Ferrari lehnt selbstfahrende Autos ab: "Wir wollen, dass Menschen Spaß haben, nicht Computerchips"
Ferraris Chef stellt die Attraktivität eines selbstfahrenden Supersportwagens infrage
Zugegeben, die Debatten rund um den Luce werden langsam ermüdend – deshalb rufen wir uns in Erinnerung, dass Ferraris Modellpalette aus mehr besteht als nur einem E-Auto. Maranello jedenfalls gibt weiter mächtig Gas und will zwischen 2026 und Ende 2030 nicht weniger als vier neue Fahrzeuge pro Jahr auf den Markt bringen.
Das wären 20 Modelle in nur fünf Jahren – eine ungewöhnlich hohe Zahl für eine Sportwagenmarke, die 2025 lediglich 13.640 Einheiten verkauft hat. Eines sollen jedoch auch alle künftigen Ferraris gemeinsam haben: Der Fahrer bleibt stets Herr der Lage.
CEO Benedetto Vigna schließt einen vollständig selbstfahrenden Ferrari aus – und stellt sogar die Frage, warum überhaupt jemand ein Auto der Marke kaufen sollte, wenn er es nicht selbst fahren kann. In einem Interview mit dem australischen Magazin Drive versprach der Konzernchef, dass jedes Fahrzeug ein Lenkrad bekommt, damit Besitzer lieber selbst fahren, statt Computer die Arbeit machen zu lassen:
„Wir werden keine vollständig autonomen Autos bauen – ganz klar. Wir wollen, dass Menschen Spaß haben, nicht die [Computer-]Chips. Wir wollen ein Lenkrad und einen Mann oder eine Frau hinter dem Lenkrad. Sonst: Warum kauft man überhaupt einen Ferrari?“
Fahrerassistenzsysteme werden weiterentwickelt
Die italienische Nischenmarke im Hochpreissegment wird Fahrerassistenzsysteme wie Spurverlassenswarnung und adaptiven Tempomat weiter verbessern, doch ein Ferrari mit Autonomie-Level 3 oder darüber steht nicht auf der Agenda. Dass eine selbstfahrende Zukunft bei Ferrari ausbleibt, überrascht kaum – schließlich kaufen Kunden diese Autos, um sie zu genießen, idealerweise auf einer kurvigen Straße.
Ein Ferrari ist ohnehin kein Pendlerauto, bei dem ein vollautonomes Fahrsystem sinnvoll wäre. Wer sich einen Ferrari leisten kann, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch alltagstauglichere Modelle leisten können, in denen solche Technik eines Tages verfügbar sein wird. Einen Ferrari wegen Selbstfahr-Funktionen zu kaufen, würde dem Sinn des Besitzes widersprechen.
Motor1 meint: Ferrari hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zwar deutlich verändert, ist aber klug genug zu wissen, wo eine klare Grenze zu ziehen ist – indem menschliche Kontrolle über allem steht.
Nicht nur das Lenkrad bleibt, wie es ist – zudem gibt es Berichte, dass das manuelle Getriebe ein Comeback feiern könnte. Ein analogeres Fahrerlebnis würde gut zu Ferraris Image passen – schließlich basiert das Marken-Erbe auf Sportwagen, die beim Fahren begeistern.
Quelle: Drive
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