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Autosaurus Rex: Die am längsten gebauten Autos der Welt

Diese Modelle liefen teilweise über 80 Jahre kaum verändert vom Band

Der letzte VW Käfer verlässt die Produktionslinie in Mexiko im Jahr 2003.
Bild von: Jason Vogel

Denken Sie an ein Auto, das viele Jahre in der Produktion überdauert hat. Klar, es gibt bis heute Passat, Golf, 911 oder Corolla. Doch sie haben mit ihren Ursprungsmodellen nur noch den Namen gemeinsam. Hier geht um jene Modelle, die zwar während vieler Jahrzehnte verändert wurden, aber optisch noch weitestgehend so aussehen wie zu Beginn der Produktion.

Da fällt den meisten natürlich sofort der VW Käfer ein. Doch er hält noch nicht mal den absoluten-Methusalem-Rekord. Und im Jurassic Park der automobilen Dinosaurier finden sich sogar Kandidaten, die man noch heute als Neuwagen kaufen kann. 

Toyota J40 - modelo estreou em 1960 (1)

Toyota Land Cruiser J40 (1960)

Bild von: Jason Vogel

Toyota Land Cruiser J40 (1960–2001) – 41 Jahre

Die zweite Generation des Toyota Land Cruiser (Serie J20) wurde 1955 in Japan entwickelt. Über die Sociedade Comercial Arpagral Ltda. war Brasilien das erste Land, in dem der Geländewagen außerhalb seines Heimatlandes hergestellt wurde. 1960 stellte Toyota eine Weiterentwicklung des Modells vor: der J40 war geboren.

Das "Gesicht" war praktisch das gleiche wie das des J20, aber das Fahrgestell, die Karosserie und die Mechanik wurden erheblich verbessert. Das Modell war voller Qualitäten, eroberte die Straßen der Welt und trug dazu bei, das Image von Toyota als Hersteller unverwüstlicher Fahrzeuge zu festigen.

Toyota J40 - O fim da produção do Bandeirante, em 2001

Toyota J40 - Produktionsende des Bandeirante im November 2001

Bild von: Jason Vogel

Die brasilianische Version erhielt einen Mercedes-Dieselmotor und wurde auf den Namen Bandeirante getauft. Im Ausland entwickelte sich die Land Cruiser-Familie weiter, und die J40-Generation verließ 1984 die Szene. Im Werk São Bernardo do Campo wurde der Geländewagen praktisch unverändert weiterproduziert - er erhielt immerhin rechteckige Scheinwerfer, einen Toyota-Motor anstelle des Mercedes OM und ein Fünfgang-Getriebe. Zum Leidwesen vieler Fans wurde die Produktion des Bandeirante im Jahr 2001 eingestellt.

Os últimos Mini originais deixam a linha de produção, em outubro de 2000 (1)

Die letzten klassischen Minis rollen im Oktober 2000 vom Band

Bild von: Jason Vogel

Mini (1959–2000) – 41 Jahre

Der von Alec Issigonis, dem legendären Konstrukteur der British Motor Corporation (BMC) entworfene Mini war weder das erste Auto mit Frontantrieb noch das erste mit einem Quermotor. Aber er war ein Pionier in der Kombination dieser Eigenschaften in einer Heckklappe mit Monocoque-Struktur und sehr kompakten Abmessungen - ein Konzept, das in den folgenden Jahrzehnten von allen großen Herstellern der Welt kopiert wurde und die Art und Weise, wie Autos entworfen wurden, revolutionierte.

O Mini estreou em 1959

Mini von 1959

Bild von: Jason Vogel

Der Mini, ein britisches Popsymbol der 1960er Jahre, das mit den Beatles und dem Minirock gleichzusetzen ist, wurde von John Cooper zum Sportgerät entwickelt und schlug bei Rallyes weitaus größere und stärkere Konkurrenten. Sein Hersteller, BMC, änderte seinen Namen in British Leyland und Rover Group. Der Mini selbst erhielt im Laufe der Zeit und in den Ländern, in denen er produziert wurde, zahlreiche Namen: Austin Seven, Morris Mini Minor, Innocenti Mini, Wolseley 1000...

