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Führerschein-Revolution: Wohnmobile bis 4,25 t ab 2028 erlaubt

EU-Führerscheinreform ermöglicht ab 2028 das Fahren schwererer Reisemobile mit PKW-Führerschein

Wohnmobil Fahrszene
Bild von: CIVD

Gute Nachrichten für Wohnmobilbesitzer und solche, die es werden wollen: Ab 2028 können Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 4,25 Tonnen mit einem normalen Pkw-Führerschein der Klasse B gefahren werden. Diese Änderung ist Teil einer umfassenden Novellierung der EU-Führerscheinrichtlinie, auf die sich das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten kürzlich geeinigt haben.

Bisher lag die Gewichtsgrenze für den B-Führerschein bei 3,5 Tonnen. Dadurch war es vielen Reisemobilisten nicht möglich, größere und besser ausgestattete Fahrzeuge zu fahren, ohne einen zusätzlichen Führerschein zu erwerben. Die neue Regelung schafft hier Abhilfe und ermöglicht künftig eine größere Auswahl an Reisemobilen für Inhaber eines Pkw-Führerscheins.

Viele moderne Reisemobile bringen durch Zusatzausstattung, größere Wassertanks und höhere Sicherheitsstandards bereits mehr Gewicht auf die Waage als frühere Modelle. Mit der neuen Grenze von 4,25 Tonnen entfallen für viele Nutzer die bisherigen Einschränkungen, sofern sie ein spezielles Training oder eine Prüfung absolvieren. Ob eine Schulung, eine Prüfung oder beides erforderlich ist, liegt im Ermessen der einzelnen Mitgliedstaaten.

Dethleffs Esprit

Der Dethleffs Esprit hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 4,25 t

Bilder von: Dethleffs
Hymer ML-T (2023)

Auch zu schwer bisher: Der Hymer ML-T

Konkret profitieren von dieser Entscheidung Modelle wie der Vollintegrierte Esprit der Marke Dethleffs, Modelle wie der ML-T CrossOver oder Venture S von Hymer, der Malibu Genius Performance 4x4 und viele weitere Reisemobile - vor allem sogenannte Offroad-Camper mit Allradantrieb, aber auch schwerere Teilintegrierte und Vollintegrierte. Diese Fahrzeuge, für die bisher aufgrund des höheren Gewichts der C1-Führerschein erforderlich war, stehen nun einer breiteren Käuferschicht zur Verfügung.

Der Hymer Grand Canyon S 700 beispielsweise basiert auf dem Mercedes-Benz Sprinter und bietet mit einer Länge von knapp sieben Metern ein großzügiges Platzangebot. Auch der Laika Kreos L 5009 MB dürfte mit seinem aufwendigen Interieur und modernster Technik für viele Reisemobilisten interessant sein. Insbesondere die Allradmodelle wie der Dethleffs Globebus Performance 4x4 oder der Malibu Genius Performance 4x4 sind attraktive Optionen für Reisende, die auch abseits befestigter Straßen unterwegs sein wollen.

Malibu genius performance 4x4 641 LE (2024)

Malibu genius performance 4x4 641 LE (2024)

Bild von: Carthago Reisemobile
Laika Kreos L 5009 MB (2025)

Laika Kreos L 5009 MB (2025)

Bild von: Laika

Die Entscheidung ist positiv für Verbraucher und Caravan-Industrie: Hersteller können nun flexibler planen, mehr Komfort und Ausstattung entwickeln, ohne die bisherigen 3,5-Tonnen-Grenze zu beachten.Bisher mussten viele Hersteller Kompromisse eingehen, um ihre Fahrzeuge in der Führerscheinklasse B fahrbar zu halten, z. B. durch den Verzicht auf leichte Materialien oder alternative Antriebe wie beim Challenger ElectriX. Diese Einschränkungen könnten bald der Vergangenheit angehören.

Die Regelungen gelten allerdings nicht sofort, sondern treten erst 2028 in Kraft. Bis dahin gelten die bisherigen Regelungen weiter. Reisemobilbesitzer und Kaufinteressenten sollten dies bei ihrer Planung berücksichtigen.

Die Anhebung der Gewichtsgrenze ist nur ein Teil der umfassenden Reform der vierten EU-Führerscheinrichtlinie. Neben dieser Änderung sind weitere Neuerungen geplant, die das Führerscheinwesen in der Europäischen Union modernisieren sollen. Dazu gehören unter anderem die Einführung eines digitalen Führerscheins und neue Regelungen für Fahranfänger. Wer sich über diese Reformen informieren möchte, findet hier einen ausführlichen Artikel.