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Für eine persönlichere Erfahrung

Renault Clio Full Hybrid (2026) im Test: Wenn Benziner, dann so!

Mit Vollhybrid ist der Neue nicht nur ausgereift, sondern auch sehr sparsam unterwegs

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test
Bild von: Motor1.com Deutschland

Der Sprit wird immer teurer, unsere liebgewonnene Erdkugel immer wärmer: Da sollten wir im besten Fall drauf achten, was und vor allem wie viel da hinten aus unserem Auto rauskommt. Klar, Elektro ist im Umkreis nahezu unschlagbar und frische Angebote kommen monatlich rein. Doch Anschaffungspreis und Reichweite schrecken viele immer noch davor ab, einen E-Kleinwagen auch als kompletten Allrounder sehen zu können.

Genau für diese Skeptiker steht da jetzt der neue Renault Clio als Vollhybrid zur Wahl. Er verspricht wie kaum ein anderer in der Kleinwagenklasse nicht nur magere Verbräuche bei guter Leistungsentfaltung, sondern will auch durch Preis-Leistung und Reichweiten punkten. Mit seinen angepeilten 4,1 Liter auf 100 Kilometern nach WLTP wären rein rechnerisch knapp 1.000 Kilometer möglich. Und das bei einem lediglich 39 Liter fassenden Benzintank. Wie macht der Franzose das?  

Bildergalerie: Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Renault kombiniert dazu einen 1,8-Liter-Vierzylinder-Benziner mit Atkinson-Zyklus und zwei Elektromotoren. Der Vorgang zeichnet sich durch einen höheren thermischen Wirkungsgrad aus. Damit spart er schon einmal per se Kraftstoff gegenüber herkömmlichen Otto-Motoren. Die zwei E-Motoren ziehen ihre Kraft aus einer recht überschaubaren 1,4-kWh-Batterie, die beim Bremsen und im Schiebebetrieb Energie auffängt.

Bis zu 80 Prozent der Stadtfahrten sollen so elektrisch zurückgelegt werden können. Insgesamt stehen für den Klassiker 116 kW (158 PS) bei 270 Nm als Systemleistung an. Das bringt ihn in ordentlichen 8,3 Sekunden von Null auf 100 km/h. Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 geht zwar nicht so gut von den Lippen, gängige Kleinwagen wie VW Polo, Opel Corsa oder Seat Ibiza können da auf dem Papier im Gesamtpaket jedoch kaum mithalten. Gerade weil alle höchstens einen Mild-Hybriden anbieten. Aber wie ist das in der Realität?

Schnelle Daten Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026)
Antrieb

- 1.789 ccm Vierzylinder-Benziner (80 kW) + E-Motor (36 kW)

- Frontantrieb

Getriebe Automatik
Systemleistung / Drehmoment 116 kW (158 PS) / 270 Nm
0 - 100 km/h 8,3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h
Verbrauch (WLTP) / CO2-Emission 4,1 Liter / 92 g/km
Batteriekapazität 1,4 kWh
Basispreis 24.200 Euro

Karosserie/Design | Innenraum | Antrieb/Fahreindrücke | Verbrauch/Preis | Fazit


Karosserie/Design

Groß isser geworden, der Kleine. Nur 3,71 Meter maß der Ur-Clio zwischen 1990 und 1994. Mit 4,11 Metern sind in 36 Jahren satte 40 Zentimeter oben drauf gekommen. Inzwischen streckt sich die Karosserie der sechsten Generation fast gediegen coupéhaft als wäre der Clio ein kleiner Megane. Zudem gönnt Renault dem Kleinwagen reichlich Details und Kniffe im Blech.

Wo viele Hersteller auf schmale Scheinwerfer, Leuchtband und Lichtspielereien gehen, zeigen die Franzosen, wie ein modernes Auto außerdem aussehen kann. Vorne dominiert der Kühlergrill mit wuchtigem Rautengitter, das sich ausladend in die Frontschürze zieht. Die Scheinwerfer wirken ein wenig nach verschlafener Katze mit Mut zur Falte.

In der Seitenansicht zieht sich das Dach ellenlang Richtung Heckkante – der Schwung von der Frontscheibe angefangen wie aus einem Guss. Das streckt den Kleinen zum Coupé mit angedeutetem Stummelheck. Bei den "Käseecken-Türgriff" hinten sind einige optisch raus, meine Mitfahrerin fand sie "sehr clever positioniert". So entsteht nicht nur ein cleaner Look, sondern auch besser aerodynamisch nutzbare Fläche.