Issigonis erhielt 1969 den Titel "Sir", als er von Königin Elisabeth II. in Anerkennung seiner Verdienste um die britische Industrie zum Ritter geschlagen wurde. Der von ihm entwickelte Mini wurde erst im Jahr 2000, nach 41 Jahren, eingestellt. Entwürfe für einen Nachfolger gab es genug, doch diese Prototypen gerieten in den Strudel der britischen Autoindustrie der 1970er. Erst BMW machte den Namen Mini zu einer Marke und brachte 2001 ein neues Modell auf den Markt.

Portugal, 1990 - o último Citroën 2CV sai da linha de produção

Portugal, 1990 - der letzte Citroën 2CV läuft vom Band

Bild von: Jason Vogel

Citroën 2CV (1948–1990) – 42 Jahre

Das Projekt Très Petite Voiture (TPV) wurde vor dem Zweiten Weltkrieg von Pierre-Jules Boulanger, dem damaligen Präsidenten von Citroën, mit dem Ziel entwickelt, einen Kleinwagen zu bauen, der vier Personen und 50 Kilogramm Ladung bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h transportieren und dabei wenig Kraftstoff verbrauchen sollte.

Seine besonders weiche Federung sollte es ihm ermöglichen, eine Kiste Eier über ein gepflügtes Feld zu tragen, ohne dass diese zerbricht. Unter der Leitung des Ingenieurs André Lefebvre und des Designers Flaminio Bertoni wurde die Entwicklung während der deutschen Besatzung Frankreichs vorübergehend unterbrochen.

Im Jahr 1948 wurde der Citroën 2CV schließlich mit dem Ziel auf den Markt gebracht, ein extrem einfaches, preiswertes und funktionelles Auto für die Landbevölkerung zu sein. Ausgestattet mit einem luftgekühlten Zweizylinder-Boxermotor und Frontantrieb, überzeugte der 2CV auch das städtische Publikum durch seine Robustheit, Wirtschaftlichkeit und Wartungsfreundlichkeit. Er war eine Art Regenschirm auf vier Rädern.

Citroën 2CV - a apresentação em 1948 (1)

Citroën 2CV bei seiner Premiere 1948

Bild von: Jason Vogel

Im Laufe seiner langen Karriere hat sich der "Deux Chevaux" in kleinen Schritten weiterentwickelt, wobei er seinem ursprünglichen Geist und seiner charakteristischen Silhouette stets treu geblieben ist. Die "Ente" wurde in Europa und Südamerika zu einer beliebten Ikone, mit Varianten wie dem AK Van und abgeleiteten Modellen wie der Dyane oder dem Méhari.

Als die Produktion 1990 eingestellt wurde, war der 2CV bereits ein Anachronismus auf der Straße, mit seinen aus der Karosserie herausragenden Kotflügeln und Scheinwerfern sowie dem aufrollbaren Dach nach Art einer Sardinenbüchse. Mehr als 5 Millionen Exemplare wurden hergestellt, nicht nur in Frankreich, sondern auch in Ländern wie Belgien, Portugal, Argentinien und Chile.

Lada - o modelo foi produzido na Rússia até 2012, com o nome VAZ-2107

Lada - ein VAZ-2107 läuft 2012 vom Band

Bild von: Jason Vogel

AvtoVAZ Zhiguli / “Lada Laika” (1970–2015) – 45 Jahre

AvtoVAZ nahm seinen Betrieb Ende der 1960er-Jahre in Togliatti, Sowjetunion, mit technischer Unterstützung von Fiat auf. Das erste Modell, der VAZ-2101, wurde besser bekannt als „Zhiguli“ - benannt nach der Bergregion nahe der Wolga in der Provinz Samara, in der sich das Werk befand. Es handelte sich um eine lokale Version des Fiat 124 mit verstärkter Aufhängung, anderen Bremsen und einem an die rauen sowjetischen Bedingungen angepassten Motor.

Die Produktion wurde 1970 aufgenommen und der "Zhiguli" erfreute sich aufgrund seiner Einfachheit, Zuverlässigkeit und geringen Kosten bald großer Beliebtheit, so dass die jährliche Pkw-Produktion in der UdSSR von etwa 300.000 auf 1,3 Millionen Einheiten anstieg.

