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Für eine persönlichere Erfahrung

Totem GT Super: Dieser Alfa ist praktisch komplett neu

640 PS, Carbon und Handarbeit statt Nostalgie pur. Dieser Restomod geht deutlich weiter als die meisten

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Bild von: Motor1.com Deutschland

Unterwegs auf dem Mega-Event "The Quali" im Rahmen der Monterey Car Week und schon nach wenigen Metern wird es einem ganz schummerig angesichts der Dichte an unfassbar schönen, seltenen und teuren Autos. Trotzdem gibt es Fahrzeuge, bei denen man automatisch langsamer wird. Der Totem GT Super gehörte definitiv dazu.

Auf den ersten Blick steht da ein wunderschöner Alfa Romeo Giulia GT Bertone. Auf den zweiten Blick wird klar: Eigentlich ist das hier gar kein Alfa mehr. Mir wurde vor Ort sogar erzählt, dass vom Spenderauto nur noch die Türgriffe stammen. Ob das bis zur letzten Schraube stimmt, sei dahingestellt. Glauben kann man es sofort.

Bildergalerie: Totem GT Super no. 32

Denn unter der klassischen Hülle steckt ein komplett neu entwickeltes Auto. Carbon-Monocoque, Carbon-Karosserie, eigenes Fahrwerk, eigener Antrieb, modernes Cockpit. Der Totem GT Super ist kein restaurierter Klassiker und auch kein leicht modernisierter Oldtimer. Er ist ein Supersportwagen im Maßanzug eines Bertone Coupés.

Restomod ist gerade der heiße Scheiß

Kaum ein Trend verändert die Welt der klassischen Sportwagen derzeit so stark wie Restomods. Statt historische Autos originalgetreu zu restaurieren, kombinieren Firmen wie Singer, Kimera, Gunther Werks oder eben Totem ikonisches Design mit aktueller Technik. Das Ergebnis fährt schneller, sicherer und oft deutlich alltagstauglicher als das Original, kostet aber häufig genauso viel wie ein Supersportwagen.

The Quail, A Motorsports Gathering 2026

Dieser wunderschöne Porsche 911 von Gunther Werks hat mit der Basis auch kaum noch etwas zu tun!

Bild von: Motor1.com Deutschland

Totem geht noch einen Schritt weiter als viele andere Restomod-Spezialisten. Zwar dient ein Alfa Romeo Giulia GT Bertone als Ausgangspunkt, doch Chassis, Karosserie, Fahrwerk, Antrieb und Innenraum entstehen praktisch komplett neu. 

Das Ganze mag man nun gut finden oder nicht. Ich persönlich finde solche Restomods sehr anziehend und technisch unglaublich interessant. Ein Redaktionskollege kann diesem Projekt als eingefleischter Alfa-Fan dagegen überhaupt nichts abgewinnen und steht auch dem ganzen Thema sehr skeptisch gegenüber. Die Zielgruppe ist offenbar eher spitz ...

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Bild von: Totem Automobili

Mehr Neuwagen als Oldtimer

Zurück zum Totem: Die Karosserie besteht vollständig aus Carbon und sitzt auf einem eigens entwickelten Kohlefaser-Monocoque. Hinter der Vorderachse arbeitet ein 2,8 Liter großer Biturbo-V6 von Italtecnica mit 640 PS und 655 Nm. Geschaltet wird über ein klassisches Sechsgang-Handschaltgetriebe in Transaxle-Bauweise. Allein diese Kombination dürfte viele Puristen ins Schwärmen bringen.

Der auf The Quail präsentierte “Litorale Brado” ist Fahrzeug Nummer 32 der GT Series und entstand gemeinsam mit seinem kalifornischen Besitzer. Der wollte keinen schrillen Showcar-Auftritt, sondern ein Auto mit Understatement. Deshalb entwickelte Totem eigens den Farbton “Big Sur Green” und kombinierte ihn mit seidenmatten Gunmetal-Elementen. Das wirkt fast unauffällig. Bis man näher kommt.

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Bild von: Totem Automobili

Handarbeit bis ins kleinste Detail

Je länger man sich mit dem Auto beschäftigt, desto verrückter werden die Details. Das Lenkrad besteht aus Wengé- und Ahornholz, weil der Besitzer leidenschaftlicher Hobby-Schreiner ist. Die Lenkstockhebel fertigt Totem aus Carbon und Titan selbst. Sogar einige Schalter sitzen in einer Dachkonsole nach Vorbild der Luftfahrt. Solche Ideen findet man normalerweise eher bei Einzelanfertigungen als in einer Kleinserie.

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Bild von: Motor1.com Deutschland
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Bild von: Totem Automobili
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Bild von: Totem Automobili

Daneben stand noch sein Bruder "no. 27" in einem etwas auffälligerem Hellbraun und extrovertierterer Innenausstattung, genauso schön, genauso edel und sicher auch genauso teuer.

Billig ist dieser Aufwand natürlich nicht. Der GT Super startet mittlerweile bei rund 539.000 Euro vor Steuern. Ein Unikat wie der “Litorale Brado” dürfte wegen seiner zahlreichen Sonderanfertigungen noch einmal deutlich teurer sein. Einen offiziellen Preis nennt Totem allerdings nicht.

Auf The Quail standen Ferraris, Bugattis und etliche Millionen-Dollar-Klassiker. Trotzdem gehörte der Totem zu den Autos, die mich am meisten fasziniert haben. Vielleicht gerade deshalb, weil er keine Kopie der Vergangenheit sein will. Er nimmt eine der schönsten Alfa-Formen aller Zeiten und baut daraus ein Auto, das sich eher wie ein Supersportwagen von 2026 anfühlt als wie ein Oldtimer.