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Für eine persönlichere Erfahrung

Ferrari : Jahresproduktion für 2027 schon ausverkauft

Das Geschäft in Maranello boomt. Trotz (oder wegen?) des Luce. Wer jetzt einen Ferrari will, wartet bis 2028

Ferrari 849 Testarossa
Bild von: Ferrari

Man könnte meinen, dass die ganze Kontroverse rund um den Luce zahlungskräftige Käufer abschreckt, die in Maranello nach einem neuen Auto suchen. Doch mit Geduld und gut gefüllten Konten werfen wohlhabende Kunden Ferrari weiterhin das Geld hinterher. Ohne Anzeichen einer Abschwächung.

So sehr sogar, dass die Auftragsbücher für 2027 (ja, nächstes Jahr) bereits vollständig gefüllt sind. Mit anderen Worten: Neue Bestellungen werden frühestens 2028 bedient. Indes muss man wissen, dass Ferrari seine jährliche Produktion auf rund 15.000 Fahrzeuge limitiert. Knappheit als teures Gut.

Bildergalerie: Ferrari 849 Testarossa

Ferrari führt den Bestellansturm auf eine "gesunde Nachfrage in allen Regionen" zurück, während neue Modelle anlaufen und andere aus dem Programm genommen werden. Modelle wie der Amalfi, der 849 Testarossa sowie der 296 Speciale/296 Speciale A befinden sich in der Einführungsphase, während der 296 GTS, der Roma Spider und der SF90 XX/SF90 XX Spider auslaufen. Die Auslieferungen des Flaggschiffs F80 werden hochgefahren, und wenn aktuelle Erlkönigfotos ein Hinweis sind, ist eine offene Aperta-Version auf dem Weg.

An anderer Stelle hat der Purosangue kürzlich die Option Handling Speciale erhalten, während der neue 12Cilindri Manuale mit einem simulierten Schaltgetriebe samt offener Schaltkulisse bereits bei seiner Premiere ausverkauft war. Zum Luce schweigt Ferrari weiterhin und sagt lediglich, er stelle einen "Meilenstein in unserer Geschichte und eine Ergänzung des Produktportfolios" dar. Sein Kontingent für 2026 soll aber schon verkauft sein.

Foto von: Ferrari

Obwohl die Auftragsbücher immer dicker werden, liegen die Auslieferungen bis Juni im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres leicht im Minus. Ferrari lieferte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 6.802 Fahrzeuge aus, ein Rückgang um 285 Einheiten. Europa, der Nahe Osten und Afrika machten den Löwenanteil aus und standen für fast die Hälfte aller Auslieferungen, während 70 Prozent auf Verbrenner entfielen und die übrigen 30 Prozent auf Hybride.

Das Jahr 2026 ist noch lange nicht vorbei, und Ferrari hat weitere Neuheiten in der Pipeline. Der Hersteller hatte fünf Premieren für dieses Jahr angekündigt, gesehen haben wir bislang aber nur drei: den Amalfi Spider, den Luce und den 12Cilindri Manuale. Nicht ganz sicher ist, ob der HC25 als vierte Neuheit zählt, da es sich um ein Einzelstück auf Basis des F8 Spider handelt. Was als Nächstes kommt, könnte ein 296 Challenge Stradale oder etwas in dieser Art sein, denn rund um Maranello sind entsprechende Prototypen unterwegs. Unklar ist, ob der F80 Aperta noch dieses Jahr oder erst 2027 enthüllt wird.

Unterdessen zeigt sich CEO Benedetto Vigna zufrieden und berichtet, Ferrari habe nun "die vollständigste Modellpalette der Geschichte". Das ist nachvollziehbar, da mit dem Purosangue und dem Luce nun zwei zusätzliche Baureihen im Stall stehen. Traditionalisten mögen argumentieren, dass diese Modelle nicht zur Marke passen, wirtschaftlich läuft es für den italienischen Hersteller jedoch sehr gut.

Ferrari Luce (2026)

Ferrari-Kunden gehören zu den geduldigsten der Welt und dürften wenig Probleme damit haben, bis 2028 auf die Auslieferung ihres neuen Autos zu warten. Das Unternehmen betont seit jeher, exklusiv bleiben zu wollen, indem es der Versuchung widersteht, die Produktion hochzufahren und den Markt mit Fahrzeugen zu fluten. Diese Knappheit schafft Spielraum für höhere Preise, die die Kundschaft offenbar bereitwillig bezahlt.

Dem Geschäft hat der Purosangue als SUV ganz offensichtlich nicht geschadet, und erste Anzeichen deuten darauf hin, dass auch der Luce trotz der Kritik an seinem unkonventionellen Design und dem Elektroantrieb positiv zum Ergebnis beiträgt.