VAZ-2101 - o início da produção dos Lada, em 1970

VAZ-2101 - der Produktionsstart 1970

Bild von: Jason Vogel

Die Zhiguli-Familie entwickelte sich von der Basisversion VAZ-2101 zu den Modellen VAZ-2105, 2106 und 2107, wobei die Karosserie des Fiat 124 und der Heckantrieb beibehalten wurden. Sie wurden unter der Marke Lada in osteuropäische Länder, nach Kuba, Kanada und Großbritannien exportiert. In Brasilien kam die VAZ-2105-Serie 1990 als Lada Laika auf den Markt.

Das Modell überdauerte das Ende des kommunistischen Regimes und wurde erst 2012 in Russland eingestellt (in Ägypten lief es noch bis 2015 vom Band). Mit rund 17 Millionen produzierten Einheiten in mehr als 40 Jahren ist es das wichtigste Auto der russischen Automobilgeschichte.

Niva - o modelo 2025 à venda no site da Lada (1)

Niva - ein 2025er-Modell auf der russischen Homepage von Lada

Bild von: Jason Vogel

AvtoVAZ 2121 / Lada Niva (seit 1977) – 48 Jahre

Der Lada Niva, ursprünglich VAZ-2121 genannt, ist ein kompakter Geländewagen, der seit 1977 von AvtoVAZ hergestellt wird. Das Modell mit sowjetischem Design und einigen Fiat-Komponenten kombiniert eine leichte Karosseriestruktur mit permanentem Allradantrieb, Einzelradaufhängung an der Vorderachse und einer starren Hinterachse mit Schraubenfedern - für einen Geländewagen zur Zeit seiner Einführung sehr fortschrittliche Lösungen.

Der Vierzylindermotor und die einfache Technik trugen zu seiner Robustheit und Zuverlässigkeit in schwierigem Gelände bei und machten ihn in ländlichen Gebieten und extremen Klimazonen beliebt. Das Modell wurde mehrfach mechanisch und optisch überarbeitet, hat aber bis heute das ursprüngliche Design als Basis beibehalten.

Niva pré-série em 1976 (1)

Niva Vorserienmodell von 1976

Bild von: Jason Vogel

Historisch gesehen war der Lada Niva ein Pionier unter den kompakten Geländewagen mit echter Geländetauglichkeit und nahm die Popularisierung des Segments um Jahrzehnte vorweg. Er wurde in mehr als 100 Länder exportiert, darunter Brasilien, Kanada, das Vereinigte Königreich, Deutschland und Australien. Man schätzt, dass bis heute mehr als 2,5 Millionen Einheiten produziert wurden, was ihn zu einem der erfolgreichsten russischen Fahrzeuge auf internationaler Ebene macht.

Er ist seit 48 Jahren auf den Straßen unterwegs, Tendenz steigend. Heute kostet ein neuer Niva Legend ab 1.059.000 Rubel, also etwa 11.430 Euro, ein Schnäppchen! Übrigens: Der Name „Niva“ bedeutet auf Russisch „Pflug“, wussten Sie das?

O modelo 2025 do jipe UAZ é chamado de Hunter

UAZ Hunter (2025)

Bild von: Jason Vogel

UAZ-469 (seit 1972) – 53 Jahre

Eines der unveränderlichsten Modelle aller Zeiten ist der UAZ-469, liebevoll Kosliô ("Ziege") genannt. Dieser russische Geländewagen hat seit seiner Prototypenphase in den 1960er-Jahren bis heute das gleiche Aussehen behalten. Im Jahr 2003 wurde er in Hunter umbenannt - neben der Einführung der elektronischen Kraftstoffeinspritzung eine der wenigen Neuerungen seither.

Der in der Sowjetunion für militärische und zivile Zwecke entwickelte UAZ-469 wurde 1972 von der "Uljanowsky Avtomobilny Zavod" offiziell vorgestellt. Als Ersatz für den GAZ-69 wurde bei seiner Konstruktion besonderer Wert auf eine einfache Wartung vor Ort und die Fähigkeit zum Einsatz unter extremen klimatischen Bedingungen gelegt - von den gefrorenen Steppen bis hin zu Wüsten und Bergen.

