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Italien: Alfa Romeo, Fiat und Lancia mit herben Verlusten

Toyota und Dacia haben stark aufgeholt, der Marktanteil von Fiat beträgt nur noch sieben Prozent

Die beliebtesten Automarken der Italiener im Jahr 2024
Bild von: Motor1.com

2024 war ein weiteres schwieriges Jahr für den Automobilmarkt in Italien. Vor allem die heinmischen Marken mussten mächtig Federn lassen. So hat die einst omnipräsente Marke Fiat inzwischen nur noch einen Marktanteil von sieben Prozent.

Dafür sorgen hausgemachte Probleme: Der neue Fiat Grande Panda verzögert sich, der Verbrenner-500 wurde vorerst ersatzlos gestrichen und auch der Panda ist nicht mehr allzu günstig. Lancia verlor noch deutlicher an Boden, was indes auf den Modellwechsel beim in Italien beliebten Ypsilon zurückzuführen ist. 

Bildergalerie: Fiat Pandina (2024) Sitzprobe

Unter den Marken, die man als "Gewinner" bezeichnen kann, sticht Dacia hervor, die ihre Präsenz auf dem italienischen Markt mit einem Anstieg von 13,67 % dank wettbewerbsfähiger Modelle im Preis-Leistungs-Verhältnis konsolidieren konnte. Toyota (plus 24,55 %) und Lexus (plus 61,80 %) stachen ebenfalls hervor, angetrieben durch die wachsende Nachfrage nach Hybridfahrzeugen.

Interessant ist auch der Aufstieg einiger chinesischer Marken wie MG (+ 32,01%) und BYD, die in einem einzigen Jahr 2.771 Autos auslieferten. Mitsubishi ist die einzige Marke, die ein dreistelliges Wachstum verzeichnen konnte (211,49 %), ebenso wie Lotus (159,85 %), wobei zu beachten ist, dass es sich um 3.252 bzw. 356 Einheiten handelt.

Und die italienischen Marken? Fiat behält zwar die Führung auf nationaler Ebene und Volkswagen bleibt dahinter, aber trotz des hohen Volumens sind beide Marken rückläufig (sie verloren 17,6 % bzw. 1,25 %).

Stellantis und die italienischen Automarken

Im Jahr 2024 wurden 143.867 Fiat-Fahrzeuge zugelassen (-17,60%), ein Rückgang gegenüber 174.587 im Jahr 2023. Auch für Lancia (-28,32 %) und Alfa Romeo (-14,59 %) ging es deutlich nach unten. Ganz ohne deutsche Arroganz müssen wir sagen: Die italienische Automobilbranche steckt richtig tief in der Krise.

<p>Der neue Lancia Ypsilon</p>

Der neue Lancia Ypsilon

<p>Der neue Lancia Gamma, gerendert von Motor1</p>

Der neue Lancia Gamma, gerendert von Motor1

Bei den italienischen Luxusmarken verzeichnete Maserati einen massiven Absatzrückgang (- 41,66 %), während Ferrari gut abschnitt: 755 ausgelieferte Supersportwagen gegenüber 654 im Vorjahr (+ 15,4 %).

Insgesamt beendete der Stellantis-Konzern das Jahr in Italien mit 454.013 verkauften Fahrzeugen (- 10,1 %). DS musste ebenfalls Einbußen hinnehmen (-22,7 %), ebenso wie Jeep (-4,2 %), Opel (-0,2 %) und Peugeot (-2,1 %); Citroen schnitt gut ab (+ 7,2 %), wobei der C3 den ersten Platz unter den Top Ten der meistverkauften Benziner belegte.

