VW-Konzern will offenbar 100.000 Stellen weltweit abbauen
Stehen vier deutsche Werke vor dem Aus?
Beim größten europäischen Automobilhersteller Volkswagen zeichnet sich ein beispielloser Einschnitt ab. Wie das Manager Magazin unter Berufung auf Konzerninsider berichtet, plant Vorstandschef Oliver Blume eine radikale Sanierung des gesamten Unternehmens. Kern des vorliegenden Konzeptpapiers ist demnach ein massiver, globaler Stellenabbau sowie die Schließung mehrerer deutscher Traditionsstandorte.
Nach Informationen des Magazins, über die unter anderem die BILD berichtet, sieht das Sanierungskonzept vor, weltweit bis zu 100.000 der derzeit rund 657.000 Arbeitsplätze im Konzern abzubauen. Ein solches Vorhaben würde eine Verdopplung des erst vor wenigen Monaten verkündeten Sparziels bedeuten, bei dem von rund 50.000 betroffenen Stellen die Rede war.
Bildergalerie: Volkswagen ID. Polo (2026)
Ein zweiter Insider schränkte allerdings ein, dass in dem zentralen Papier bewusst keine endgültige, starre Zahl verankert sei, um den notwendigen Spielraum für die kommenden Verhandlungen und Ausgestaltungen zu wahren. Ungeachtet der genauen Zielgröße verdeutlichen die Pläne jedoch die immense Tragweite des beabsichtigten Konzernumbaus.
Deutsche Werke vor dem Aus?
Besonders drastisch dürften sich die Maßnahmen auf die deutsche Produktionslandschaft auswirken. Den Berichten zufolge stehen mittelfristig vier Werke vor dem endgültigen Aus. Konkret im Visier der Konzernleitung seien die VW-Standorte in Hannover, Zwickau und Emden sowie das traditionsreiche Audi-Werk im baden-württembergischen Neckarsulm. Die Schließungen sollen schrittweise erfolgen:
Sobald die Produktion der aktuell an diesen Standorten gefertigten Fahrzeugmodelle regulär ausläuft, wird die Fertigung dort nicht mehr neu besetzt, sondern komplett eingestellt. Betroffen sind damit auch Schlüsselwerke der deutschen Elektromobilität, wie das sächsische Werk Zwickau, wo unter anderem die Elektromodelle ID.3 und Cupra Born vom Band laufen, sowie Emden als wichtiger industrieller Pfeiler Ostfrieslands. Der Golf wird ab 2027 in Mexiko statt Wolfsburg gebaut, der neue ID. Polo wird in Spanien gebaut.
Noch gelten Jobgarantien
Wie dieser radikale Personalabbau rechtlich und im Einklang mit den Tarifpartnern umgesetzt werden kann, bleibt indessen unklar. Bislang greifen bei Volkswagen weitreichende Beschäftigungssicherungen, die den Angestellten Arbeitsplatzgarantien bis zum Jahr 2030 (bei Audi sogar bis 2033) zusichern.
Über den reinen Kapazitätsabbau hinaus sieht das Strategiepapier eine grundlegende Transformation der Konzernstruktur vor. Geplant ist offenbar, sowohl die wirtschaftlich schwächelnde Kernmarke Volkswagen als auch die wichtige Komponentensparte vollständig aus dem bisherigen Konzernverbund herauszulösen. Beide Geschäftsbereiche sollen in rechtlich eigenständige Gesellschaften überführt werden. In Branchenkreisen wird dieser Schritt so interpretiert, dass einzelne Marken und Firmenteile künftig flexibler aufgestellt und bei Bedarf einfacher an den Kapitalmarkt gebracht werden könnten.
Seitens des Autobauers wird das durchgesickerte Konzeptpapier bisher nicht offiziell bestätigt. Aber auch nicht klar dementiert: Ein Konzernsprecher erklärte auf Anfrage lediglich, dass Volkswagen interne und vertrauliche Unterlagen grundsätzlich nicht kommentiere. Sämtliche Sachverhalte und Zukunftsplanungen würden in den dafür zuständigen, internen Gremien besprochen und verabschiedet.
Dennoch unterstreichen die Berichte, unter welchem enormen wirtschaftlichen Druck die Wolfsburger stehen, nachdem rückläufige Verkaufszahlen, eine schwache Nachfrage im E-Auto-Segment und hohe Produktionskosten das Unternehmen belasten.
Quelle: BILD, Manager Magazin
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