Protótipo do UAZ-469 (1966)

Prototyp des UAZ-469 (1966)

Bild von: Jason Vogel

Er war der Standard-Jeep für die Streitkräfte der Länder des Warschauer Paktes und sogar in Uruguay. Hergestellt in Russland, wurde er auch in Kuba, Deutschland, Vietnam, Aserbaidschan, der Ukraine und... den Vereinigten Staaten. Ja: einige Jahre lang gab es UAZ of America in Pasadena, Kalifornien! Es wird geschätzt, dass insgesamt mehr als 2 Millionen Einheiten hergestellt wurden. Davon aber nur wenige in den USA ...

Hindustan Ambassador - modelo de 1957 (1)

Hindustan Ambassador (1957)

Bild von: Jason Vogel

Hindustan Ambassador (1957–2014) — 57 Jahre

Der Ambassador wurde 1957 von Hindustan Motors auf den Markt gebracht und war die indische Version des britischen Morris Oxford Serie III (1956-1959). Sein geräumiger Innenraum und die robuste, aber weiche Federung gefielen Familien und Behörden gleichermaßen, und die Limousine wurde als offizielles Regierungsfahrzeug und Taxi in den Großstädten allgegenwärtig. Sie wurde schnell zu einem Symbol der indischen Autoindustrie nach der Unabhängigkeit des Landes 1947.

O Hindustan Ambassador foi produzido até 2014 (1)

Hindustan Ambassador (2014)

Bild von: Jason Vogel

In den 56 Jahren seiner Produktion hat der Ambassador nur wenige wesentliche optische oder technische Veränderungen erfahren. Der ursprüngliche 1,5-Liter-Benzinmotor wich in den folgenden Jahrzehnten einer Dieselvariante, und es wurden einige optische Retuschen vorgenommen, aber das klassische Design blieb praktisch unverändert.

Dank seiner einfachen Mechanik war der Hindustan leicht und kostengünstig zu warten. Auch mit dem Aufkommen modernerer Konkurrenten behielt das Modell bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts eine treue Kundschaft. Die Produktion endete 2014, nachdem rund 4 Millionen Einheiten hergestellt worden waren - weit mehr als die 58.117 Morris Oxford Serie III, die im Vereinigten Königreich produziert wurden.

UAZ SGR Expedition 2025 - 60 anos depois, o Buchanka continua em produção

UAZ SGR Expedition 2025

Bild von: Jason Vogel

UAZ-452 (seit 1965) – 60 Jahre

Im Westen gab es den Volkswagen Bulli, im ehemaligen Sowjetblock gab (und gibt) es den UAZ-452. Das Modell mit dem Spitznamen Buchanka, was auf Russisch "Brotlaib" bedeutet, wird seit 60 Jahren kontinuierlich produziert.

Seine Geschichte beginnt 1965, als die sowjetische Fabrik Uljanowsky Avtomobilny Zavod (UAZ) einen geländegängigen Transporter für landwirtschaftliche, medizinische und militärische Zwecke vorstellte, der für den Einsatz unter extremen Wetter- und Straßenbedingungen konzipiert war und bis zu 800 Kilogramm Ladung witterungsgeschützt transportieren konnte.

UAZ-452 dos anos 60 (1)

UAZ-452 in den 1970er-Jahren

Bild von: Jason Vogel

Technisch zeichnet sich der UAZ-452 durch seine robuste Struktur mit einem von der Karosserie getrennten Fahrgestell, 4x4-Antrieb, Getriebe und Differentialsperren aus - Lösungen, die hervorragende Leistungen im Gelände garantieren. Der Vierzylinder-Reihenbenzinmotor ist zwischen den Vordersitzen eingebaut.

Die einfache Konstruktion, die hohe Bodenfreiheit und die relativ kompakten Abmessungen (je nach Version zwischen 4,36 und 4,50 Meter lang) haben es ermöglicht, den Buchanka als Personen-, Fracht- und Krankenwagen sowie als Basis für verschiedene Spezialumbauten zu nutzen. Im Laufe von sechs Jahrzehnten wurden mehr als 1,2 Millionen Einheiten in verschiedenen Konfigurationen hergestellt.