Die Rangliste 2024 nach Fahrzeuggruppen

Platz   Zugelassene Einheiten 2024 Veränderung in % gegenüber 2023
1 Stellantis 454.013 -10,19%
2 Volkswagen-Konzern 256.044 +0,42%
3 Renault 184.422 +10,75%
4 Toyota 129.036 +25,91%
5 BMW Group 83.352 +5,13%
6 Ford 68.710 -15,94%
7 Daimler-Benz 55.302 -3,6%
8 Hyundai 49.469 +1,18%
9 Kia 47.787 +1,94%
10 MG 39.951 +32,01%
11 Suzuki 37.684 +8,3%
12 Nissan 34.947 -7,63%
13 DR 26.211 -19,73%
14 Volvo 19.243 +13,63%
15 Tesla 15.650 -5,91%
16 Mazda 14.217 -6,03%
17 Jaguar Land Rover  10.256 -15,11%
18 Porsche 8.211 +6,47%
19 Honda 7.449 +7,27%
20 Mitsubishi 3.252 +211,49%
21 BYD 2.771 -
22 Omoda / Jaecoo 2.495 -
23 Subaru 1.661 -37,01%
24 EMC 1.310 +50,23%
25 Lynq & Co. 982 -72,81%
26 Ferrari 755 +15,44%
27 SSangyong 465 +43,52%
28 Lotus 356 +159,85%
29 Polestar 316 -62,29%
30 Mahindra 223 -66,06%
31 Aston Martin 97 -3,96%

Gemischte Zahlen der deutschen Hersteller

Die deutschen Hersteller zeigten in Italien 2024 gemischte Ergebnisse. Volkswagen, trotz seiner Position als einer der führenden Konzerne in Italien, verzeichnete einen leichten Rückgang von 1,25%, ein Zeichen der Stabilität im Vergleich zu anderen angeschlagenen Marken. Unter den beliebtesten Modellen erzielen der T-Roc und der T-Cross weiterhin gute Verkaufsergebnisse, während historische Modelle wie der Golf (-3,5%) und der Polo (-3,1%) leicht rückläufig sind.

Auch Audi konnte sich dank SUVs wie dem Q3 gut behaupten (+1,31 %). BMW hingegen verzeichnete ein deutliches Wachstum der jährlichen Verkaufszahlen (+17,37%), was auf Modelle wie den X1 zurückzuführen ist. Mercedes blieb mehr oder weniger stabil (+0,85 %), mit einer guten Nachfrage nach dem GLA.

Chinesische Konkurrenz

Die Ergebnisse für 2024 bestätigen, dass die traditionellen Hersteller einer wachsenden Konkurrenz durch asiatische Marken ausgesetzt sind und dass die Notwendigkeit, den Übergang zu Elektromodellen zu beschleunigen, nach wie vor hoch ist; in diesem Zusammenhang ist der Rückgang von Tesla (-5,91%) zu beachten.

MG verbesserte sich um 32 Prozentpunkte und rückte mit dem ZS auf Platz 14 in der Gesamtwertung der meistverkauften Autos im Jahr 2024 vor (im Vorjahr lag er auf Platz 22).

<p>MG ZS (2024)</p>

MG ZS (2024)

Bild von: MG Motor
<p>BYD Sealion 7</p>

BYD Sealion 7

Bild von: BYD

BYD schloss das Jahr 2024 weltweit mit einem Rekordergebnis ab (4,25 Millionen verkaufte Fahrzeuge, +41%) und erreichte in Italien über 3.200 Neuzulassungen, davon mehr als 1.500 allein im Dezember. Dieser konstante Wachstumstrend hat es dem Unternehmen ermöglicht, im Laufe des Jahres 2.886 Einheiten zu registrieren und seinen Marktanteil schnell zu erhöhen: 0,6 % im Dezember, nach durchschnittlich 0,09 % in den ersten neun Monaten. Es wird daher wichtig sein, seine Fortschritte im Jahr 2025, dem Jahr des Sealion 7 und anderer BYD-Neuheiten, zu verfolgen.

Omoda und Jaecoo sind ebenfalls im Aufwind, haben in Italien 2.495 Autos registriert und sind bereit, weitere Neuheiten auf den Markt zu bringen.

Die beliebtesten Automarken der Italiener im Jahr 2024

Platz   Zugelassene Einheiten 2024 Veränderung in % gegenüber 2023
1 Fiat 143.867 -17,6%
2 Toyota 122.946 +24,55%
3 Volkswagen 121.288 -1,25%
4 Dacia 97.263 +13,67%
5 Renault 87.159 +7,67%
6 Peugeot 78.164 -2,1%
7 BMW 71.045 +17,37%
8 Ford 68.710 -15,94%
9 Jeep 68.442 -4,21%
10 Audi 67.812 +1,31%