Peugeot E-208 GTi (2026) : Der König der Löwen im Test
Der Bruder des Opel Corsa GSE punktet mit spaßigen Fahrleistungen, schockt aber kurz mit hohem Anschaffungspreis und seinem Verbrauch
Im Zeichentrickklassiker "Der König der Löwen" singt Elton John vom ewigen Kreis des Lebens. Jeder alte Herrscher muss weichen. Genau das passiert jetzt bei einem Kompaktsportler. Der neue Peugeot E-208 GTi setzt sich an die Spitze der französischen Nahrungskette.
Doch liefert der Stromer neben purem Fahrspaß auch das nötige Paket aus starker Batterie, einer alltagstauglichen Reichweite und einem fairen Preis? Denn auf dem Papier macht Raubkatze macht auf einiges her. Der Peugeot E-208 GTi sprintet in fixen 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Verantwortlich dafür ist der Antrieb aus dem gut gefüllten Stellantis-Regal, der hier die Vorderachse mit satten 207 kW (281 PS) und 345 Nm befeuert.
Das macht ihn zum absoluten Alphatier in seiner Klasse. Energie liefert eine 54-kWh-Batterie, die unterm Strich netto 51 kWh bereithält. Laut Datenblatt bietet das Setup eine Reichweite von 374 Kilometern. Aber wer den Flitzer artgerecht bewegt, wird schnell merken, dass es sich hierbei eher um einen sehr theoretischen Wert handelt, der im Alltag kräftig schmilzt.
Auf unseren kurvigen Landstraßen in Schottland kamen wir auf einen handfesten Verbrauch von 20,04 kWh auf 100 Kilometer. Für den täglichen Weg zur Arbeit reicht das völlig, aber für ausgedehnte Roadtrips verlangt der Löwe Zugeständnisse. Geladen wird nämlich mit maximal 100 kW. Das bedeutet 27 Minuten für die Ladung von 20 auf 80 Prozent. Schade, denn rein fahrerisch ist der kleine Stromer ein absolutes Brett. Drückt man das rechte Pedal durch, stürmt der Franzose ungestüm und wunderbar direkt in Richtung Horizont.
Breite Schultern und tiefes Fahrwerk
Optisch zeigt das Modell sofort, wer hier das Revier markiert. Die Karosserie liegt 25 Millimeter tiefer auf dem Asphalt, während die Spur massiv wächst. Das sorgt auf den 18-Zoll-Rädern für einen richtig bulligen Stand. Rote Akzente und 4-Kolben-Festsattel-Bremsen vorne machen den aggressiven Look komplett. Drinnen setzt sich das Spektakel fort: Rote Teppiche zitieren den legendären 205 GTi. Die extrem eng geschnittenen Sportsitze halten einen in Kurven eisern fest, erfordern beim Einsteigen aber eine gewisse Gelenkigkeit und unterstützen nicht jede Körperform. Peugeot-typisch bleibt das kleine Lenkrad leider ein echter Kompromiss.
Wer das Lenkrad so einstellt, dass er die Instrumente gut sieht, sitzt ergonomisch oft ziemlich ungünstig. Das Kofferraumvolumen von 309 bis 1.118 Litern reicht dafür locker für den Wocheneinkauf. Auf feuchtem Untergrund bietet das Fahrwerk erstaunlich viel Grip und zirkelt den Wagen präzise durch jeden Scheitelpunkt. Die Lenkung liefert sauberes Feedback, ohne dabei im Alltag zu nerven. Trotz der sportlichen Ausrichtung bleibt noch etwas Restkomfort für schlechte Straßen erhalten. Peugeot gelingt hier wirklich ein gelungener Spagat zwischen Spaß und Alltag.
Ein teurer Spaß
Der größte Haken an der Sache? Mindestens 44.900 Euro ruft Peugeot für den kleinen Hot Hatch auf. Das ist eine ziemliche Ansage. Besonders wenn man bedenkt, dass konzerninterne Konkurrenten wie der Opel Corsa GSE bereits bei 39.900 Euro in der Preisliste stehen.
Ausstattungsbereinigt wird die Luft für den Franzosen jedoch ein wenig besser. Wer aber echtes Interesse an dieser kompakten Westentaschenrakete hat, sollte sich weniger den Kaufpreis anschauen und lieber die Leasing-Angebote prüfen. Ab 275 Euro im Monat wird der wilde Ritt direkt über Peugeot nämlich plötzlich wieder attraktiv.
Den ausführlichen Testbericht mit allen Eindrücken und Bildern finden Sie auf InsideEVs.de.
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