Das heute in UAZ Classic umbenannte Modell hat die ursprüngliche Karosserie von 1965 beibehalten und wurde mit "Luxus" wie Servolenkung und ABS ausgestattet. Uns gefällt besonders die Expeditionsversion für extreme Einsätze.

Kombi - a Última Edição foi fabricada em 2013 (1)

VW Kombi Última Edição von 2013

Bild von: Jason Vogel

VW Kombi/T1 (1950–2013) – 63 Jahre

Der Volkswagen Typ 2, ein vom VW Käfer abgeleitetes Nutzfahrzeug, wurde ab März 1950 in Deutschland hergestellt. Nur sechs Monate später, am 11. September, landete die erste Ladung importierter Modelle im Hafen von Santos (Brasilien). Anfangs hatte das Modell nicht einmal einen Namen. In der Werbung im Ausland wurde es als Transporter bezeichnet, während es in Brasilien als Furgão Volkswagen”, “Perua Volkswagen” oder “Caminhonete Volkswagen”. bezeichnet werden konnte.

Erst einige Jahre später wurde der Name einer seiner Konfigurationen, der "Kombi Rural", zur Bezeichnung der gesamten Baureihe in Brasilien. Daraus wurde dann einfach Kombi, eine Abkürzung für Kombinationskraftwagen.

Kombi - furgão pré-série alemã de 1949 (1)

VW T1 Vorserienmodell von 1949

Bild von: Jason Vogel

Er war wendig und vielseitig, konnte bis zu neun Personen oder eine Ladung befördern, die fast seinem Gewicht entsprach, hatte einen luftgekühlten Heckmotor und war geländegängig. In Brasilien wurde die erste Generation des Kombi (T1), der heute den Spitznamen "Eule" trägt, zwischen 1957 und 1975 produziert.

1976 kam der so genannte Clipper auf den Markt, mit der Front des deutschen Modells von 1967 (T2), einer gewölbten, einteiligen Windschutzscheibe, aber immer noch mit ähnlichen Seitenteilen wie beim alten T1. Er wurde ausschließlich in Brasilien hergestellt, war also sozusagen ein „T1.2“.

Erst 1996 wurde die Metamorphose der T2-Generation in Brasilien abgeschlossen, mit einer Schiebetür hinten, drei Seitenfenstern und einem höheren Dach. Selbst mit der Einführung des wassergekühlten Flex-Fuel-Motors im Jahr 2006 behielt er die Essenz des ursprünglichen Modells von 1950 bei. Er war der letzte VW der Welt mit Heckmotor, Vierganggetriebe und Drehstabfederung. Er verkaufte sich immer gut und wurde erst im Dezember 2013 aufgrund neuer Sicherheitsanforderungen (ABS und Airbags) eingestellt.

Fusca - a apresentação em Berlim, em 1938

Volkswagen (VW Käfer) bei einer Präsentation in Berlin1938

Bild von: Jason Vogel

VW Käfer (1939–2003) – 64 Jahre

Der Volkswagen wurde in den 1930er-Jahren unter der technischen Leitung von Ferdinand Porsche und mit finanzieller Unterstützung des Nazi-Regimes von Adolf Hitler entwickelt. Ziel war es zunächst, ein erschwingliches Auto für die deutsche Bevölkerung zu schaffen, doch die Geschichte nahm eine andere Wendung.

Der Januar 1939 gilt als offizieller Produktionsbeginn des VW Käfer (damals noch KdF-Wagen Typ 1 genannt). Doch im September desselben Jahres überfiel Hitler Polen und löste damit den Zweiten Weltkrieg aus. Die wenigen Vorserienexemplare, die hergestellt wurden, gingen an hohe Funktionäre des NS-Regimes, während die Bevölkerung, die für den Kauf des Wagens Quoten gezahlt und eine Art Markenalbum ausgefüllt hatte, das Nachsehen hatte. Die Produktion des KdF-Wagens Typ 1 wurde praktisch eingestellt und wich militärischen Fahrzeugen, vor allem dem Kübelwagen und dem Schwimmwagen.

