantrieb haben ein 400-V-System. Das überrascht, doch laut Stellantis unterstützt die STLA-Large-Architektur sowohl 400 Volt als auch 800 Volt. Das System umfasst eine Hochvoltbatterie, ein integriertes Lademodul und sowohl einen vorderen als auch einen hinteren elektrischen Antriebsmotor (electric drive module, EDM). 

Das vordere EDM verfügt über eine Vorderachs-Entkopplung, die Reichweite und Effizienz verbessert, während das hintere EDM über ein mechanisches Sperrdifferenzial verfügt, um Traktion und Leistung zu erhöhen. Sowohl die vorderen als auch die hinteren EDMs verfügen über eine 3-in-1-Architektur (Wechselrichter, Getriebe und Motor). Das Batteriepaket hat eine installierte Kapazität von 100,5 kWh.

Generell ist STLA large für das D- und das E-Segment gedacht, also für die Obere Mittelklasse und die Oberklasse. Zunächst sollen Batterien zwischen 85 und 118 kWh angeboten werden. Bei Limousinen sollen Reichweiten von bis zu 800 km möglich sein. 

Auf der Basis von STLA Large präferiert Imparato für den Ausbau des Modellangebots ein SUV im E-Segment von Porsche Cayenne und Lamborghini Urus, Projektname "E Jet".