Chinesen bauen bizarre Kopie des VW Bulli mit Plug-in-Hybrid
Hinter dem T1-Wolpertinger steht die Marke Skyworth
Die chinesische Automobilindustrie hat sich in puncto Design und Technologie eigentlich von ihrem Kopier-Image längst verabschiedet. Doch wenn es um das Thema Retro geht, bedienen sich einige Marken mangels eigener Historie schamlos bei europäischen Vorbildern. So etwa der Skyworth Summer, der das Aussehen des kultigen VW Bulli T1 mit Elementen amerikanischer Vans wie dem Chevrolet Astro mischt.
Um das ungewöhnliche Rezept zu vervollständigen, verfügt das Modell über einen Plug-in-Hybrid und ist deutlich größer als der ursprüngliche VW Bulli. Der kuriose Van, der wie ein Modell aus Spielen wie Grand Theft Auto aussieht, wurde offiziell beim MIIT registriert.
Bildergalerie: 70 Jahre VW T1 "Samba"
Dieses chinesische Ministerium reguliert die Technologiebranche und ist desöfteren dafür verantwortlich, dass einige der zukünftigen Produkteinführungen des Landes, die den Patentregistrierungsprozess durchlaufen, durchsickern.
Obwohl das Aussehen des Skyworth Summer an der Vorderseite stark an den alten T1 erinnert, zeigen die Klassifizierungen der chinesischen Behörde, dass sich die beiden in Größe und Proportionen deutlich unterscheiden. Der Summer hat eine Gesamtlänge von mehr als 5,29 Meter, der Radstand beträgt 3,25 Meter. Das sind wesentlich größere Abmessungen als beim ursprünglichen T1, der ziemlich genau einen Meter kürzer war 4,50 Meter lang war und einen Radstand von 2,40 Meter aufwies.
Auch das Gewicht des China-Klons ist mit 2.275 Kilogramm deutlich höher. Dies ist vor allem auf die Verwendung von Batterien zurückzuführen, da das Modell über einen Plug-in-Hybrid-Antrieb verfügt. Nach Angaben des MIIT soll der Transporter zwei Motoren haben, einen mit 70 kW (95 PS) und einen mit 60 kW (80 PS). Kombiniert würden diese Motoren 138 PS Systemleistung erzeugen.
Nicht nur die Gesamtproportionen sind viel größer als beim Kombi, auch das Heck ist anders, aber immer noch im Einklang mit dem Retro-Konzept. Die Inspiration scheint von amerikanischen Modellen wie dem Chevrolet Astro und dem Ford Econoline ausgegangen zu sein. Am Kofferraum gibt es Türen wie bei einem Fiat Dobló, sie reichen bis zum Stoßfänger. Es gibt keinen Heckmotor wie beim Original-Bulli und das Reserverad befindet sich außen.
Hommage oder Plagiat?
Volkswagen mag normalerweise keine "Hommagen" wie diese Bulli-Kreation. Vor einigen Jahren beantragte GWM die Registrierung des Industriedesigns von zwei Retro-Elektroautos in Brasilien, dem Ora Punk Cat und dem Ballet Cat. Nach der Eintragung beim Nationalen Institut für gewerbliches Eigentum (INPI) reichte Volkswagen jedoch eine Klage ein, in der es behauptete, es handele sich um Kopien des VW Käfer, und erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen die Eintragung und die Möglichkeit, sie im Land zu verkaufen.
In der Klageschrift behauptete das Unternehmen, die beiden Autos seien "eine eklatante Kopie des kultigen VW Käfer, als ob es in unserem Land keine Gesetze gäbe, die die Bemühungen anderer schützen und unlauteren und parasitären Wettbewerb sowie unzulässige Assoziationen verbieten".
Ora Ballett Katze
Das letzte Urteil in diesem Fall war am 4. März letzten Jahres zugunsten der chinesischen Marke ergangen. Das Urteil gab der Argumentation von GWM Recht, dass kein unlauterer Wettbewerb vorliege, da der VW Käfer seit 1996 nicht mehr in Brasilien produziert werde. Auch das Nachfolgemodell, das als New Beetle auf den Markt kam und später als VW Beetle eine zweite Generation erlebte, wird seit 2020 nicht mehr verkauft, demselben Jahr, in dem die Produktion eingestellt wurde.
Immerhin setzt VW selbst beim ID.Buzz ein wenig auf das Flair und die Optik der alten Bulli-Modelle. Und ein wenig mehr Retro würden wir uns durchaus aus Wolfsburg wünschen. Es muss ja nicht so aussehen wie beim Skyworth Summer.
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