Stellantis, VW oder Renault? Wer hat die älteste Modell-Palette?
Motor1 Numbers checkt das Durchschnittsalter der angebotenen Modellpaletten der großen drei in Europa.
Nach der großen Zahl neuer chinesischer Autos, die auf der Shanghai Motor Show vorgestellt wurden, ist es im Gegensatz zu den wenigen Präsentationen ausländischer Hersteller sinnvoll, einen Blick auf das aktuelle Alter der Produktpalette der drei größten europäischen Hersteller zu werfen: die Volkswagen-Gruppe, Stellantis und Renault.
Das Durchschnittsalter der derzeit in Europa erhältlichen Autos ist ein guter Indikator dafür, wie souverän diese drei Hersteller ihre Position auf ihrem wichtigsten Markt verteidigen können und ob sie in der Lage sind, technologisch Schritt zu halten.
Wer bietet die meisten Modelle an?
Obwohl der Volkswagen-Konzern nicht mit so viele Marken auf dem Automarkt vertreten ist wie Stellantis, sind die Wolfsburger sowohl beim Absatz als auch beim Angebot in Europa führend. Die Zählung umfasst alle in der Region erhältlichen oder bereits eingeführten Modelle, schließt solche jedoch aus, die demnächst aus dem Verkehr gezogen werden.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Volkswagen Konzern derzeit 88 verschiedene Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in Europa anbietet. Davon entfallen 25 auf Audi, 23 auf Volkswagen, zwölf auf Skoda, zehn auf Porsche und die restlichen auf Cupra, Seat, Lamborghini und Bentley. Im Vergleich zu Stellantis, die in Europa offiziell mit zehn Marken vertreten sind, ist das eine Menge Modelle mehr.
Motor1 Numbers: Wer hat die älteste Modell-Palette?
In der Tat übersteigt das Modell-Angebot allein der Marke VW das von Opel und Peugeot zusammen. Stellantis bietet derzeit insgesamt 58 verschiedene Modelle an: also fast sechs pro Marke gegenüber den elf des Volkswagen-Konzerns. Die Renault-Gruppe liegt mit 22 Modellen ihrer drei Marken Renault, Dacia und Alpine hingegen weit abgeschlagen hinter Volkswagen und Stellantis.
Wer hat die jüngste Modellpalette?
Die Renault-Gruppe kann jedoch mit der jüngsten Modellpalette punkten. Das Durchschnittsalter (Zeitraum zwischen der offiziellen Vorstellung des Fahrzeugs und Mai 2025) der von der französischen Gruppe angebotenen Fahrzeuge beträgt 3,6 Jahre.
Das niedrige Alter erklärt sich durch eine geringe Anzahl von Fahrzeugen, die älter als 7,5 Jahre sind. Nur der Renault Trafic (11,1 Jahre) und die Alpine A110 (8,2 Jahre) sind älter. In den letzten 18 Monaten (Einführungsphase) hat Renault ganze sieben neue Modelle auf den Markt gebracht, was damit fast einem Drittel seiner Produktpalette entspricht.
Die Volkswagen-Gruppe kommt auf einen Durchschnitt von 4,8 Jahren. Dies ist ein bemerkenswertes Alter angesichts der breiten Produktpalette. Von den 88 Modellen, die die Wolfsburger anbieten, wurden 18 in den letzten 18 Monaten eingeführt – ganze 19 sind dennoch älter als 7,5 Jahre.
Die Stellantis kommt insgesamt auf ein Durchschnittsalter von 5,2 Jahren, einschließlich der beiden letzten neuen Mitglieder der Familie (Jeep Compass und Citroen C5 Aircross) und unter Ausschluss ihrer früheren Generationen. Der Durchschnitt wird unter anderem durch ältere große Nutzfahrzeuge (Peugeot Boxer, Citroen Jumper, Fiat Ducato), den veralteten Fiat Panda (eingeführt 2011) und den Jeep Renegade (vorgestellt 2014) beeinflusst.
Prozentsatz der jüngsten und ältesten verfügbaren Modelle
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Neu (zwischen 0 und 1,5 Jahren alt) | Alt (mehr als 7,5 Jahre) |
| Renault-Gruppe | 32% | 9% |
| Stellantis | 19% | 19% |
| Volkswagen Konzern | 20% | 22% |
Der Autor des Artikels, Felipe Munoz, ist Automotive Industry Specialist bei JATODynamics.
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