Nach fast 30 Jahren verschwindet dann ein berühmter Name

Er mag auf viele durchschnittlich wirken, doch der Ford Mondeo hat es zu gewisser Berühmtheit gebracht: James Bond fuhr einen in "Casino Royale" von 2006 und Tony Blair buhlte im Wahlkampf 1997 um die Gunst des "Mondeo Man" aus der Mittelschicht. (Eigentlich "Sierra Man", doch seine Berater wiesen ihn darauf hin, dass der Sierra schon 1993 vom Mondeo abgelöst worden war.)

Doch bald schlägt für den Mondeo das letzte Glöcklein, nachdem der baugleiche Ford Fusion bereits auf dem US-Markt eingestellt worden war. Generell hat es die klassische Mittelklasse immer schwerer, wie auch Ford Europa freimütig zugibt. 

So heißt es dort: Auf dem Weg in eine vollelektrische Pkw-Zukunft ändern sich auch die Vorlieben der europäischen Verbraucher weiter. Im Jahr 2020 waren 39 Prozent der Pkw-Verkäufe von Ford SUVs und Crossover - ein Anstieg um acht Prozentpunkte gegenüber 2019. Darüber hinaus zeigen die Kunden mehr Vertrauen in Elektrifizierungs-Technologien, wobei mehr als 50 Prozent der Kuga-Besitzer einen Kuga PHEV kaufen.

Ford Kuga ST-Line X Plug-In Hybrid (2020) On Location
Ford Kuga ST-Line X Plug-In Hybrid (2020)

Als Folge dieser zunehmenden Veränderung der Kundenpräferenz wird Ford den Mondeo Ende März 2022 auslaufen lassen. bereits seit 2020 gibt es den Mondeo nicht mehr als reinen Benziner. Die anderen großen Crossover- und Mehrzweckfahrzeuge von Ford - der siebensitzige Ford Galaxy und der Ford S-MAX - werden weiterhin produziert, wobei von beiden kürzlich Vollhybrid-Versionen auf den Markt kamen.

Einen neuen Mondeo im konservativen Sinne gibt es also nicht mehr. Dennoch wird das Segment wohl wieder besetzt, aber anders: Eine Art SUV-Kombi-Crossover mit dem Projektnamen Evos sortiert sich ab 2022 im Modellprogramm oberhalb des Kuga ein und ersetzt möglicherweise den seit 2016 angebotenen Edge, der über 4,80 Meter lang ist.

Natürlich ist die allgemeine Zukunft bei Ford elektrisch. Man hat heute bekannt gegeben, dass das Unternehmen weiter in eine elektrifizierte Zukunft seines Werks in Valencia, Spanien, investiert. Dazu gehören der neue 2,5-Liter-Duratec-Hybridmotor, der ab Ende 2022 im Motorenwerk gebaut wird, sowie eine erhöhte Montagekapazität für Batteriepakete.

Ab Ende 2022 wird das Motorenwerk in Valencia den 2,5-Liter-Duratec-Hybridmotor für Europa bauen, der den Kuga PHEV sowie die Modelle Kuga, Galaxy und S-MAX Full Hybrid antreibt. 

Der 2,5-Liter-Duratec-Hybridmotor - der derzeit im mexikanischen Ford-Motorenwerk Chihuahua gebaut wird - wird in Valencia neben den 2,0-Liter- und 2,3-Liter-EcoBoost-Benzinmotoren gefertigt, für die weiterhin eine starke Nachfrage besteht.

Ford bestätigte außerdem zusätzliche 5,2 Millionen Euro, um die Kapazität für die Montage von Batteriepaketen in Valencia zu erhöhen, nachdem im Januar 2020 eine erste Investition in Höhe von 24 Millionen Euro angekündigt wurde und das Werk im September letzten Jahres den Betrieb aufgenommen hat. Die zusätzlichen Kapazitäten werden benötigt, um die steigende Nachfrage nach der aktuellen und zukünftigen Produktion von elektrifizierten Fahrzeugen zu decken.

Schon Anfang dieses Jahres gab Ford bekannt, dass es weltweit mindestens 22 Milliarden Dollar in die Elektrifizierung investiert - fast das Doppelte der bisherigen Investitionspläne des Unternehmens für Elektrofahrzeuge - und dass es 1 Milliarde Dollar in die Errichtung des Ford Cologne Electrification Center in Deutschland für die Herstellung von Elektrofahrzeugen investiert, die erste derartige Einrichtung des Unternehmens in Europa.

Das erste vollelektrische Serienfahrzeug von Ford in Europa wird im Jahr 2023 in der Anlage gebaut werden, wobei das Potenzial für ein zweites vollelektrisches Fahrzeug in Betracht gezogen wird.

Bis Mitte 2026 werden 100 Prozent des Ford-Pkw-Angebots in Europa emissionsfrei, rein elektrisch oder mit Plug-in-Hybridantrieb sein, und bis 2030 wird das Angebot auf vollelektrische Fahrzeuge erweitert.

Der 1993 eingeführte Mondeo war das erste Ford-Fahrzeug, das als "globales" Auto angepriesen wurde und eine Reihe von Ford-Modellen auf der ganzen Welt zusammenführen sollte. Seit seiner Einführung in Europa, wo er den Ford Sierra ersetzte, wurde der Mondeo bis heute rund fünf Millionen Mal verkauft.

Ford ist fest entschlossen, sein Pkw-Portfolio in Europa weiterzuentwickeln und seine Position mit Fahrzeugen wie dem Kuga, Puma und Explorer PHEV zu stärken. Das Unternehmen führt neue Marken in Europa ein, wobei der vollelektrische Mustang Mach-E gerade erst auf den Markt gekommen ist - einschließlich des Mustang Mach-E GT, der später in diesem Jahr auf den Markt kommt.

Bildergalerie: Ford Mondeo Facelift 2019