Audi-Fünfzylinder lebt doch weiter: Aber leider nicht bei uns
Eine Unternehmenssprecherin hat bestätigt, dass der 2,5-Liter-Motor für nichteuropäische Märkte weiterhin produziert wird
Mercedes hat sich in Europa zuletzt vom V12 verabschiedet – und nun bereitet auch Rivale Audi das Ende eines ikonischen Antriebs vor. In Ingolstadt soll die Produktion des Reihen-Fünfzylinders für die europäischen Märkte bis Mitte 2027 auslaufen. Ähnlich wie beim Zwölfzylinder aus Stuttgart wird der Fünfzylinder allerdings außerhalb Europas weiterleben.
In einer Stellungnahme gegenüber Motor1 bestätigte A3-Baureihensprecherin Julia Winkler, dass der RS3 nicht komplett verschwindet. Zwar muss die Premiummarke dem 2,5-Liter-TFSI in Europa wegen der kommenden Euro-7-Abgasvorschriften den Stecker ziehen, doch in außereuropäischen Märkten soll der Hochleistungs-Kompakte über Mitte nächsten Jahres hinaus weiter angeboten werden.
Der Audi RS 3 steht damit zwar bereits mit einem Fuß im Grab, doch für europäische Käufer bleibt noch ein ordentliches Zeitfenster, um das Modell zu bestellen, bevor es endgültig verschwindet. Eine Anpassung des Motors an die strengeren Vorgaben wäre zwar technisch möglich, Audi will das Aggregat aber nicht Euro-7-fit machen – der erwartete Aufwand stünde laut Einschätzung nicht im Verhältnis zum wirtschaftlichen Nutzen. RS 3 Sportback und Limousine sind nach dem Aus von RS Q3, RS Q3 Sportback, TT RS Coupé und TT RS Roadster die letzten Modelle, die diesen Motor noch nutzen.
Die Fünfzylinder-Historie der Marke reicht ein halbes Jahrhundert zurück – bis zum Audi 100 von 1976. So schade das ist: Unter den in Europa zunehmend strengeren Regularien ist das der Lauf der Dinge. Ein weiterer aktueller Einschnitt im Premiumsegment ist BMWs V8: Der biturboaufgeladene 4,4-Liter musste im M5 und im XM zur Einhaltung von Euro 7 in der Leistung eingefangen werden.
Auch die Volumenhersteller bleiben von schärferen Vorschriften nicht verschont. Mazda strich den 2,0-Liter beim MX-5 bereits vor einigen Jahren, während Honda den Civic Type R "gemäß europäischer Gesetzgebung" komplett auslaufen ließ. Mit Euro 7 vor der Tür und der EU-Vorgabe, die Flottenemissionen bis 2035 um 90 Prozent gegenüber dem Niveau von 2021 zu senken, dürfte sich die Lage weiter zuspitzen.
In einem Kommentar hatte ich im vergangenen Jahr das schleichende Verschwinden fahraktiver Autos beklagt und darauf hingewiesen, dass andere EU-Vorschriften bereits mehrere Modelle zu Fall gebracht haben. So verabschiedeten sich Porsche Cayman und Boxster Mitte 2024 vom europäischen Markt, weil sie neue Cybersecurity-Vorgaben nicht erfüllten. Im Mainstream-Segment traf es Toyota GR 86 und Subaru BRZ ebenso.
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