Premium-Wohnmobile aus Polen starten in Deutschland
Masuria bringt drei moderne Teilintegrierte - Premium-Technik und Wintertauglichkeit auf Ford-Transit-Basis
Die Masuren gelten als das Herz der polnischen Seenlandschaft – ein Naturparadies zwischen Kiefernwäldern und glasklaren Gewässern. Dass sich eine Wohnmobilmarke nach dieser Region benennt, kommt daher nicht von ungefähr. Der Name „Masuria” verspricht schließlich nicht weniger als Freiheit, Naturverbundenheit und einen Hauch von Luxus auf vier Rädern.
Genau diesen Anspruch verfolgt Masuria RV mit seinen neuen Campern, die nun erstmals den deutschen Markt erobern. Nach dem spannenden Auftritt von Newcomern wie dem Freedo M 599 auf MAN-Basis werfen nun auch die Masuria-Modelle aus Polen ihre Schatten voraus.
Bildergalerie: Masuria 780 TL, 780 TTL und 790 TL (2025)
Drei Teilintegrierte, 780 TL, 780 TLL und 790 TL, stehen bereit, um sich mit etablierten Größen wie Roller Team, Dethleffs oder Sunlight zu messen. Im Gepäck: moderne Technik, viel Komfort und ein Bekenntnis zu handwerklicher Präzision.
Hinter Masuria RV steht das polnische Unternehmen Bocar, einem Spezialisten für Feuerwehrfahrzeuge und Rettungswagen. Also Fahrzeuge, die nicht nur schick aussehen, sondern im Ernstfall funktionieren müssen. Das Know-how aus diesem Segment fließt nun in die Wohnmobilproduktion. Herausgekommen ist eine der modernsten Fertigungsanlagen Europas.
Seit 2022 rollt Masuria seine Wohnmobile aus dem Werk in Korwinów bei Tschenstochau. Die Basis bildet der Ford Transit, dazu gibt’s moderne Aufbautechnik ohne Holz, dafür mit viel GFK und PUR-Schaum. Der Effekt: langlebiger, besser isoliert, leiser. Und weil Camping oft eher "Kältebrücke" als "Kuschelecke" bedeutet, kommt die Dämmleistung gerade recht.
Los geht's mit dem Masuria 780 TL: Man merkt schnell, dass hier mehr als Standard verbaut wurde. Das L-förmige Sofa ist großzügig bemessen, die Küche klar strukturiert, und das Raumgefühl – unterstützt durch eine breite Lichtführung – angenehm luftig. Mit einer Fahrzeuglänge von 7,49 Metern und einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen bleibt das Fahrzeug führerscheinfreundlich, ohne auf Raumgefühl verzichten zu müssen.
Masuria 780 TL
Grundriss des Masuria 780 TL
Unter der Haube arbeitet ein 155 PS starker Transit mit langem Radstand. Die Ausstattung ist nahezu komplett: Bi-Xenon-Leuchten, aktiver Tempomat, beheizbare Frontscheibe, 12-Zoll-Display mit SYNC 4, Rückfahrkamera, und sogar eine serienmäßige Wintertauglichkeit inklusive beheizter Abwassertanks und Truma Combi 6E sprechen eine deutliche Sprache.
Im Heck warten zwei Längsbetten, die sich optional verbinden lassen. Über dem Wohnbereich befindet sich ein elektrisch absenkbares Hubbett – jeweils mit hochwertigen Matratzen, eigens gefertigter Polsterung und optionalem Alcantara-Bezug. Praktisch: Das Bad mit separater Duschkabine misst großzügige 620 × 735 Millimeter. Preislich startet der 780 TL bei 73.050 Euro mit Schaltgetriebe, wer die Automatik wählt, legt auf 74.950 Euro auf.
Der Unterschied beim Masuria 780 TTL steckt nicht im Maßband, sondern im Detail: Beim TTL-Modell setzt Masuria auf ein abgesenktes Bett im Heck. Das bringt Vorteile für Menschen, die ungern auf Leitern klettern, reduziert aber den Stauraum darunter – daher auch die kleineren Garagentüren mit 700 × 700 Millimetern im Vergleich zum TL.
Ansonsten bleibt alles auf bekannt hohem Niveau. Auch hier gibt’s die beheizte Heckgarage, das Simarine-Bedienpanel, LED-Lichtkonzepte, hochwertige Möbelfronten und ein durchdachtes Raumlayout mit Schiebetür zur Schlafzone. Besonders auffällig ist die durchgängige Designlinie mit abriebfesten Oberflächen und bis zu sechs wählbaren Polstervarianten. Preislich gilt auch hier der Einstieg von rund 73.050 Euro, mit Automatik 74.950 Euro.
Mit dem 790 TL bringt Masuria sein bislang ausgereiftestes Modell nach Deutschland. Auch dieses Fahrzeug basiert auf dem langen Ford-Chassis mit 4.522 Millimetern Radstand – das sorgt für bessere Fahrstabilität, da das Überhangmaß hinten kürzer ausfällt. Und auch hier bleibt man der 7,49-Meter-Marke treu.
Im Innenraum überrascht das Fahrzeug mit noch mehr Premium-Feeling. Wahlweise gibt es ein zentrales Queen-Size-Bett im Heck oder zwei Längsbetten. Die gesamte Möblierung setzt auf kratzfeste und wasserabweisende Materialien, ergänzt durch Soft-Close-Schubladen und einen Simarine-Energie-Controller, der sämtliche Ströme und Pegel visualisiert.
Queensize-Bett im Masuria 790 TL
Grundriss des 790 TL
Besonders clever: Der Zugang zur Garage ist auch von innen möglich – über einen seitlichen Stauschrank im Schlafbereich. Und auch an kalte Nächte wurde gedacht: Mit dem optionalen Winterpaket bestehend aus Truma Combi 6E, beheiztem Abwassertank und Duo Control bleibt die Wohlfühltemperatur konstant – auch wenn draußen die Masuren eher an Sibirien erinnern.
Der Basispreis für das Topmodell liegt bei umgerechnet rund 93.200 Euro. Das kratzt zwar schon sachte an der Sechsstelligen, bleibt aber im Vergleich zu vielen Premium-Mitbewerbern fair kalkuliert. Denn selbst mit gehobener Ausstattung landet man preislich eher in der oberen Mittelklasse als in der Luxusliga. Das macht Masuria zur spannenden Alternative für alle, die Komfort wollen, aber nicht das doppelte fürs Markenlogo zahlen möchten.
Alternativen gibt es zuhauf. Roller Team bringt mit dem Kronos frische Ideen ins Segment der teilintegrierten Wohnmobile, Corigon kombiniert Hymer-Genetik mit einem neuen Grundriss und Sunlight liefert mit seinen Adventure-Modellen auf Transit-Basis bewährte Qualität im sportlichen Look.
Masuria bietet jedoch das, was viele Käufer suchen: ein Quäntchen Anderssein. Camper mit eigenem Charakter, robust wie ein Rettungswagen und wohnlich wie ein Ferienhaus, aber preislich auf Augenhöhe mit den bekannten Marken. Ob die Masuren künftig nicht nur für Kanururlaub, sondern auch für Camperträume stehen? Die Chancen dafür stehen gut.
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