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Bilder von: Motor1.com Deutschland
Bilder von: Motor1.com Deutschland

Hinten geht Renault dann so richtig crazy. Vier Fußball-Sechsecke bilden in einem zulaufenden Keil die Heckleuchten des Clio. Eine knackige Abrisskante und eine recht schlicht gehaltene Heckschürze runden das neue Heck ab. Insgesamt sticht der Clio sofort aus dem Einheitsbrei des modernen Autobaus heraus – mögen wir!

Innenraum

Der recht extravagante Style zieht sich auch im Innenraum durch. Hier noch mal 'nen Förmchen, dort ein kleines Gimmick, drüben ein anderer Materialeinwurf: Und das wirkt nicht mal zu unruhig. Eher abwechslungsreich und kreativ. Auch wenn ich persönlich die fingerabdruckanfällige Klavierlackoptik an einigen Stellen eher verbannt hätte.

So kommt der Renault mit durchdachtem Staukonzept und wirklich gutem Raumgefühl. Eine gute Sitzposition ist schnell gefunden, der Sitzkomfort ist auch auf langen Strecken richtig gut. In den Clio setzt man sich rein und fährt, als wäre man nie mit einem anderen Auto gefahren. Dieses eigentlich heimelige Gefühl wird im Dunkeln leider manches Mal durch die Vielzahl an Lenkstockschaltern torpediert.   

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Bilder von: Motor1.com Deutschland
Bilder von: Motor1.com Deutschland

Im Dunkeln erwischte ich hier des Öfteren eher den Scheibenwischer als den Gangwahlhebel. Mit dem zusätzlichen Radiobedienelement gönnt sich der Clio Renault-typisch gleich drei Hebel und Schalterträger auf der rechten Seite des Lenkrads. Das dürfte insgesamt gerne aufgeräumter sein. 

Für einen Kleinwagen ist das Raumangebot auch auf der Rückbank großzügig. Vier Erwachsene können hier problemlos einen Kurzausflug machen, ohne dass gleich Füße oder Beine einschlafen. Der Kofferraum zeigt auf dem Papier zwar nur überschaubare 309 bis 1.094 Liter beim Vollhybriden. Die lassen sich real aber dank schlankem, durchdachten Ausbau sehr gut nutzen.

Bei einem Möbelkauf beim großen Schweden wies ich extra darauf hin, dass wir nur mit einem Kleinwagen gekommen waren, weshalb einige sperrige Elemente im Möbelhaus verblieben. Pustekuchen, der Kofferraum des Clio vermittelte subtil: Geht lieber noch mal rein, das passt! Natürlich war ich wieder einmal so verblüfft, dass es kein Foto gibt.

Einen guten Job macht auch das Infotainment-System. Auf Basis von Google Automotive agiert es übersichtlich, schnell und vertraut.

Abmessungen Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026)
Länge x Breite x Höhe 4.116 x 1.768 x 1.451 mm
Radstand 2.591 mm
Kofferraumvolumen 309 - 1.094 Liter
Leergewicht 1.271 kg
Max. Zuladung 499 kg
Max. Anhängelast 900 kg

Antrieb/Fahreindrücke

Das Hybrid-System gibt sich harmonisch im Wechsel und geräuscharm. Bloß zwischen 30 und 40 km/h taucht für sensible Ohren ein unangenehmes Brummen auf, dessen Vibrationen sich teilweise auf den Innenraum übertragen. Auch bei Geschwindigkeiten jenseits der 120 km/h bleiben die Umgebungsgeräusche damit auf einem angenehmen Pegel.

Auch das Kraftübertragungszusammenspiel ist gut gelungen. In der Stadt kommt der Clio zumeist ohne Verbrenner-Unterstützung aus und beschleunigt angemessen. Sobald mehr Kraft angefordert wird, schaltet sich der Benziner hinzu. Gerade im Otto-Normal-Kleinwagensektor ist das Gebotene durchaus wieselflink.    

Dazu passt dann auch das Fahrwerk, das ausgeglichen und angenehm spitz ausgelegt wurde ohne einen gewissen Grundkomfort zu verlieren. Die Lenkung ist mit schöner Direktheit dabei. So lässt sich der Clio sowohl spaßig auf dem kurvigen Land steuern, als auch angenehm locker auf langen Autobahnetappen.

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Bilder von: Motor1.com Deutschland
Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

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Bilder von: Motor1.com Deutschland

Auf letzteren ist bei 180 km/h jedoch Schluss. Bei der durchgehend bestehenden Beschleunigung wäre in jeden Fall mehr drin. Aber warum Hetzen? Der ungewöhnlich große 1,8er-Benziner macht im Zusammenspiel mit der Elektrokomponente auch in Sachen Elastizität eine sehr gute Figur.

