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Ferrari Luce: Elektroauto kostet deutlich mehr als der Purosangue mit V12

Der erste Stromer aus Maranello trägt in den USA ein saftiges Preisschild

Ferrari Luce

Bild von: Ferrari

Von: Adrian Padeanu

Übersetzt von: Roland Hildebrandt

Veröffentlicht von: Roland Hildebrandt

22. Okt. um 11:22 Uhr

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Nicht unbedingt eine Überraschung: Ferraris erstes Elektroauto wird deutlich mehr kosten als das V12-SUV der Marke. Unsere Kollegen von Car and Driver haben erfahren, dass der Luce in den USA bei 560.800 US-Dollar startet. Das ist ein kräftiger Aufpreis von 122.190 US-Dollar gegenüber dem Purosangue, dessen Basispreis dort bei 438.610 US-Dollar liegt.

Ein direkt vergleichbares Modell hat Ferrari nicht im Programm, weshalb der Purosangue der naheliegendste Preismaßstab ist. Beide Fahrzeuge verfügen über hintere Türen und stellen die Alltagstauglichkeit stärker in den Vordergrund als Ferraris klassische zweisitzige Sportwagen.

Bildergalerie: Ferrari Luce (2026)

Ferrari Luce

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Ferrari Luce Ferrari Luce Ferrari Luce Ferrari Luce Ferrari Luce Ferrari Luce

Quelle: Ferrari

Der elektrische Neuzugang geht mit seinem radikal eigenständigen Design allerdings einen deutlich anderen Weg. Der Purosangue bleibt die konventionellere Wahl für Käufer, die ein SUV mit frei saugendem V12 unter der Haube suchen.

Der Luce soll US-Kunden voraussichtlich im zweiten Quartal 2027 erreichen. Für Maranello ist das ein großer Schritt: Erstmals zieht ein Elektroantrieb in eine Modellpalette ein, deren Ruf traditionell auf leistungsstarken großvolumigen Verbrennungsmotoren vor und hinter dem Fahrer beruht. Innen wie außen wirkt das extravagante E-Auto anders als alles, was Ferrari bislang gebaut hat.

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2027 Ferrari Luce Heck

Foto: Ferrari

Vier Türen, vier Motoren, höherer Preis

Während der Purosangue auf einen frei saugenden 6,5-Liter-Benziner setzt, nutzt der Luce vier Elektromotoren, je einen pro Rad. Die Systemleistung liegt bei 772 kW, genug, um Ferraris erstes Elektroauto in nur 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen.

Der elektrische Gran Turismo bezieht seine Energie aus einem 122-kWh-Akkupaket und kommt nach EPA-Schätzung auf eine Reichweite von rund 451 Kilometern. Für eine derart große Batterie ist das kein besonders beeindruckender Wert. Allerdings liegt nahe, dass Ferrari Performance und Fahrerlebnis höher priorisiert hat als die Jagd nach maximaler Reichweite.

Der Luce ist nicht nur Ferraris erstes Elektroauto. Er bringt auch erstmals eine vollwertige Dreier-Sitzbank im Fond mit und bietet damit als erstes Serienmodell des italienischen Herstellers Platz für insgesamt fünf Personen. Zum Vergleich: Der Purosangue ist mit vier Einzelsitzen ausgelegt.

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2027 Ferrari Luce Innenraum

Foto: Ferrari

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2027 Ferrari Luce Rücksitze

Fotos: Ferrari

Diese zusätzliche Alltagstauglichkeit gehört zu den Unterscheidungsmerkmalen des Luce, auch wenn sein Design einen völlig anderen Ansatz verfolgt als der hoch bauende Purosangue. Der Luce ist etwas länger und niedriger als das SUV und steht auf den größten Rädern, die je an einem Ferrari montiert wurden: 23-Zoll-Felgen vorn und 24 Zoll hinten.

Der bislang schwerste Ferrari

Das elektrische Cavallino Rampante ist zudem das erste Modell der Marke mit aktiven aerodynamischen Kühlergrills und verfügt über einen vollständig flachen Unterboden, ermöglicht durch die speziell entwickelte Elektroplattform. Erwartungsgemäß ist es der schwerste Ferrari aller Zeiten: Das Gewicht liegt bei 2.260 Kilogramm.

Durch Individualisierung dürfte der Preis des Luce weiter steigen. Ferrari-Käufer begnügen sich selten mit einer Basisausstattung, und der elektrische Neuzugang dürfte zahlreiche Möglichkeiten bieten, Exterieur und Innenraum nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Mit 560.800 US-Dollar kostet der Luce fast so viel wie der 849 Testarossa, auch wenn beide Modelle unterschiedliche Käufergruppen ansprechen.

Ferrari Purosangue Handling Speciale

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Quelle: Ferrari

Der Ferrari für das Elektrozeitalter

Die größere Frage ist, ob traditionelle Ferrari-Kunden ein Elektroauto annehmen werden, das deutlich mehr kostet als das V12-SUV des Unternehmens. Der Luce bringt zweifellos die Leistungsdaten und den Neuheitswert mit, um seinen Platz im Modellprogramm zu rechtfertigen. Enthusiasten davon zu überzeugen, dass ein nahezu lautloser Antrieb nach Maranello gehört, könnte dennoch schwieriger werden, als ein 772-kW-E-Auto zu bauen.

Erste Anzeichen sind ermutigend: Ferrari zufolge gehen trotz der massiven Online-Kritik am Luce zahlreiche Bestellungen ein. Das polarisierende Design und der Elektroantrieb haben bei Traditionalisten viel Kritik ausgelöst, doch das hält zahlungskräftige Kunden offenbar nicht davon ab, verbindlich Interesse zu zeigen.

Letztlich spiegelt Empörung in sozialen Medien nicht zwangsläufig wider, wofür Käufer tatsächlich Geld ausgeben. Erst recht nicht, wenn ein Ferrari-Emblem im Spiel ist. Ob der Luce Skeptiker überzeugen kann, sobald die Auslieferungen im kommenden Jahr beginnen, bleibt abzuwarten. Die anfängliche Nachfrage deutet jedoch darauf hin, dass Maranello erneut einen Treffer landen könnte.

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Quelle: Car and Driver

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