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VW-Konzern reagiert auf Berichte über möglichen Verkauf einiger Marken

Will Wolfsburg einige seiner Unternehmen loswerden? Es gibt keine Bestätigung, aber auch alles andere als ein Dementi

VW logo
Bild von: Volkswagen

Es wirkt fast so, als sei Porsches Entscheidung, sich von Bugatti Rimac zurückzuziehen, weitgehend unbemerkt geblieben – obwohl das eigentlich nicht der Fall sein sollte. Damit ging eine Ära zu Ende, gerade für diejenigen von uns, die mit dem Veyron als ultimativem Auto aufgewachsen sind. Mit dem Verkauf seiner Anteile an Bugatti Rimac ist Bugatti erstmals seit 1998 nicht mehr Teil des Volkswagen-Konzerns.

Nun berichtet die Financial Times (Abo erforderlich), dass womöglich mindestens ein weiterer Name von der Liste der Konzernmarken gestrichen werden könnte, da der VW-Konzern Geld einsammeln will, um seinen Umbau zu finanzieren.

Die renommierte Publikation schreibt, die Berater des Unternehmens drängten darauf, zusätzliche Geschäftsbereiche zum Verkauf zu stellen – darunter auch die Motorradmarke Ducati.

Zudem sollen die Berater empfehlen, dass Lamborghini von einem privat geführten Unternehmen – wie seit der Übernahme durch den VW-Konzern 1998 – zu einer börsennotierten Gesellschaft wird. Warum? Der VW-Konzern würde die Marke mit dem Stier weiterhin über die Tochter Audi kontrollieren, gleichzeitig aber durch den Verkauf von Aktien an die Öffentlichkeit Kapital einnehmen.

Foto: Lamborghini

Der VW-Konzern reagiert auf die Gerüchte

Unsere US-Schwesterseite RideApart hat den VW-Konzern bezüglich des Berichts der Financial Times um eine Stellungnahme gebeten. Zu unser aller Überraschung wies ein Sprecher des niedersächsischen Automobilriesen die Gerüchte nicht zurück. Während unsere Kollegen des Motorrad-Portals Ride Apart verständolicherweise nach dem Schicksal von Ducati fragten, fiel die Antwort des Konzerns (vollständiges Statement hier) breiter aus: Alle Marken und Tochtergesellschaften müssten sich „grundlegend transformieren“. Außerdem heißt es, eine „Neuausrichtung des Unternehmens“ sei im Gange.

Im vollständigen Statement wird zudem erklärt, dass das „Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert“ – insbesondere der langjährige Ansatz, Autos in Deutschland zu entwickeln und in Europa für Exportmärkte zu bauen. Das haben wir tatsächlich schon einmal gehört. Im Juli 2025 schrieb der damalige Porsche-Chef Oliver Blume Mitarbeitern in einer E-Mail, die Bloomberg vorlag, dass das „Geschäftsmodell, das uns über viele Jahrzehnte gute Dienste geleistet hat, in seiner aktuellen Form nicht mehr funktioniert.“ Blume ist inzwischen zurückgetreten, um sich auf die Führung des gesamten VW-Konzerns zu konzentrieren.

Der VW-Konzern schrumpft

Bugatti ist nicht der einzige Vermögenswert, von dem sich der VW-Konzern trennt. Vergangene Woche kündigte man an, seine Mehrheitsbeteiligung am Marine-Dieselgeschäft Everllence verkaufen zu wollen – und damit rund 7,4 Milliarden Euro einzunehmen. Außerdem berichtet die Bild (Abo erforderlich), dass die Partnerschaft für automatisiertes Fahren zwischen der Softwareeinheit CARIAD und Bosch trotz einer Investition von 1,5 Milliarden Euro vor dem Aus stehen könnte.

Der organisatorische Umbau könnte laut dem Manager Magazin auch die Schließung von vier Werken und den Abbau von 100.000 Stellen umfassen. Unterm Strich deutet vieles darauf hin, dass sich in Wolfsburg ein Sturm zusammenbraut.


Motor1 meint: Es sieht so aus, als durchlaufe der VW-Konzern eine tiefgreifende Transformation und verkleinere seinen Auftritt, um Mittel für eine stabilere Zukunft zu mobilisieren. Massive Stellenstreichungen, mehrere Werksschließungen und der Verkauf wichtiger Vermögenswerte scheinen grundsätzlich möglich – offiziell ist jedoch noch nichts. Bislang sind nur zwei Schritte sicher: Porsches Ausstieg bei Bugatti Rimac und die Entscheidung des VW-Konzerns, 51 Prozent an Everllence zu verkaufen und die verbleibenden 49 Prozent mittelfristig zu halten.

Der VW-Konzern hat bereits angekündigt, seine Belegschaft in Deutschland bis zum Ende des Jahrzehnts um mehr als 35.000 zu reduzieren – doch die Einschnitte könnten am Ende deutlich tiefer ausfallen. Der Abbau von 100.000 Arbeitsplätzen wäre in der Automobilindustrie beispiellos und würde unterstreichen, wie ernst die Lage für den Autoriesen geworden ist.