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VW: Diese drei Werke stehen auf der Kippe (Update)

Osnabrück und Dresden sollen verkauft und Emden zum Auftragsfertiger werden

VW-Markenhochhaus in Wolfsburg - neues Volkswagen Logo
Bild von: Volkswagen

Update vom 21. November 2024: Nun steht angeblich fest, welche drei deutschen Werke von Volkswagen in Gefahr sind. Das frühere Karmann-Werk in Osnabrück sowie die einstige "Gläserne Manufaktur" in Dresden sollen geschlossen respektive verkauft werden. Emden, wo einst der Passat vom Band lief, soll durch Auftragsfertigung weiter existieren. Das berichten Automotive News Europe und Bloomberg News übereinstimmend.

Einen Tag vor der nächsten Verhandlungsrunde von Konzern und IG Metall am 22. November hat VW-Gesamtbetriebsratchefin Daniela Cavallo einen eigenen Vorschlag für Einsparungen bei der Kernmarke ins Spiel gebracht, wie die Automobilwoche berichtet. Unter anderem sollen Management und Vorstand überproportional auf Gehalt verzichten, Anteilseigner wie die Porsche-Familie mit weniger Dividende zufrieden sein. Die Arbeitskosten sollen so um 1,5 Milliarden Euro gesenkt und Werkschließungen verhindert werden.

Volkswagen ID. Familie vor der Gläsernen Manufaktur Dresden

Volkswagen ID. Familie vor der Gläsernen Manufaktur Dresden

Foto: Volkswagen

Erst gestern gab Ford bekannt, dass man den Abbau von rund 4.000 Stellen in Europa bis Ende 2027 plant. Der Großteil der Maßnahmen betrifft Standorte in Deutschland und England, vor allem Köln trägt mit 2.900 Stellen den Löwenanteil.


Originalmeldung vom 28. Oktober 2024: Kahlschlag bei VW? Die Marke Volkswagen will nach Angaben des Betriebsrats in Deutschland mehrere Werke schließen. Zehntausende Arbeitsplätze sind demnach in Gefahr. Auch beim Entgelt solle es drastische Einschnitte geben. Das berichten übereinstimmend mehrere Medien. Von Konzernseite gab es dazu bislang keine Bestätigung.

Über diese Pläne habe der Konzern die Arbeitnehmerseite informiert, sagte Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo bei einer heutigen Informationsveranstaltung in Wolfsburg. "Der Vorstand will in Deutschland mindestens drei VW-Werke dichtmachen", so Cavallo wörtlich. Noch unklar ist, welche VW-Standorte geschlossen werden sollen. Als gefährdet gilt beispielsweise das Werk in Osnabrück, nachdem es kürzlich einen erhofften Folgeauftrag von Porsche verloren hatte.

Bildergalerie: VW Volkswagen Golf 8 TDI Test

In Deutschland beschäftigt die Marke VW gut 130.000 Mitarbeiter. Die verbliebenden Standorte sollen laut IG Metall schrumpfen. Bundeskanzler Olaf Scholz sagte, mögliche falsche Managemententscheidungen aus der Vergangenheit dürften nicht zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehen.

Interessant in diesem Zusammengang sind die Aussagen führender Konzernmanager im Frühjahr 2024, als die Konzernbilanz für 2023 präsentiert wurde. Konzernchef Blume: "In 2023 haben wir uns eine gute Basis erarbeitet. Unsere Baustellen kennen wir und gehen sie konsequent an, um das enorme Potential der Volkswagen Group zu heben. Mit begeisternden Produkten, einer konsistenten Strategie und einem klaren Fokus auf Umsetzung blicken wir zuversichtlich in das Geschäftsjahr 2024. Die Volkswagen Group geht aus einer Position der Stärke in das Langstreckenrennen der Transformation."

Finanzchef Arno Antlitz: "In einem herausfordernden Umfeld hat die Volkswagen Group 2023 robuste Ergebnisse geliefert. Hieran wollen wir in diesem Jahr anknüpfen. Damit wir nachhaltig erfolgreich bleiben, fokussieren wir uns in 2024 auf die Anläufe der neuen Fahrzeuge, die Senkung der Kosten, die stärkere Nutzung von Synergien im Konzern und eine regional robustere Aufstellung, auch durch fortgesetzt profitables Wachstum in Nordamerika."

Die Marke Volkswagen Pkw lieferte im Geschäftsjahr 2023 weltweit 4,9 Mio. Fahrzeuge aus; das waren 6,7 % mehr als im Vorjahr. Zuwächse waren vor allem in Westeuropa (+14,7 %), Nordamerika (+17,0 %) und Südamerika (+15,9 %) zu verzeichnen.

Im Berichtsjahr setzte die Marke Volkswagen Pkw 3,0 (2,6) Mio. Fahrzeuge ab. Die Modelle der ID.-Familie, der Tiguan und der T-Roc wurden verstärkt nachgefragt, auch der Taigo war sehr beliebt. Die Differenz zwischen Auslieferungen und Absatz beruht im Wesentlichen darauf, dass die fahrzeugproduzierenden Joint Ventures in China nicht den Gesellschaften der Marke Volkswagen Pkw zugerechnet werden.

Die Marke Volkswagen Pkw steigerte im Berichtsjahr ihre Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 17,1 % auf 86,4 Mrd. €. Das Operative Ergebnis (im Vorjahr vor Sondereinflüssen) verbesserte sich auf 3,5 (2,6) Mrd. €. Höhere Volumen- und Preiseffekte sowie geringere Fixkosten wirkten positiv, gestiegene Produktkosten sowie die Entkonsolidierung der Volkswagen Group Rus belasteten das Ergebnis hingegen. Die operative Umsatzrendite (im Vorjahr vor Sondereinflüssen) lag bei 4,1 (3,6) %.

Von Januar bis September 2024 verzeichnete die Marke vW einen Rückgang bei den weltweiten Auslieferungen um 2,5 Prozent. In China lag das Minus des Gesamtkonzerns bei gut zehn Prozent. Elektroautos des Konzerns verloren in Europa 14 Prozent, konnten aber in China um 26,5 Prozent zulegen. Dennoch bleiobt die Zahl von 148.100 Einheiten angesichts von insgesamt rund zwei Millionen Einheiten (minus 10 Prozent) auf niedrigem Niveau.