Neuer Mobilvetta Karys: Bett hoch, Fahrräder rein
Elektrische Heckbetten, variable Fahrradgarage und drei Grundrisse
Mobilvetta hat sein Campervan-Programm komplett überarbeitet. Der neue Karys kommt mit drei Grundrissen, einem frisch designten Interieur und vor allem mit drei unterschiedlichen Konzepten für Bett und Heckgarage. Genau das hebt ihn vom nächsten gut aussehenden Ducato-Ausbau mit italienischem Akzent ab.
Bereits der Kea I86 hat gezeigt, dass Mobilvetta Wert auf Optik legt. Beim Karys wird diese Philosophie nun auf Campervan-Größe übertragen. Wie beim neuen Karmann Davis steht dabei die flexible Raumnutzung im Mittelpunkt, und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern im echten Reisealltag.
Bildergalerie: Mobilvetta Karys (2026)
Das Interieur ist komplett neu gestaltet. Dunkelgrau und Weiß prägen den Look, die Oberschränke haben flache Fronten ohne störende Griffe. An der Decke befinden sich Soft-Touch-Flächen, die Polster erinnern an automobile Sitze und es gibt indirektes Licht oberhalb und unterhalb der Hängeschränke.
Zum Marktstart sind drei Grundrisse verfügbar. Der Karys 5.1 ist 5,99 Meter lang, die Modelle 6.3 und 6.5 messen jeweils 6,36 Meter. Alle sind 2,05 Meter breit, basieren auf dem Fiat Ducato mit 140 PS, bieten vier Sitzplätze und zunächst zwei Betten. Ein dritter Schlafplatz lässt sich optional über die umgebaute Dinette realisieren.
Der eigentliche Clou steckt jedoch im Heck. Mobilvetta löst Bett und Garage bei jedem Grundriss anders. Im kompakten 5.1 fährt das Querbett elektrisch nach oben. Darunter entsteht eine variable Maxi-Garage, die groß genug für Fahrräder oder sperrige Sportausrüstung ist. Memory-Foam-Matratzen sind serienmäßig enthalten.
Der Karys 6.3 ist klassischer gestaltet. Seine zwei Längseinzelbetten lassen sich zu einer großen Liegefläche verbinden und die Bettböden können hochgeklappt werden. Wer Fahrräder oder andere große Gegenstände transportiert, gewinnt so während der Fahrt zusätzlichen Stauraum im Heck. Darüber spannt sich ein U-förmiger Hängeschrank. Einzelbetten und eine flexible Garage schließen sich also nicht aus.
Am konsequentesten geht Mobilvetta das Thema beim Karys 6.5 an. Hier thront ein elektrisch höhenverstellbares Längsdoppelbett über der variablen Maxi-Garage. Oben misst die Liegefläche 188 bzw. 178 x 165 Zentimeter, in der unteren Position wächst sie auf bis zu 190 Zentimeter Breite. Kurz gesagt: mehr Laderaum oder mehr Bett, nachts Schlafzimmer und tagsüber Fahrradgarage.
Dieses Prinzip passt perfekt zu einem Trend, der bei neuen Campervans immer häufiger zu sehen ist. Elektrisch verstellbare Heckbetten dienen nicht mehr nur dazu, irgendwo noch einen Schlafplatz zu schaffen. Stattdessen wird der Stauraum damit wirklich variabel: Fahrräder rein, Bett hoch; am Stellplatz Gepäck raus, Bett runter.
Auch im restlichen Innenraum versucht Mobilvetta, jeden Zentimeter mitzunehmen. So hängt der Dinetten-Tisch an der Wand und kommt ohne klassisches Tischbein aus. Seine Erweiterung lässt sich separat nutzen, während der Tisch bei Bedarf in einer großen Bodenluke verschwindet. Daneben befindet sich das Bad mit schwenkbarer Wand, sodass Dusche und Waschbereich nicht dauerhaft mehr Fläche beanspruchen als nötig.
Die Küche hat eine Arbeitsplatte aus Acrylstein, zwei Kochstellen und eine ausziehbare Erweiterung. Serienmäßig gibt es einen 84-Liter-Kompressorkühlschrank. Wer mehr Kühlraum braucht, kann auf einen 138-Liter-Kompressorkühlschrank aufrüsten.
Überhaupt fällt die Grundausstattung nicht gerade karg aus. 200-Watt-Solarpanel, 100-Ah-Lithium-Batterie, Truma Combi 4 Diesel, Truma iNetX samt App, Rückfahrkamera, 9-Zoll-Radio, Markise, Fliegengitter und elektrische Trittstufe sind bereits dabei. In der Heckgarage warten außerdem eine 230-Volt-Steckdose und ein Anschluss für eine externe Warm- und Kaltwasserdusche.
Spannender als die üblichen Ducato-Ausstattungspakete sind einige Optionen für den Aufbau. Neben dem größeren Kühlschrank lässt sich der Karys mit einem schwarzen Aufstelldach mit einem 700 x 500 Millimeter großen Midi-Heki bestellen. Dazu kommen ein Open-Sky-Panoramadach und bei 6.3 und 6.5 auf Wunsch ein zusätzliches Fenster auf der rechten Heckseite.
Wer mit dem italienischen Camper nicht nur Richtung Adria, sondern vielleicht auch im Winter nach Skandinavien möchte, kann zum Arctic-Paket greifen. Es kombiniert eine Truma Combi 6 Diesel + Elektro mit Thermomatten innen und außen, einem isolierten und elektrisch beheizten Abwassertank, isolierten Abwasserleitungen sowie Vorhängen für Dinette und Heck. Das Media-Paket ergänzt WLAN-Router und 24-Zoll-Smart-TV samt Halterung.
Preislich startet der Mobilvetta Karys 6.5 bei rund 67.000 Euro. Dass man dafür aber nicht zwingend beim Basismodell bleiben muss, zeigt ein erstes Händlerangebot: Dort steht ein bereits mit Extras ausgestatteter 6.5 für 72.589 Euro. Solar, Lithium-Batterie und einige andere Nettigkeiten sind beim Karys ohnehin schon serienmäßig an Bord.
Seine Premiere feiert der neue Karys auf dem Caravan Salon Düsseldorf vom 28. August bis 6. September 2026. Dort lässt sich dann auch überprüfen, wie gut das helle Interieur in natura funktioniert und wie viel Fahrrad tatsächlich unter die elektrisch verstellbaren Betten von 5.1 und 6.5 passt.
Einfach wird es der neue Italiener jedenfalls nicht haben. Mit dem überarbeiteten Adria Twin wartet ein etablierter Gegner, während der Sunlight Cliff 602 X ebenfalls mit einem ungewöhnlich variablen Heck aufwartet. Und wer speziell nach einem elektrischen Bett samt großer Fahrradgarage sucht, findet mit dem Malibu relax 640 LE XR bereits den nächsten Kandidaten.
Auch interessant
Adria Matrix & Coral (2027): Mehr Komfort ohne teure Extras
Citroën e-C3 Van (2026): Malocher mit Software-Macken im Test
Adria Compact (2027): Schmal geblieben und jetzt noch besser
Geely Starray EM-i (2026) im Test: Nochn Gesicht
Karmann Davis (2026): Trendstyle und Lifestyle bekommen mehr Platz
40 Jahre Jaguar XJ40 (1986-1994): Im Zeichen der 40
Adria Twin (2026): Kult-Campervan komplett neu