VW Käfer Ultima Edicion (2003)

VW Käfer Ultima Edicion (2003)

Nach dem Krieg, im Jahr 1945, wurde das zerstörte Wolfsburger Werk von den Briten übernommen. Die zivile Produktion des VW Käfer wurde 1946 wieder aufgenommen. Damit begann die weltweite Erfolgsgeschichte des Modells, das zum Symbol des deutschen Wiederaufbaus und später zum meistverkauften Auto der Welt wurde.

Brasilien war das erste Land außerhalb Deutschlands, in dem das Modell 1959 hergestellt wurde, gefolgt von Mexiko im Jahr 1967. Auch nach der Einstellung der Produktion in Deutschland im Jahr 1979 (gemeint ist das Cabrio bei Karmann, der letzte geschlossene Käfer entstand 1978 in Emden) wurde der VW Käfer in diesen beiden lateinamerikanischen Ländern weiter hergestellt. In Brasilien wurde die Produktion 1986 eingestellt, aber zwischen 1993 und 1996 auf Initiative der Regierung wieder aufgenommen. In Mexiko lief er bis Juli 2003 weiter vom Band. Insgesamt wurden in 64 Jahren rund 21,5 Millionen Fahrzeuge gebaut.

O úlimo Morgan 4-4 produzido (2018)

Der letzte Morgan 4/4 (2018)

Bild von: Jason Vogel

Morgan 4/4 (1936–2018) – 82 Jahre

Die 1910 gegründete britische Morgan Motor Company stellte zunächst dreirädrige Autos her. Mitte der 1930er-Jahre brachte die Fabrik ein Modell mit vier Rädern und einem Vierzylindermotor auf den Markt. Dies war die Geburtsstunde des 4-4 (ein Name, der anfangs mit einem Bindestrich statt einem Schrägstrich geschrieben wurde).

Der Morgan 4-4, der 1936 auf den Automobilausstellungen in London und Paris vorgestellt wurde, wies die für englische Sportwagen der damaligen Zeit typische Konstruktion auf: Es handelte sich um einen leichten zweisitzigen Roadster mit einem Frontmotor mit kleinem Hubraum (anfangs ein Coventry Climax mit 1.122 ccm) und Hinterradantrieb. Die Aluminiumkarosserie war auf einem Fahrgestell mit gebogenen Blechholmen aufgebaut. Die Struktur war, wie bei vielen Vorkriegsmodellen, aus Holz gefertigt.

Morgan 4-4 de 1936, primeiro ano de produção

Morgan 4-4 von 1936

Bild von: Jason Vogel

Mit 34 PS hatte der kleine Wagen ein gutes Leistungsgewicht. Und er hatte den Vorteil, dass er sehr stabil war, dank eines Details, das der Gründer H.F.S. Morgan erfunden hatte: die unabhängige Schiebesäulenaufhängung, bei der sich die Achsmanschette jedes Vorderrads auf einem senkrechten, am Fahrgestell befestigten Rohr hebt und senkt.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde der ursprüngliche 4-4 im Detail verändert. 1955 kommt die Serie II auf den Markt: Die Scheinwerfer werden in die Kotflügel integriert und der Kühlergrill, der zuvor gerade war, wird geschwungen. Aus diesem Modell gingen der Morgan Plus 4 (mit 2,0-Liter-Motoren) und der Plus 8 (mit V8-Motor) sowie eine viersitzige Konfiguration hervor.

Der Morgan 4/4 blieb jedoch immer das leichteste und einfachste Modell der Baureihe. Die letzten 4/4, die bis 2018 hergestellt wurden, waren mit einem 1,6-Liter-Ford-Duratec-Motor (mit 111 PS) und einem Getriebe aus dem Mazda MX-5 ausgestattet. Die Formen, die Holzstruktur, die exotische Aufhängung, der Wind im Gesicht und die handwerkliche Fertigung, die auf wenige Exemplare pro Jahr beschränkt war und zu langen Warteschlangen führte, lassen die Essenz von 1936 noch immer erkennen. Zwischen dem Beginn und dem Ende der Produktion vergingen 82 Jahre - ein Langlebigkeitsrekord, der wohl kaum zu übertreffen ist.