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VW wollte elektrischen Bugatti Tourbillon: Rimac plädierte für V16

Bugattis früherer Eigentümer plante eigentlich mit einen elektrischen Nachfolger des Chiron

Bugatti Tourbillon in Japan und Singapur

Bild von: Bugatti

Von: Adrian Padeanu

Übersetzt von: Benja Hiller

Veröffentlicht von: Benja Hiller

23. Okt. um 09:20 Uhr

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Der VW-Konzern hatte für den Nachfolger des Bugatti Chiron eigentlich einen vollelektrischen Antrieb eingeplant. Mate Rimac setzte sich jedoch für einen anderen Ansatz ein: eine komplette Neuentwicklung mit einem V16-Saugmotor als Herzstück eines Hybridantriebs. Mit seinen Erfahrungen des Nevera war er überzeugt davon, dass die Nachfrage nach extrem teuren elektrischen Hypercars zu begrenzt sei.

Als Rimac 2021 gemeinsam mit Porsche die Kontrolle über Bugatti übernahm, trieb der VW-Konzern nach dem chaotischen und enorm kostspieligen Dieselskandal die Elektrifizierung mit Nachdruck voran. Theoretisch hätte ein elektrisches Hypercar zu dieser Strategie gepasst und der französischen Marke zugleich ermöglicht, von Rimacs Know-how bei leistungsstarken Elektroantrieben zu profitieren.

Rimac hatte jedoch kein Interesse am einfachen Weg. Wie er in einem Interview mit Automotive News Europe erklärte, wäre die schnellste und kostengünstigste Lösung gewesen, dem Nevera ein Bugatti-Emblem zu verpassen. Stattdessen wollte er ein völlig eigenständiges Produkt schaffen, das den Kunden etwas bietet, was sie von seiner eigenen Elektro-Hypercar-Marke nicht bekommen können.

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V16-Motor des Bugatti Tourbillon

Foto: Bugatti

16 Zylinder statt vier Elektromotoren

"Als wir mit VW über unsere Beteiligung an Bugatti und die Zukunft von Bugatti zu sprechen begannen, drängte man mich, den nächsten Bugatti zu elektrisieren. Ich hatte mit dem Nevera bereits eine Elektroauto-Plattform, die Allradantrieb, eine Höchstgeschwindigkeit von 400 km/h und den Komfort eines Cruisers bot, mit dem man lange Strecken fahren konnte.

Auf dem Papier hätte das ein Bugatti sein können [auf der Plattform des Nevera], oder? Außerdem wäre es viel einfacher gewesen, als ein komplett neues Auto mit einem neuen Verbrennungsmotor zu entwickeln. Genau das habe ich am Ende aber mit dem Tourbillon gemacht. Denn auf Basis des Marktfeedbacks zum Nevera wurde mir klar, dass sich der Markt in eine andere Richtung bewegte. Dank des Nevera haben wir das sehr früh erkannt und uns entschieden, den Tourbillon als V16-Plug-in-Hybrid zu bauen. Das war absolut die richtige Entscheidung."

Die vergleichsweise schleppenden Verkäufe des Nevera bestärkten ihn in dieser Überzeugung. Obwohl das 1.408 kW starke Elektroauto zeigte, was elektrische Performance leisten kann, suchten wohlhabende Kunden nicht zwangsläufig nach einem weiteren batteriebetriebenen Fahrzeug – ganz gleich, wie schnell es war. Mate Rimac verriet kürzlich auf Instagram, dass trotz einer geplanten Produktion von 150 Einheiten erst 71 Nevera verkauft wurden.

 

Sein Entschluss, den Verbrennungsmotor im nächsten Hypercar aus Molsheim zu bewahren, ebnete den Weg für den von Cosworth mitentwickelten Tourbillon und gab Bugatti eine klare Abgrenzung zu Rimac Automobili. Während der Nevera die extreme Leistungsfähigkeit eines vollelektrischen Antriebs demonstriert, kombiniert der Tourbillon Elektrifizierung mit Klang, Charakter und mechanischem Drama eines Sechzehnzylinders.

V16-Motor des Bugatti Tourbillon

Heck des Bugatti Tourbillon

Foto: Bugatti

Die Superreichen wollen weiterhin Verbrenner

Für diese Kundschaft zählen Exklusivität und emotionale Anziehungskraft ebenso sehr wie reine Fahrleistungen. Ein batterieelektrisches Hypercar kann atemberaubende Beschleunigung liefern, doch ein eigens entwickelter V16 bietet eine andere Art von Erlebnis.

Der VW-Konzern mag für Bugatti eine elektrische Zukunft vorgesehen haben, Rimac entschied sich jedoch für einen anderen Weg. Statt den Nevera in ein Elektroauto mit französischem Markenemblem zu verwandeln, entwickelte er ein neues Flaggschiff, das den Verbrennungsmotor am Leben hält und die Elektrifizierung nach eigenen Regeln nutzt.

Diese Strategie scheint aufzugehen: Alle 250 Tourbillon sind bereits vergeben. Bugatti Rimac entwickelte das Hypercar laut Rimac ohne Beteiligung von VW oder Porsche. Porsche beendete sein Engagement kürzlich vollständig und verkaufte Anfang September die restlichen Anteile an Bugatti Rimac und die Rimac Group.

Damit endet eine Ära, die unter Ferdinand Piëch begann. Rimac sieht für Bugatti dennoch eine vielversprechende Zukunft:

"Wir haben so viele großartige Bugattis im Produktportfolio geplant. Wir wissen, was wir in den nächsten zehn Jahren auf den Markt bringen wollen. Ich bin unglaublich gespannt. Ich kann es kaum erwarten, der Welt das zu zeigen, denn was wir tun, ist außergewöhnlich. Es ist Kunst auf vier Rädern. Mit der Unabhängigkeit, die wir jetzt haben, und der Freiheit, die ich bei der Führung des Unternehmens habe, glaube ich, dass es für die Autoindustrie und Enthusiasten auf der ganzen Welt sehr bereichernd sein wird, diese Autos zu sehen."

Bugatti Tourbillon

Bugatti Tourbillon

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Bugatti Tourbillon Bugatti Tourbillon Bugatti Tourbillon Bugatti Tourbillon Bugatti Tourbillon Bugatti Tourbillon

Die spannendste Frage ist, wie diese künftigen Bugattis tatsächlich aussehen werden. Wenn Rimac neue Modelle für ein ganzes Jahrzehnt ankündigt, ist schwer vorstellbar, dass jedes davon ein mehrere Millionen Euro teures Hypercar wird. Platz wäre möglicherweise für einen praktischeren Gran Turismo, ein geistiger Nachfolger des fünftürigen Galibier-Liftback.

Damit könnte Bugatti seine Modellpalette verbreitern, ohne die eigene Exklusivität aufzugeben. Was auch immer Rimac plant: Die Aussicht auf ein unabhängigeres Bugatti, das neue Segmente erkundet, ist zweifellos reizvoll.

Auch ohne Bugatti bedient der VW-Konzern weiterhin die Supercar-Kundschaft – mit Lamborghini, den Audi Nuvolari und dem Porsche Mission S Concept, das als festes Modell oberhalb des 911 positioniert werden soll.

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Quelle: Automotive News

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