Wie viel verbraucht der starke Dreizylinder-Turbo mit Automatik im realen Straßenverkehr?

In dieser von SUVs dominierten Zeit spielen Autos wie der Peugeot 2008 eine wichtige Rolle. Die erste Generation ist gerade erst in den Ruhestand gegangen, der neue 2008 startete gerade erst. Die moderne und originelle Optik, die sowohl vom größeren 3008 als auch vom neuen 208 inspiriert ist, gehört zu den offensichtlichen Qualitäten dieses Kleinwagen-SUVs, aber was uns hier interessiert, ist sein Verbrauch.

Wir verlängern die Liste der Autos, die wir unserem Verbrauchstest im realen Straßenverkehr unterzogen haben, um den den neuen Peugeot 2008 mit dem Topbenziner mit 155 PS. Getestet haben wir also den 1.2 PureTech 155. Der Turbobenziner mit drei Zylindern wird serienmäßig mit einer Achtgang-Automatik kombiniert. Das Ergebnis waren 5,00 Liter/100 Kilometer, was derzeit deutschen Spritpreisen von 6,15 Euro/100 km entspricht. Das Resultat ist zufriedenstellend und liegt auf dem Niveau der Konkurrenz.

Wenn man sich unser Ranking aller bisherigen Testergebnisse ansieht, ist ein Verbrauch von rund fünf Liter fast schon ein Klassiker für kleine Benziner-SUVs. Genau auf Augenhöhe mit dem Peugeot stehen der Hyundai Kona 1.0 T-GDI (ebenfalls 5,00 Liter/100 km) und überraschenderweise auch der größere Opel Grandland X 1.2 130 PS (genauso 5,00 Liter/100 km). Nicht weit entfernt liegen der Audi Q2 1.4 TFSI S tronic (5,03 Liter), der Seat Ateca 1.0 TSI (5,05 Liter), der Mazda CX-30 180 PS Skyactiv-X M Hybrid (5,10 Liter) und der Skoda Karoq 1.5 TSI DSG (5,25 Liter).

Weniger verbrauchen jedoch der Seat Arona 1.0 TSI DSG mit 115 PS (4,95 Liter), der Ford Puma 1.0 Ecoboost Hybrid mit 155 PS (4,80 Liter), der Renault Captur TCe 130 EDC (4,70 Liter) und der VW T-Cross 1.0 TSI mit 95 PS (4,30 Liter), der nach wie vor der Sparsamste dieser Kategorie ist.

Nuova Peugeot 2008

Der Peugeot 2008 PureTech 155 EAT8 verbraucht also für ein kleines SUV mit Frontantrieb nicht zu viel. Die einzige Gelegenheit, bei der der Spritverbrauch wirklich ansteigt, ist beim Fahren im dichten Verkehr Roms, wo das Auto durchschnittlich 11 Liter/100 km benötigt.

Peugeot 2008 (2020)

Etwas besser geht es auf der Autobahn (7,0 Liter/100 km), während die gemischte Nutzung in der Stadt und außerhalb der Stadt zu einem Durchschnittsverbrauch von 7,2 Liter/100 km führt. Bei den Tests am Limit bringt der neue 2008 mit 155 PS bei extrem sparsamer Fahrweise (mit konstantem, gemäßigtem Tempo) einen Verbrauchswert von 4,4 Liter/100 km. Maximal kamen wir auf wahrhaft stattliche 29 Liter/100 km. Am Ende des Testzeitraums, in dem wir über 800 Kilometer zurücklegten, zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 6,1 Liter/100 km an.

Daten

Fahrzeug: Peugeot 2008 1.2 PureTech 155 EAT8
Testdatum: 6. März 2020
Wetter (bei Abfahrt/Ankunft): heiter, 17 Grad / heiter, 6 Grad
Insgesamt gefahren: 862 km
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 82 km/h
Reifen: Michelin Primacy 4 - 215/55 R18

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 4,8 Liter/100 km
An der Zapfsäule ermittelter Verbrauch: 5,2 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 5,00 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 1,23 Euro/Liter (Super E10)
Kraftstoffkosten:6,15 Euro/100 km

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, nennt er Ihnen wahrscheinlich einen Wert, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht hat er den Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder er hat seine Tankrechnungen aufbewahrt und sich daraus einen Verbrauch errechnet. Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna). Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr. Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung). Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 30 Cent pro kWh (gerundeter Durchschnittspreis für 1 kWh Haushaltsstrom in Deutschland laut BDEW, Stand 7/2019). Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.

Bildergalerie: Peugeot 2008 (2019)