Innen wie ein I-Pace, aber kein V6 mehr

Kürzlich erwischte Erlkönige hatten es bereits angekündigt, jetzt haben wir auch Gewissheit: Das Facelift des Jaguar XE (2020) ist da. Bisher flog der Mittelklasse-Sportler nicht nur hierzulande stark unter dem Radar. Am Fahrverhalten lag es sicher nicht. Eher schon am etwas uninspirierten Interieur. Die Modellpflege dürfte hier nun Abhilfe schaffen.

Optisch wirkt die Limousine vorne durch schmalere LED-Scheinwerfer, größere Lufteinlässe und einen flacheren breiteren Grill ... nun ja ... flacher und breiter. Am Heck fallen die ebenfalls schmaleren LED-Rückleuchten und ein geänderter Stoßfänger auf. Insgesamt sind die Neuerungen am Exterieur subtil, aber bemerkbar.  

Ganz anders verhält es sich dagegen im Innenraum des überarbeiteten XE. An den eher lausigen Platzverhältnissen im Fond kann natürlich auch ein Facelift nichts ändern. An Haptik, Technik und Bedienung in Reihe eins aber auf jeden Fall. Aus dem Sportwagen F-Type übernimmt der XE den SportShift-Gangwahlhebel sowie den Fahrmodus-Schalter. Das neue Lenkrad und das digitale Instrumentendisplay kommen vom Elektroauto I-Pace. Genauso wie das neue Touch Pro Duo-Infotainmentsystem, das einen 10-Zoll-Bildschirm für Navi, Medien und Co. sowie einen weiteren 5,5-Zoll-Screen für Klima- und Sitzsteuerung bereithält.

2020 Jaguar XE
2020 Jaguar XE

Mehr Ablagen und bessere (Soft-Touch-) Materialien sollen das Qualitätsgefühl im Interieur steigern. Außerdem gibt es nun eine kabellose Ladestation für Mobiltelefone. Das vermutlich coolste neue Gimmick ist eine Premiere in der Mittelklasse und hängt von der Decke: Womöglich ist Ihnen beim Betrachten der Bilder aufgefallen, dass der Innenspiegel etwas seltsam aussieht. Das liegt daran, dass er kein Spiegel mehr ist. Der XE nutzt nun die sogenannte ClearSight-SmartView-Technologie. Hier werden die Bilder mit Hilfe einer Weitwinkelkamera auf dem Dach auf ein in den Rück"spiegel" integriertes HD-Display
übertragen. Selbst wenn also ein unglaublich großer Mensch hinter Ihnen sitzt oder Ihre Heckscheibe fürchterlich dreckig ist, haben Sie freie Sicht nach hinten.

Unter der gelifteten Hülle des Jaguar XE befinden sich bekannte Motoren. Allerdings gibt es nun weniger als bisher. Etwas schade für alle Freunde der klassischen Sportlimousine: Der großartige XE S mit dem 380-PS-Kompressor-V6 kommt nicht zurück. Topmodell ist künftig der Zweiliter-Vierzylinder mit 300 PS und serienmäßigem Allradantrieb. Er beschleunigt den XE in 5,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Darunter rangiert ein weiterer 2,0-Liter-Vierzylinder mit 250 PS und Heckantrieb. Diesel-Fans bietet sich künftig als einzige Option der 2,0-Liter-Selbstzünder mit 180 PS und 430 Nm, der optional auch alle vier Räder antreibt. Eine Achtgang-Automatik ist bei allen XE Serie.

Apropos: Die Serienausstattung ist nun grundsätzlich ziemlich üppig. Immer an Bord sind unter anderem 18 Zoll-Alus, elektrisch verstellbare Ledersitze, Voll-LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten, vordere und hintere Einparkhilfen, eine Rückfahrkamera und ein Spurhalteassistent mit Aufmerksamkeitsassistent.

Marktstart für das Facelift des Jaguar XE ist im Juni 2019. Die Preise starten bei 43.690 Euro für den XE D180.  

Bildergalerie: Jaguar XE 2020