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Motor1 Numbers: Der europäische Automarkt 2023 im Überblick
VW gewinnt, Stellantis verliert, das Model Y sticht hervor und die Präsenz chinesischer Marken nimmt zu ...


Von: Juan Felipe Munoz
Übersetzt und bearbeitet von: Manuel Lehbrink
15. Feb. 2024 um 13:32 Uhr
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Es war ein faszinierendes Jahr für die Neuzulassungen in Europa. Nicht so sehr wegen des Volumens, das das Niveau vor der Pandemie immer noch nicht erreicht hat, sondern wegen der interessanten Veränderungen und der Rolle neuer Akteure. Insgesamt beliefen sich die Neuzulassungen in Europa laut JATO Dynamics auf 12,8 Millionen Einheiten. 14 % mehr als im Vorjahr.
Deutschland war dabei der größte Markt, führte das Wachstum aber nicht an. Der größte Teil der Entwicklung ist auf die gestiegene Nachfrage im Vereinigten Königreich, in Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Portugal, Kroatien und Zypern zurückzuführen.
Der Elektroschock
Ein Großteil des Anstiegs des Neuwagenmarktes in Europa ist auf Elektroautos zurückzuführen. Diese Fahrzeuge verzeichneten mit 15,7 % einen neuen Rekordmarktanteil. Mit 2,01 Millionen zugelassenen Einheiten hat die Gesamtzahl der Elektroautos die der Dieselfahrzeuge mit 2,05 Millionen Einheiten fast erreicht. Mit diesen Ergebnissen bestätigt sich Europa als zweitgrößter BEV-Markt der Welt, nur noch hinter China mit rund 5 Millionen Einheiten und vor den USA mit 1,07 Millionen Einheiten.

Die Länder, in denen BEVs (Battery Electric Vehicles) am schnellsten wachsen, sind Finnland, Dänemark, Belgien, die Niederlande und Luxemburg. Batterie-Autos waren bereits im Jahr 2022 einigermaßen populär, als sie einen zweistelligen Marktanteil erreichten. Unter den Ländern, in denen BEVs im Jahr 2022 einen geringen Marktanteil hatten, gewann Slowenien 4,0 % (von 5,0 % im Jahr 2022 auf 9,0 % im Jahr 2023), Estland stieg von 3,4 % auf 6,8 % und Lettland von 6,6 % auf 9,0 %.
Kroatien hingegen, das mit 3,2 % im Jahr 2022 bereits einen geringen Marktanteil hatte, sank um 0,3 Punkte auf 2,9 %. Der Marktanteil von Elektroautos im Vereinigten Königreich blieb stabil (von 16,6 % im Jahr 2022 auf 16,5 % im Jahr 2023), während sich Italien mit nur 4,2 % (plus 0,5 Punkte) weiterhin zurückhaltend zeigte.

China und Tesla verändern die Spielregeln
Die andere große Veränderung, die Europa 2023 erlebte, war der Aufschwung chinesischer Automarken. Im vergangenen Jahr kamen sieben neue Marken zu den 23 chinesischen Marken hinzu, die 2022 verfügbar waren. Im Jahr 2023 wurden 322.000 chinesische Autos zugelassen, was einem Anstieg von 79 % entspricht und ihren Marktanteil auf einen Rekordwert von 2,6 % (1,7 % im Jahr 2022) bringt.
Von diesen jetzt 30 Marken wurden jedoch nur von acht mehr als 1.000 Einheiten zugelassen, wobei MG 72 % der Gesamtzahl ausmachte. Die in Großbritannien verwurzelte Marke, die sich vollständig im Besitz der chinesischen SAIC befindet und deren Fahrzeuge in China entworfen, entwickelt und hergestellt werden, war der Star des Jahres. Der Absatz von MG stieg von 113.182 Einheiten im Jahr 2022 auf 231.818 Einheiten im vergangenen Jahr und hat sich damit mehr als verdoppelt. MG war die 20. meistverkaufte Marke und übertraf damit Cupra, Suzuki, Mini oder Mazda.

