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Polestar 3 (2026) im Test: Mehr Kraft und 800 Volt
Schneller Fahren, schneller Laden und dazu noch ein KI-Assistent: Polestar hat ordentlich am Flaggschiff geschraubt

Bild von: Motor1.com
Christopher Otto 
Von: Christopher Otto
26. Jun. um 09:00 Uhr
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Polestar macht ernst. Mit dem Modelljahr 2026 für den Polestar 3 schieben die Schweden kein laues Lüftchen hinterher, sondern ein ausgewachsenes technisches Donnerwetter. Statt kosmetischer Retuschen gibt es harte Ingenieurskunst mit einer neuen 800-Volt-Architektur, einem selbst entwickelten Heckmotor und spürbarem Leistungszuwachs.
Wir konnten die neue Speerspitze, den Polestar 3 Performance mit nunmehr 500 kW, bereits ausgiebig auf der Straße testen. Laut Polestar-CEO Michael Lohscheller soll sich das Upgrade wie ein völlig neues Auto anfühlen.
Design und Innenraum: Crossover-Skulptur mit Volvo-Genen

Bilder von: Motor1.com

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Optisch hat sich beim Polestar 3 durch die Modellpflege nichts verändert. Das schwedische Oberklasse-SUV steht nach wie vor da wie eine aerodynamische Skulptur aus der Zukunft. Mit seiner extrem gestreckten und flachen Silhouette wirkt er vielmehr wie ein muskulöser Crossover als ein klassisches SUV. Uns gefällt dieser progressive Auftritt, der sich wohltuend vom weichgespülten Mainstream abhebt. Details wie der schick integrierte Aero-Wing auf der Fronthaube zeigen viel Liebe zum Detail.
Im Innenraum empfängt uns das gewohnte Ambiente einer minimalistischen, schwedischen Lounge. Die Materialien fassen sich hervorragend an, wirken hochwertig verarbeitet und verströmen echten Premium-Charme. Das gesamte Layout erinnert allerdings immer noch verdammt stark an die aktuellen Modelle der Konzernmutter Volvo. Hier dürfte Polestar als sportliche Performance-Marke gerne noch etwas eigenständiger auftreten. Die Platzverhältnisse sind vorne wie hinten fürstlich, auch wenn Fondpassagiere wegen des hohen Autobodens die Knie recht stark anwinkeln müssen.

Bilder von: Motor1.com

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Ein echter Kritikpunkt bleibt die fast vollständige Touchscreen-Bedienung. Die Menüführung ist zwar grundsätzlich logisch, doch elementare Funktionen wie der Bordcomputer sind umständlich in separaten Apps versteckt. Zudem sind die unbeschrifteten Touchflächen am Lenkrad mit ihren ständig wechselnden Funktionen im Alltag eine Qual. Immerhin glänzt das native Google-Betriebssystem mit pfeilschneller Routenführung und präziser Sprachbedienung, die sogar den KI-Assistenten Gemini beinhaltet. Das riesige Panorama-Glasdach lässt sich neuerdings auf Knopfdruck elektrochromatisch verdunkeln, was das Aufheizen im Sommer effektiv verhindert.
Fahrdynamik: Das schwere Leichtgewicht
Unter dem Blech arbeiten nun völlig neue Permanentmagnet-Motoren an der Hinterachse. Das von uns gefahrene Topmodell namens Performance mobilisiert im Zusammenspiel mit dem Frontmotor gewaltige 500 kW (680 PS) und 870 Nm Drehmoment. Damit stürmt das über 2,5 Tonnen schwere Trumm in nur 3,9 Sekunden auf Landstraßentempo. Doch nackte Längsdynamik können heute viele starke Elektroautos. Viel beeindruckender ist die spielerische Leichtigkeit, mit der sich dieser Koloss durch Kurven zirkeln lässt.
Das perfekt abgestimmte Zwei-Kammer-Luftfahrwerk des Performance-Modells bügelt Unebenheiten souverän weg und hält den Wagen stabil. Die direkte Lenkung vermittelt ein Handling, das das tatsächliche Gewicht des SUVs fast komplett vergessen lässt. Man hat beim Fahren das Gefühl, in einem deutlich kleineren, agileren Fahrzeug zu sitzen. Erst im absoluten Grenzbereich meldet sich die Physik unbarmherzig zurück. Wenn die Haftung abreißt, schiebt die schwere Masse vehement nach außen, was ungeübte Fahrer überraschen kann.

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Statt starrer Standard-Fahrprogramme lassen sich Antrieb, Dämpfung und Lenkgefühl individuell konfigurieren. Die Bezeichnungen im Menü stiften allerdings etwas Verwirrung, da die Stufe "Mittel" je nach Bauteil mal die sanfteste und mal die schärfste Einstellung darstellt. Die Assistenzsysteme regeln im Hintergrund extrem feinfühlig, die Aktivierung über den Gangwahlhebel ist jedoch etwas fummelig gelöst. Auf unserer ersten Testrunde durch das wellige Chiemgau genehmigte sich das SUV rund 23 kWh pro 100 Kilometer.
Fazit und Preise: Premium mit Ecken und Kanten
Mit dem technischen Upgrade für das Modelljahr 2026 ist der Polestar 3 ein deutlich reiferes Auto geworden. Er meistert den schwierigen Spagat zwischen luxuriösem Reisekomfort und sportlicher Härte bravourös. Wer das extrovertierte Design mag und mit der eigenwilligen Touch-Bedienung leben kann, findet hier ein faszinierendes Fahrzeug abseits des Mainstreams. Das Basismodell "Rear Motor" mit Heckantrieb (245 kW) startet bei 78.900 Euro, der allradgetriebene "Dual Motor" (400 kW) kostet mindestens 87.900 Euro und für den von uns getesteten "Performance" werden stolze 106.900 Euro fällig.
Einen extrem detaillierten Tiefenblick in die neue 800-Volt-Ladetechnik, detaillierte Ladekurven, Verbrauchsanalysen im Alltag und alle genauen Ausstattungsdetails des neuen Modelljahres findet man im ausführlichen Schwesterartikel direkt bei den Elektro-Spezialisten von InsideEVs.de.
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