Rund 56.000 Fahrzeuge sind betroffen

Die achte Generation des Volkswagen Golf hatte einen schlechten Start, da ein Softwareproblem im Zusammenhang mit der Notruffunktion des Autos die Markteinführung in Europa im vergangenen Jahr beeinträchtigte. Inzwischen glaubte man bei VW, die Thematik bewältigt zu haben und verkündet stolz die Absatzzahlen für 2020: Mit gut 312.000 Auslieferungen, davon knapp 139.000 in Deutschland, bleibt der Golf das meistverkaufte Auto Europas.

Im gleichen Atemzug werden die unzähligen Siege des Golf in den Vergleichstests der Presse vermeldet. Doch eine Sache wird von uns wie auch von den Kollegen zu Recht kritisiert: Die Bedienung und die nicht seltene Instabilität des Infotainments.

Bereits Mitte 2020 hatte VW selbst die Auslieferung des Golf für einige Zeit gestoppt und 15.000 Fahrzeuge in die Werkstätten beordert. Jetzt ist es wieder so weit: Ein weiteres Problem - diesmal im Zusammenhang mit dem Infotainmentsystem und der Rückfahrkamera - zwingt VW zu einer freiwilligen Rückrufaktion.

Insgesamt 56.000 Golf 8 sind von der "freiwilligen Servicemaßnahme" betroffen und VW erklärt, dass die betroffenen Autos bis Juni 2020 gebaut wurden. Einmal mehr scheint es, dass die frühen Modelle eine nicht ausgereifte Software haben, was die Faustregel einiger Kunden bestätigt, keine Autos im ersten Produktionsjahr zu kaufen.

Wie sich einige von Ihnen erinnern werden, verzögerte sich die Markteinführung des ID.3 aufgrund ähnlicher Softwareprobleme um mehrere Monate. Der ID.4 scheint diesbezüglich bislang aber frei von Fehlern zu sein.

Es bleibt VW zu wünschen, dass sich das Software-Drama bald löst. Schließlich wächst die Golf-Palette stetig an: GTI, GTD und GTE, dazu der neue Variant und jüngst als sportliche Speerspitzen der GTI Clubsport sowie der Golf R. Unklar ist, ob auch die Schwestermodelle des Golf in Form des Audi A3, Seat Leon und Skoda Octavia von den Software-Problemen betroffen sind.

Bildergalerie: VW Golf 8 (2019) Connect-System