Insgesamt machen auch die Fahrassistenten einen guten Job. Zumindest auf der Autobahnen und im Stau. Hier agieren Tempomat, Lenkhilfe und Spurhalteassistent auf einem hohen Niveau. Bei einer kurvigen Anfahrt auf einen Parkplatz verlor der kleine Renault jedoch manchmal den Überblick im Stop-and-Go, sodass manuelles Eingreifen nötig war.

Wer gerne fix rangiert, muss mit dem Clio Geduld haben. Die Gangwahl ist ein wenig zu sensibel. Wer nur leicht oder flüchtig auf der Bremse steht, wird nicht schalten können. Zudem ist die Sicht nach hinten durch das spitze Heck Coupé-typisch etwas eingeschränkt. Einen guten Ausgleich bietet aber das Kamerasystem.

Verbrauch/Preis

WLTP-Verbräuche sind immer ein wenig mit Vorsicht zu genießen. Der Clio hingegen ist da ziemlich exakt. Im kombinierten Mittel kamen wir immer auf die eingangs erwähnten 4,1 Liter. Eine gemächliche Autobahnstrecke von rund 260 Kilometern brachte 3,8 Liter, dieselbe Strecke schnell gefahren zurück rund 4,6 Liter.

Auch bei Stadtfahrten geht kaum mehr, bei konsequenter Überlandfahrt eher noch weniger. Eine Fünf vorne haben wir nie gesehen. Das ist aber zumeist der Bereich, den Mild-Hybride und Benziner im Kleinwagenbereich kombiniert anpeilen. Das Verblüffende daran ist, dass wir laut Bordcomputer auch die langen Autobahnstrecken bei etwa 60 Prozent vollelektrisch zurückgelegt haben.

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Bilder von: Motor1.com Deutschland
Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 (2026) im Test

Bilder von: Motor1.com Deutschland

Aber das bestätigen auch unsere Beobachtungen auf dem Kombiinstrument. Sobald der Kleine rollt, schiebt oder bremst, wechselt das System in den EV-Mode – auch bei 120 km/h. In der Stadt lässt es sich tatsächlich zumeist mit Raumschiff-Sound-Untermalung gleiten. Der Vollhybrid ist damit offenbar extrem effizient unterwegs. 

Der Renault Clio als Full Hybrid E-Tech 160 kostet als Evolution mindestens 24.200 Euro. Die mittlere Ausstattung Techno startet bei 25.900 Euro, als sportlicher Esprit Alpine sind es mindestens 27.600 Euro. Dass Polo, Corsa und Ibiza da nicht mithalten können, hatten wir schon geklärt.

Die Konkurrenz ist also eher bei den Vollhybriden Toyota Yaris (23.715 Euro), Honda Jazz e:HEV (25.900 Euro) und MG3 Hybrid+ (19.990 Euro) zu suchen. Alle können jedoch bei den Leistungsdaten nicht mithalten. Eine weitere Alternative wäre der neuen Plug-in-Hybrid BYD Dolphin G DM-i. Der kostet regulär 28.990 Euro, derzeit überschütten die Chinesen Interessierte jedoch mit Boni von bis zu 10.000 Euro (Hersteller-Bonus plus staatliche Elektroprämie). Allerdings muss der zwingend regelmäßig an die Steckdose, um seine lokalen Vorteile ausspielen zu können.  

Fazit: 8,5/10

Gerade bei Kleinwagen verlieren Benziner immer mehr an Boden gegenüber den Stromern. Sie sind zumeist kräftiger, flinker und günstiger im Unterhalt. Doch der neue Renault Clio kann da mithalten. Mit seinem ausgeklügelten Vollhybrid ist er nicht nur souverän unterwegs, sondern auch einer der sparsamsten auf dem Markt. Zudem bietet er ein knackiges Fahrwerk bei ausreichendem Komfort.

Die Schwächen, die die wirklich kleinen E-Autos derzeit mit eher geringen maximalen Ladegeschwindigkeiten und Reichweiten mitbringen, bügelt der Franzose gekonnt aus. Wer also noch zu den Skeptikern gehört, was die E-Mobilität angeht, findet im Renault Clio einen echten, klassischen Allrounder.

   

Pro

  • Geringer Verbrauch
  • Ausgewogene Fahrdynamik
  • Clevere Raumausnutzung
   

Contra

  • Überladene Ergonomie
  • Träge Schaltlogik beim Rangieren