Dieses Modell hat aber nichts mit dem Euro-Passat zu tun

Das Limousinen-Angebot von Volkswagen in China ist ziemlich verwirrend, da es viele Modelle mit Stufenheck gibt, die durch die lokalen Joint Ventures mit SAIC und FAW angeboten werden. In der Volksrepublik verkauft VW immer noch einen Bora und einen Phideon, der als indirekter Nachfolger des unglücklichen Phaeton dient. Interessant ist auch die dortige Passat-Familie.

Der neueste Passat in China-Spezifikation wurde Ende 2018 eingeführt und hat ein deutlich anderes Design als das Euro-Modell, das seit 2015 verkauft wird. Die CN-Version sieht der nordamerikanischen Version sehr ähnlich, obwohl die beiden Modelle unter der vertrauten Haut völlig unterschiedlich sind. Das liegt daran, dass das in China verkaufte Modell auf der MQB-Plattform basiert, während die US-Version noch die recht alte Technik des Passat NMS nutzt.

2022 Volkswagen Passat facelift (CN)
2022 Volkswagen Passat facelift (CN)

Noch mehr Verwirrung stiftet der Magotan, im Wesentlichen eine Version des in Europa verkauften Passat mit längerem Radstand. Er reiht sich zwischen den hiesigen Passat- und Phideon-Modellen in die Limousinen-Familie von VW China ein, die weitere Modelle wie den Lavida, Lamando und den CC (Arteon in internationalen Märkten) umfasst.

Für das Modelljahr 2022 verpasst VW dem Passat im bevölkerungsreichsten Land der Erde ein Facelift. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hat jetzt erste Bilder des neuen Modells veröffentlicht, nachdem das Auto vor kurzem den Segen der Regierung erhalten hat. Die Limousine erhält einen glitzernden Kühlergrill mit wabenförmigen Chromeinsätzen, sowie aktualisierte LED-Scheinwerfer und ein saubereres Design des vorderen Stoßfängers.

Die auffälligste Änderung findet sich am Heck, wo der China-Passat einen über die gesamte Breite reichenden Lichtbalken erhält, wobei wir uns nicht ganz sicher sind, ob dieser tatsächlich leuchtet oder nur als Dekoration dient.

Die grässlichen Fake-Endrohre sind leider immer noch da, ebenso wie der Schriftzug "280 TSI", der für das Einstiegsmodell mit 1,4 Liter Hubraum reserviert ist, das neben den 2,0-Liter-Modellen 330 TSI und 380 TSI verkauft wird. Alle drei bekommen stets ein DSG.

Da die nordamerikanische Version dem chinesischen Modell sehr ähnlich sieht, fragen wir uns, ob diese Änderung auch für den in den USA verkauften Passat gelten wird. Selbst wenn das der Fall sein sollte, wird er hierzulande nicht mehr lange verkauft werden, da die Produktion der Mittelklasse-Limousine im Werk in Tennessee laut einem Bericht im Jahr 2023 endet.

In Europa soll es aber noch eine neue Generation des Passat geben, wie VW bereits offiziell angekündigt hat. Sie wird wohl gemeinsam mit dem kommenden Skoda Superb vom Band laufen.