Neuzulassungen Juli 2023: China-Marken noch keine Gefahr
Elektroautos haben in Deutschland stark zugelegt. Die vorerst letzte Hochphase?
Die Konjunktur schwächelt, aber noch befindet sich der deutsche Automarkt im Aufwind. Im Juli 2023 wurden 243.277 Personenkraftwagen (Pkw) neu zugelassen, 18,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die gewerblichen Neuzulassungen stiegen um 24,9 Prozent auf einen Anteil von 68,8 Prozent, die privaten Neuzulassungen (31,1 Prozent) legten um 5,5 Prozent zu.
Vermutlich wurden massive Auftragsbestände abgearbeitet, die Industrie selbst rechnet mit einer baldigen Abschwächung der allgemeinen Nachfrage. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die ab September 2023 wegfallende E-Auto-Prämie für gewerbliche Kunden. Vermutlich deshalb erlebten Elektroautos im Juli 2023 eine enormen Aufschwung in Deutschland: Hier stiegen die Neuzulassungen um 68,9 Prozent auf 48.682 Neuwagen. Ihr gesamter Marktanteil betrug 20,0 Prozent.
Bildergalerie: Tesla Model Y (2023)
67.483 Hybrid-Pkw (27,7 %/plus 12,5 %), darunter 14.345 Plug-in-Hybride (5,9 %/ minus 39,5 %), wurden neu zugelassen. Ein Anteil von 0,4 Prozent entfiel auf Personenkraftwagen mit Flüssiggasantrieb (991 Pkw/minus 29,3 %), 0,1 Prozent auf Personenkraftwagen mit Erdgasantrieb (210 Pkw/plus 7,7 %).
83.358 Neuwagen und ein Anteil von 34,3 Prozent entfielen auf die Benziner, deren Zahl gegenüber dem Vorjahresmonat um 12,5 Prozent anstieg. Diesel-Pkw (42.496) verzeichneten ein Plus von 2,7 Prozent, ihr Anteil lag bei 17,5 Prozent. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen sanken im Juli um 5,1 Prozent auf 112,9 g/km.
Fast alle deutschen Marken wiesen im Juli positive Vorzeichen auf. Mit 1.393 Neuzulassungen und plus 637,0 Prozent verzeichnete Smart, das einen Zulassungsanteil von 0,6 Prozent erreichte, den größten prozentualen Zuwachs. Allerdings stammt das neue Modell, der Smart #1, aus China. Mit einem Anteil von 17,8 Prozent war VW erneut die stärkste deutsche Marke.
Bildergalerie: MG4 Electric XPOWER (2023)
Apropos China: Während die Marken aus dem Reich der Mitte in ihrer Heimat den deutschen Herstellern das Leben immer schwerer machen, stellen sie hierzulande noch keinen großen Faktor dar. Stärkster Hersteller ist mit Abstand MG mit bislang 11.638 Neuzulassungen in 2023. Dahinter folgen GWM (849), BYD (632), Nio (394), Aiways (44) und Maxus (24).
Bei den Importmarken legte Polestar (0,4 % Marktanteil) mit plus 442,3 Prozent auf 1.052 Einheiten am deutlichsten zu. Dreistellige Zuwächse, allerdings mit Marktanteilen unter 2 Prozent, verzeichneten auch Tesla (plus 229,8 %/1,6 %), Mazda (plus 157,3 %/1,4 %) und Alfa Romeo (+107,9 %/0,2 %). Stärkste Importmarke war Skoda mit einem Neuzulassungsanteil von 5,7 Prozent, gefolgt von Seat/Cupra mit einem Anteil von 5,4 Prozent.
In den Top 10 der Neuzulassungen im Juli 2023 in Deutschland dominiert VW: Der Golf liegt mit 6.713 Fahrzeugen auf Platz 1, dahinter folgen T-Roc (6.187), Tiguan (5.122) und Passat (4.131). Der Opel Corsa platziert sich mit 4.044 Einheiten ganz knapp vor dem VW ID.4/ID.5 (4.028). Auf den weiteren Plätzen folgen die Mercedes C-Klasse (3.895), der Fiat 500 (3.867) und der Skoda Octavia (3.487). Bester Tesla war das Model Y mit 2.067 Neuzulassungen. Allerdings ist der Hersteller dafür bekannt, besonders zum Quartalsende viele Autos zuzulassen.
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