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Für eine persönlichere Erfahrung

Rocket Camper One L (2026): Längsbett auf nur sechs Metern

Der neue Campervan ist nur 5,99 Meter lang, bietet bis zu vier Schlafplätze und schafft mit einem Kniff besonders viel Raum

Rocket One L (2026)
Bild von: Rocket Camper

Sechs Meter Campervan und trotzdem ein richtig großes Längsbett? Rocket Camper versucht mit dem neuen One L genau diesen Spagat. Dafür räumen die Schwaben im Grundriss ziemlich konsequent auf: Das klassische Bad fliegt raus, dafür entstehen ein offener Wohnraum, eine große Liegefläche und ordentlich Platz fürs Gepäck.

Ganz neu ist die Idee kompakter Camper mit komfortabler Schlaflösung natürlich nicht. Der Kompanja Zwei L streckt sich für seine Einzelbetten etwas weiter in die Länge, während der Corigon CV 65 S auf 6,36 Metern ebenfalls Einzelbetten mit variablem Heckstauraum kombiniert. Rocket Camper quetscht sein Konzept dagegen in einen nur 5,99 Meter langen Peugeot Boxer.

Bildergalerie: Rocket One L (2026)

Das funktioniert vor allem deshalb, weil ein ziemlich platzhungriger Bestandteil fehlt. Der One L hat keine feste Nasszelle. Stattdessen konzentriert Rocket Camper Waschbecken, Küche, Toilette und Stauraum in einem zentralen Möbelblock. Eine herausnehmbare Chemietoilette steckt in einem eigenen Auszug, geduscht wird über eine Außendusche auf der Fahrerseite. Wer möchte, kann die Toilette gegen eine Trocken-Trenntoilette tauschen.

Der gewonnene Platz landet vor allem im Heck. Dort wartet eine 1,90 x 1,76 Meter große Liegefläche, die sich mit einem optionalen Topper auf stattliche 2,21 Meter verlängern lässt. Rocket spricht deshalb von einem Längsbett, auch wenn die Konstruktion mit ihren 1,76 Metern Breite eher eine ziemlich großzügige Schlaflandschaft ist.

Bilder von: Rocket Camper
Bilder von: Rocket Camper

Noch wichtiger ist allerdings, was darunter passiert. Der Bettrahmen lässt sich in beide Richtungen hochklappen. Dadurch bleibt die Heckgarage auch vom Innenraum erreichbar und kann gleichzeitig ziemlich flexibel genutzt werden. Laut Rocket Camper beträgt die Laderaumtiefe 1,66 Meter. Fahrräder, Boards, Campingmöbel oder größere Kisten sollten sich damit deutlich entspannter verstauen lassen als unter einem klassischen Querbett.

Klappen die Nutzer Teile des Bettes hoch, entsteht außerdem eine Art Lounge mit Blick durch die geöffneten Türen. Das passt ziemlich gut zum gesamten Ausbau. Statt möglichst viele klassische Reisemobil-Bausteine in sechs Meter Kastenwagen zu stopfen, lässt Rocket Camper bewusst Luft zwischen den Funktionen.

Bilder von: Rocket Camper
Bilder von: Rocket Camper

Serienmäßig ist der One L vor allem als Camper für zwei gedacht. Zwei zusätzliche, herausnehmbare Gurtplätze kosten jeweils 1.210 Euro. Im Wohnraum sitzt dafür ein Schienensystem, sodass die zusätzlichen Sitze nur dann eingebaut werden müssen, wenn sie tatsächlich gebraucht werden.

Isofix kostet weitere 110 Euro pro Sitz. Allerdings weist Rocket Camper darauf hin, dass der dritte und vierte Gurtplatz die Nutzung des Wohnraums beziehungsweise des Küchenbereichs deutlich einschränken können. Ähnlich flexibel bleibt die Zahl der Schlafplätze. Für 5.990 Euro lässt sich ein Aufstelldach ergänzen.

Bilder von: Rocket Camper
Bilder von: Rocket Camper

Oben entsteht dann eine weitere Liegefläche von 1,30 x 1,98 Metern für zwei Personen. Damit wächst der One L auf bis zu vier Schlafplätze, ohne dass sich am eigentlichen Grundriss etwas ändern muss. USB-Anschlüsse, zusätzliche Beleuchtung und eine komfortablere Matratze fürs Dach stehen ebenfalls in der Optionsliste. Die übrige Campingtechnik bleibt eher pragmatisch.

Ein 80-Liter-Kompressorkühlschrank, Einflammkocher, 48 Liter Frisch- und ebenso viel Abwasser sowie eine 4-kW-Dieselstandheizung gehören zur Ausstattung. Dazu kommen eine AGM-Aufbaubatterie mit mindestens 95 Ah, Landstromanschluss, mehrere 230- und 12-Volt-Steckdosen sowie USB-Anschlüsse. Möbel aus Echtholz und Eichefurnier geben dem funktionalen Ausbau Manufakturcharakter.

Bilder von: Rocket Camper
Bilder von: Rocket Camper

Als Basis dient der Peugeot Boxer mit serienmäßig 140 Diesel-PS und Sechsgang-Schaltgetriebe. Die zulässige Gesamtmasse beträgt 3,5 Tonnen, für die Masse im fahrbereiten Zustand nennt Rocket Camper vorläufig 2.920 Kilogramm. Damit bleiben auf dem Papier bis zu 580 Kilogramm Zuladung, bevor zusätzliche Ausstattung ins Spiel kommt.

Wer mehr Komfort möchte, findet viele Möglichkeiten, diese Reserve und gleichzeitig das Budget zu reduzieren. Eine Achtgang-Automatik kostet 3.650 Euro, der 180-PS-Motor weitere 2.350 Euro und ist ausschließlich mit der Automatik erhältlich. Dazu gibt es unter anderem Multimedia- und Assistenzpakete, 18-Zoll-Räder mit All-Terrain-Bereifung, eine Höherlegung sowie Markise und verschiedene Dachfenster.

Rocket One L (2026)
Bild von: Rocket Camper

Der Grundpreis des Rocket Camper One L liegt bei 76.140 Euro. Damit ist der Sechs-Meter-Camper alles andere als ein Schnäppchen, bringt allerdings bereits Dieselheizung, Kühlschrank, Rahmenfenster und den ungewöhnlichen Möbel- und Bettaufbau serienmäßig mit. Wer Automatik, 180 PS, Aufstelldach und ein paar Komfortextras anklickt, landet schnell jenseits der 90.000-Euro-Marke.

Seine Premiere feiert der One L auf dem Caravan Salon Düsseldorf. Wobei es an Messe-Konkurrenz nicht mangeln wird, wenn auch mit teilweise ganz anderen Ideen. Der Laika Ecovip Evoluzione setzt stärker auf Design und klassische Camper-Ausstattung, der Forster Vantasy zielt mit einem Einstiegspreis unter 50.000 Euro in eine völlig andere Preisregion.

Noch variabler wird es beim Etrusco CV 640 PB+, dessen Hubbett tagsüber eine große Heckgarage freigibt. Der Rocket One L macht es simpler: großes Bett, viel Stauraum, kein festes Bad. Ob genau das Verzicht oder Befreiung ist, hängt am Ende ziemlich stark davon ab, wie man unterwegs sein möchte.