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Motor1 Numbers: Hersteller, die durch China gefährdet sind
Fiat und Ford, aber auch japanische Marken, könnten am stärksten unter der nach Europa kommenden Welle chinesischer Autos leiden ...


Von: Juan Felipe Munoz
Übersetzt und bearbeitet von: Manuel Lehbrink
1. Dez. 2022 um 10:32 Uhr
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Chinesische Automobilhersteller sind hungrig. Bislang haben sie den riesigen lokalen Markt genutzt, um ihr Wachstum zu beschleunigen. Mit 25 bis 28 Millionen Fahrzeugen pro Jahr ist China nicht nur der größte Automarkt der Welt, sondern auch eine wichtige Quelle für Volumen und Wachstum. Ein Marktanteil von einem Prozent bedeutet 250.000 bis 280.000 Einheiten pro Jahr, was im Vergleich zu den Zahlen in Europa und den USA nicht schlecht ist.
Die erste Phase der "Made in China"-Expansion ist abgeschlossen. Jetzt ist es an der Zeit, die globalen Märkte zu erobern. Weg von den nationalen Grenzen. Chinesische Autos sind attraktiver und effizienter geworden und erfüllen höhere Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Sie sind nun bereit, in die weite Welt geschickt zu werden.

Viele Elemente sprechen für sie. Sie können auf die starke Unterstützung der chinesischen Regierung zählen. Gleichzeitig können sie dank des großen Inlandsmarkts ein ausreichendes Produktionsniveau aufrechterhalten, um die Kosten zu senken, und sie sind ihren westlichen Konkurrenten bei der Elektrifizierung auf allen Ebenen und in jedem Segment voraus.
Europa im Fadenkreuz
Von den 1,1 Millionen Autos, die im vergangenen Jahr in China produziert und außerhalb des Landes verkauft wurden, entfielen 355.000 Einheiten auf Lateinamerika, den größten Markt jenseits der großen Mauer. Auf Europa, das an zweiter Stelle steht, entfielen 22 % der Auslandsverkäufe, gefolgt vom Nahen Osten, wo 156.000 Einheiten registriert wurden. Im Jahr 2021 entfielen 58 % der chinesischen Autoexporte auf die Entwicklungsländer.
China weiß jedoch, dass seine globale Dominanz nicht ohne eine bessere Präsenz auf den entwickelten Märkten, insbesondere in Europa, den USA, Japan und Korea, möglich ist. Die beiden letztgenannten Länder haben eher geschützte Märkte. Die USA haben immer noch geopolitische und handelspolitische Probleme mit China. Daher wird Europa das nächste Ziel für chinesische Autos.
Wer wird leiden?
Dass immer mehr chinesische Autos in Europa angeboten werden, mag die Verbraucher erfreuen, wird aber für einige lokale Hersteller zu einem Problem werden. Autohersteller, die weniger Produkte anbieten und im Rennen um die Elektrifizierung noch hinterherhinken, sind der Ankunft der Chinesen am stärksten ausgesetzt.

Fiat zum Beispiel ist ziemlich verwundbar. Die Marke ist stark von Italien abhängig (47 % der Fahrzeugzulassungen erfolgten zwischen Januar und Oktober 2022 in Italien). Die Produktpalette ist sehr klein (nur vier Modelle, ohne die beiden Lieferwagen). Fiat bietet nur ein Elektroauto, den 500e, und einen Geländewagen, den 500X, an.
Ford ist ein weiteres potenzielles Opfer. Das Unternehmen hat soeben seinen Rückzug aus dem B-Segment angekündigt, das zwar nicht mehr so beliebt ist wie früher, aber immer noch eine wichtige Absatzquelle darstellt. Der Focus wird vorerst das einzige Auto bleiben, das nach der Ausmusterung des Mondeo und des Fiesta erhältlich ist. Der Puma und der Kuga sind beliebte SUVs, aber keiner von ihnen ist vollständig elektrifiziert.
Auch unter den japanischen Marken gibt es Fälle, die zu berücksichtigen sind. Mitsubishi beispielsweise hat derzeit zwei Modelle in Europa im Angebot, von denen keines vollelektrisch ist. Die Marke verkaufte in den ersten 10 Monaten dieses Jahres nur 43.000 Einheiten. Selbst im Falle von Honda ist das Angebot eher begrenzt (fünf Modelle). Und das einzige elektrische Modell, der Honda e, kämpft ums Überleben.

Was haben diese Marken gemeinsam? Sie gehören alle zum Mainstream-Segment, einem der wettbewerbsintensivsten und am wenigsten rentablen in Europa. Aufgrund des begrenzten Angebots haben sie Mühe, ihren Marktanteil zu halten. Folglich dürften sie unter den ersten sein, die die Auswirkungen der chinesischen Invasion zu spüren bekommen.
Zahlen, Zahlen, Zahlen:
Motor1 Numbers: Rekord-Marktanteil für E-Autos in USA und Europa
Motor1 Numbers: Wenn das Gewicht zur Herausforderung wird
Motor1 Numbers: Premium vs. Mainstream – der Preisunterschied
Motor1 Numbers: E-Auto-Nachfrage in verschiedenen Geschwindigkeiten
Der Autor des Artikels, Juan Felipe Munoz, ist Spezialist für die Automobilindustrie bei JATO Dynamics.
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