Carado T335 Edition27 im ersten Check: Großes Raumbad, Lounge und Hubbett
Der neue Carado überrascht mit einem Grundriss, der das Heckbad zur Hauptrolle macht
Carado hebt beim T335 Edition27 das Raumkonzept auf ein neues Level. Statt Standardaufteilung gibt es hinten ein großes Raumbad, in der Mitte eine wandelbare Lounge und darüber ein elektrisches Hubbett — also genau die Art von Grundriss, bei der sich Alltag und Reisen sauber zusammenbringen lassen.
Uns hat der T335 vor Ort fast noch mehr gepackt als der CV595 X-Edition. Nicht, weil er leiser auftritt, sondern weil er in sich stimmiger wirkt. Das ist ein Teilintegrierter, der nicht einfach nur anders sein will, sondern eine ziemlich klare Idee verfolgt: Raum sinnvoll nutzen, statt ihn mit irgendwelchen Beklebungen zu vernebeln.
Bildergalerie: Carado T335 Editon27 (2026) im ersten Check
Carado beschreibt den T335 Edition27 nicht als Update, sondern als Neuentwicklung. Der Grundriss setzt auf maximale Raumnutzung: hinten ein großzügiges Raumbad mit integriertem Kleiderschrank und direktem Zugang zur Heckgarage, dazu eine Küchenverlängerung mit Klappbrett und ein elektrisches Hubbett, das serienmäßig verbaut ist und bis auf Sitzpolsterhöhe abgesenkt werden kann.
Damit rückt Carado deutlich von klassischen Teilintegrierten mit festem Heckbett ab. Statt Schlafraum hinten gibt es beim T335 einen Sanitär- und Stauraumblock, der den hinteren Fahrzeugbereich fast schon wie ein eigenes kleines Wellness-Bad wirken lässt.
Vorn arbeitet der T335 mit einer Face-to-Face-Sitzgruppe und serienmäßig drei Sitzplätzen, der vierte Platz ist optional. Wer seinen Camper vor allem auf dem Campingplatz abstellt und dort zwei Wochen stehen bleibt, wird mit so einer Lounge meist gut leben können. Wir sind aber eher die Reisemobil-Fraktion: Roadtrips nach Norwegen, Montenegro oder Nordspanien, jeden Tag ein anderer Ort. Und da wird jedes zusätzliche Umbauen irgendwann auch ein bisschen nervig.
Genau deshalb finden wir den T335 spannend. Die beiden Klappsitze lassen sich schnell in Fahrtrichtung bringen und verwandeln die Lounge so in einen brauchbaren Reiseraum für Familien und Roadtrips. Nicht die bequemste aller Lösungen, aber eine, mit der man im Alltag deutlich besser leben kann als mit manchen anderen Konzepten (siehe unseren Nordspanien-Roadtrip im Corigon TS 70 LS).
Das eigentliche Highlight ist das große Raumbad im Heck. Je nach Bedarf kann man den Bereich mithilfe der Trenntür entweder als Badezimmer oder als begehbaren Kleiderschrank nutzen. Genau diese Doppelfunktion ist für den T335 fast wichtiger als jede einzelne Ausstattungskomponente.
Vor Ort wirkt das Bad deutlich größer, als es Fotos vermuten lassen. Selbst mit 1,93 Meter Körpergröße ist die Dusche problemlos nutzbar, dazu kommen die vielen Ablagen, der Kleiderschrank links neben der Dusche und die insgesamt massive, hochwertige Anmutung. Das ist nicht einfach ein Bad im Wohnmobil, sondern ein echter Funktionsraum.
Auch beim Materialeindruck macht der T335 einen starken Eindruck. Die Polster, das Leder und die Kombination mit dem PVC-Boden wirken hochwertig und angenehm, nicht nach „wir haben noch irgendwo einen Rest aus der Sonderedition gefunden“.
Die Küche ist klassisch gasbetrieben und setzt auf ein rundes Waschbecken sowie einen sehr wertigen Wasserhahn mit Zweiarm-Mischhebel. Optional ist ein Backofen von Thetford möglich, was für eine schnelle Pizza oder ordentliche Ofengerichte im Camper nie verkehrt ist. Zusammen mit dem Klappbrett in der Küchenverlängerung ergibt das eine brauchbare Arbeitsfläche für einen Teilintegrierten mit Lounge-Konzept.
Spannend ist außerdem das originale Carado-Stauraumsystem. Die Heckgarage lässt sich damit werkseitig abgestimmt und modular nutzen, etwa für Transportboxen, Ski- oder Snowboardhalter oder andere flexible Lösungen. Das passt gut, weil der T335 nicht nur Raum anbietet, sondern ihn auch ordentlich organisiert.
Als Referenz bieten sich der Chausson 640 oder der neue Ahorn Camp T 680 an. Beide zeigen ziemlich sauber, wie so ein Grundriss im Markt gedacht wird: knapp sieben Meter lang, große Lounge, großes Heckbad, Garage und ein Hubbett als variabler Schlafplatz. Der T335 bewegt sich in derselben Denkrichtung.
Optisch bekommt der T335 Edition27 noch einen ziemlich guten Auftritt mit auf den Weg. Den Wohlfühl-Camper gibt es in der Edition27 mit Moondust Silver und Ford Trail-Kühlergrill, also deutlich eigenständiger als die übliche weiße Standardware.
Dadurch ist der neue Carado kein Wohnmobil, das mit einem Gimmick glänzen will. Sein Punkt ist die Summe aus großem Raumbad, brauchbarer Lounge, funktionalem Hubbett und sinnvoll organisiertem Stauraum. Und genau deshalb wirkt er für uns spannender als viele andere Teilintegrierte derzeit am Markt.
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