Unterdessen kletterte Tesla in der Markenrangliste weiter nach oben. Im Jahr 2022 war es die 18. meistverkaufte Marke, und im letzten Jahr belegte es Platz 16 und überholte damit Nissan und Volvo mit 362.300 Einheiten, was einem Anstieg von 56 % entspricht. Dank des rasanten Wachstums konnte Tesla das Model Y als meistverkauftes Modell in Europa platzieren. Es war das erste Mal in der Geschichte der europäischen Automobilindustrie, dass ein nicht-europäisches Modell die Rangliste anführte und das erste Mal, dass ein Elektromodell die auf dem ersten Platz landete.
VW-Konzern ist Marktführer
Es war ein gutes Jahr für Volkswagen, dessen Marktanteil von 24,7% im Jahr 2022 auf 25,8% im vergangenen Jahr stieg. Es war der Automobilkonzern mit dem höchsten Marktanteilszuwachs in diesem Jahr. Das Wachstum wurde durch die Ergebnisse von Audi, Skoda, Seat und Cupra ermöglicht.
Sie alle konnten ihre Positionen verbessern, was zum Teil auf ihr elektrisches Angebot und zum Teil auf das gute Angebot an "alten" Produkten wie dem Audi A4, A1, Q2 und Seat Ibiza zurückzuführen ist. Andere wichtige positive Ergebnisse kamen vom Skoda Octavia (gerade erst mit einem Facelift versehen) und dem Kamiq, dem Audi Q4, dem Seat Ateca und dem Cupra Leon.
Die Kernmarke VW verlor hingegen an Boden: Der Golf konnte seine Zulassungen kaum steigern (+4 %) und der T-Cross verzeichnete einen Rückgang von 5 %. Die Elektroauto-Linie der Marke schnitt gut ab: Der ID.4 belegte den dritten Platz im BEV-Ranking und der ID.3 den siebten Platz. Ihre direkten Konkurrenten, das Tesla Model Y und der MG 4, wuchsen jedoch deutlich schneller. Das Model Y, dessen durchschnittlicher Verkaufspreis 15 % über dem des ID.4 liegt, wurde fast dreimal so oft verkauft wie der VW. Der Durchschnittspreis des MG 4 war in Deutschland 5 % höher als der des ID.3, aber der MG 4 verkaufte trotzdem 8.800 Einheiten mehr als der ID.3.

Weitere große Gewinner waren Suzuki dank der privaten Zulassungen des Vitara, des Swift, des Ignis und des S-Cross; die Renault-Gruppe dank der Wiedereinführung des Clio (+ 42%), der guten Ergebnisse des Dacia Jogger (+ 60%) und des guten Starts des Renault Austral. Der Dacia Sandero war übrigens das am zweithäufigsten zugelassene Fahrzeug in Europa.
Stellantis verliert Anteile
Auf der anderen Seite steht Stellantis als der Konzern, der am meisten Marktanteile verloren hat. Es war der zweite Verlust von Marktanteilen in Folge seit der Gründung im Jahr 2021. In jenem Jahr lag der Marktanteil von Stellantis bei 20,3 %, fiel dann auf 18,2 % im Jahr 2022 und blieb im vergangenen Jahr bei 16,6 %.
Die anfänglichen Auswirkungen des Zusammenschlusses mit Stellantis waren positiv für die Rentabilität, aber negativ für Volumen und Marktanteil. Obwohl FCA und PSA jetzt mehr verdienen als in der Zeit, als sie noch getrennt waren, laufen sie Gefahr, anfälliger für die Ankunft chinesischer Marken zu sein. Und vier große Stellantis-Marken in Europa haben an Boden verloren.
Mehr Zahlen und Marktbeobachtungen:
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Der Autor des Artikels, Juan Felipe Munoz, ist Automotive Industry Specialist bei JATO Dynamics.
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