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Ex-Ferrari-Chef warnt: Luce "riskiert, eine Legende zu zerstören"
Luca di Montezemolo mag das erste Elektroauto der Marke nicht wirklich ...

Bild von: Ferrari

Von: Adrian Padeanu
Übersetzt von: Roland Hildebrandt
Veröffentlicht von: Roland Hildebrandt
27. Mai um 10:24 Uhr
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Man kann von Luce halten, was man will – aber eines hat Ferrari richtig gemacht: Das Exterieurdesign blieb bis zum Schluss geheim. Das ist heute selten, wo Embargos oft wenig Respekt entgegengebracht wird und Bilder im Kampf um Klicks durchsickern. Jetzt sind die Hüllen gefallen – und im Internet wird bereits eifrig über das erste Elektroauto der Marke diskutiert.
Einer der wohl am besten geeigneten Menschen, um über Ferrari zu sprechen, ist Luca di Montezemolo. Er ist weit mehr als nur ein ehemaliger Mitarbeiter. Von 1991 bis 2014 war er CEO – und damit der am längsten amtierende Chef der Post-Enzo-Ära. Es war sogar der "Commendatore" selbst, der di Montezemolo Anfang der 1970er-Jahre als Assistenten zur legendären italienischen Marke holte.
Bildergalerie: Ferrari Luce (2026)

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Quelle: Ferrari
Über die Jahrzehnte bekleidete Montezemolo mehrere Spitzenpositionen bei Ferrari und beim damaligen Mutterkonzern Fiat. 2014 trat er als Präsident und Chairman von Ferrari zurück – doch angesichts seiner langen Zeit in Maranello war es fast unvermeidlich, dass Journalisten ihn nach dem nun enthüllten Elektroauto fragen würden.

Bilder von: Ferrari

Fotos von: Ferrari
Im Gespräch mit der Presse teilte der 78-jährige Ex-Ferrari-Boss diese Woche seine schonungslose Einschätzung zum Luce. Allerdings versuchte er noch diplomatisch zu bleiben. Die italienische Nachrichtenagentur askanews zitierte di Montezemolo mit den Worten:
"Wenn ich sagen würde, was ich wirklich denke, würde ich Ferrari einen Bärendienst erweisen. Wir riskieren, eine Legende zu zerstören, und das tut mir wirklich leid. Ich hoffe, sie entfernen zumindest das springende Pferd von diesem Auto."
Ironisch an dieser Aussage ist: Abgesehen von den üblichen Emblemen vorn und hinten können Kunden den Luce mit einem silbernen "Cavallino Rampante" auf den vorderen Türen konfigurieren. Alternativ ist das Elektroauto mit Scuderia-Ferrari-Emblemen auf den vorderen Kotflügeln erhältlich. Zwar lässt der Konfigurator nicht beides gleichzeitig zu, doch es ist offensichtlich, dass Ferrari auch in der Seitenansicht unmissverständlich klarstellen will, zu welcher Marke dieses Auto gehört.
Damit war di Montezemolo in seinem ansonsten knappen Kommentar zu Ferraris erstem Serienmodell ohne Verbrennungsmotor noch nicht am Ende. Seine offene Designkritik enthielt auch einen indirekten Seitenhieb: "[Der Luce] ist jedenfalls ein Auto, das zumindest die Chinesen nicht kopieren werden."
Es versteht sich von selbst, dass diese Aussage bei Ferraris Führung in Maranello nicht gut ankommen dürfte. Es ist selten, dass ein ehemaliger Top-Manager derart deutliche Worte über ein neues Produkt eines früheren Arbeitgebers findet. Andererseits ist dies ein historischer Moment – nicht nur für Ferrari, sondern für die Automobilindustrie insgesamt.
Ob man ihn liebt oder verabscheut: Der Luce steht für einen radikalen Designwechsel und sieht völlig anders aus als jedes Ferrari-Modell der Vergangenheit oder Gegenwart. Wir geben zu: Ohne die Embleme wäre es für uns beinahe unmöglich, ihn als Ferrari zu identifizieren. Selbst der V12-betriebene Purosangue wirkt noch vertraut – wie eine SUV-Interpretation des Roma. Der Luce hingegen fühlt sich an wie ein Fremdkörper im aktuellen Portfolio.
Am Ende zählt nur, ob sich das Auto verkauft. Wir können kann das nicht vorhersagen – wir gehören eindeutig nicht zur Zielgruppe. Aber vermögende Käufer haben oft einen sehr eigenen Geschmack, also weiß man nie …
Mehr zum Ferrari Luce:
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Ferrari Luce (2026): Wenigstens innen hübsch?
Quelle: askanews
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