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VW Golf im Rückblick: Der Golf IV (1997 - 2003)

Ferdinand Piëch machte den Golf edel

VW Golf IV (1997-2003)

Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Von: Roland Hildebrandt

20. Okt. 2019 um 13:19 Uhr

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Vor der Weltpremiere des VW Golf 8 blicken wir zurück auf seine Vorgänger. Mittlerweile befinden wir uns in den späten 1990er-Jahren: Meine Wenigkeit diente 1997 bei der Bundeswehr, als der neue Golf IV auf der IAA in Frankfurt debütierte. Nicht nur ich war ziemlich von den Socken. Was für ein Fortschritt gegenüber dem Vorgänger! Gut, von vorne sah er ihm noch recht ähnlich. Aber alles wirkte viel edler: Scheinwerfer mit silbernem Hintergrund, extrem schmale Fugen, geschäumte Kunststoffe innen mit feinen Spaltmaßen und als Knüller die blaue Instrumentenbeleuchtung. Das alles kam bei meinem Bürokollegen so gut an, dass er spontan rund 30.000 DM zusammenkratzte und einen Golf IV 1.8 T mit 150 PS im knalligen Farbton "Jazzblau" bestellte.

Mehr zum VW Golf:

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Unter der Regie des damaligen Volkswagen-Chefdesigners Hartmut Warkuß entstand Mitte der 1990er-Jahre der Golf IV. VW realisierte mit dem Golf IV einen völlig neuen Qualitätsstandard, unter Federführung von Ferdinand Piëch wurden die Schwachstellen des Golf III bei der Qualität ausgemerzt. Das spürten die Kunden: Selbst wer einen Basis-Golf mit 75 PS orderte, war weit entfernt von nackter Armut wie noch beim Golf II.  Wie ernst es Konzernchef Piëch mit dem 4er-Golf war, beschrieb er einige Jahre später selbst: "Ich griff noch mitten im Serienanlauf ein, um die Seitencrash-Sicherheit zu erhöhen."

VW Golf IV (1997-2003)

Parallel dazu schritt mit dem Debüt des Elektronischen Stabilitätsprogramms (ESC) und des Bremsassistenten im Jahr 1998 der Ausbau von Sicherheitssystemen voran. Im gleichen Jahr stellte Volkswagen den ersten Golf mit dem neuen Allradantrieb 4MOTION vor. 1999 kam der erste Golf mit 6-Gang-Getriebe auf den Markt. Der GTI hingegen verkümmerte zur Ausstattungslinie ohne besondere optische Reize. Dabei mangelte es im Programm des Golf IV nicht an Leistung: Es gab einen 2,3-Liter-Fünfzylinder mit bis zu 170 PS, der 2.8 V6 lieferte 204 PS.

VW Bora (1998-2005)

Diese kräftigen Motoren waren auch mit Blick auf den Bora (siehe Bild oben) ins Programm gehievt worden, wie der Jetta respektive Vento seit 1998 hieß. Der Bora sollte höher als der Golf positioniert werden und zielte unter anderem gegen die 3er-Reihe von BMW. Geplant war eine komplette Modellfamilie, realisiert wurden aber nur Limousine und Kombi, wodurch es im VW-Programm mitsamt dem Golf Kombi plötzlich zwei sehr ähnliche Variant gab. Dennoch war der Bora mit 4,6 Millionen gebauten Exemplaren weltweit sehr erfolgreich. Doch der eigentlich angedachte Ausbau der Baureihe erklärt im Nachhinein, warum es keinen direkten Nachfolger des Corrado und des Golf III Cabriolet gab: Angedacht waren nämlich eigentlich ein Coupé und ein Cabriolet vom Bora, die beide aber nie realisiert worden. Stattdessen bekam der offene Golf III im Jahr 1998 das Gesicht des Golf IV und wurde bis 2002 weiter angeboten.

VW Golf IV R32

Doch zurück zum VW Golf IV: 2001 folgte der heute bereits als Klassiker gesuchte Golf GTI „Edition 25“ mit 132 kW/180 PS zum 25. Geburtstag des GTI, 2002 der erste Golf mit Benzindirekteinspritzung (FSI). Ebenfalls 2002 stellte Volkswagen zudem den bis dato sportlichsten Golf vor: den 250 km/h schnellen R32. 2003 war es dieses Topmodell der Baureihe, das erstmals mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG erhältlich war, was VW auch dick am Heck kundtat. Im selben Jahr räumte die Nummer 4 – der erste mit Navigationssystem inklusive Farbscreen erhältliche Golf – nach 4,99 Millionen Exemplaren den Platz für den neuen Golf V.

 

Jahreszahlen Golf IV

 

1997: Marktstart im Oktober, extrem hohe Karosseriequalität, unter anderem durch Laserschweißen
1997: Neuer Allradantrieb 4MOTION
1997: Erstmals Navigationssystem mit großem Farbscreen
1998: Einführung des optionalen elektronischen Stabilisierungsprogramms ESC, Debüt des Bora, Facelift des Golf III Cabriolet mit Golf-IV-Optik

1999: Das ESC wird in die Serienausstattung übernommen
1999: Erster Golf mit 6-Gang-Getriebe
2002: Erster Golf mit Benzindirekteinspritzung (FSI)
2002: Debüt des Golf R32 als sportliches Topmodell
2003: Erstes Doppelkupplungsgetriebe (DSG) im Golf R32
2003: Auslaufen der Generation IV nach 4,99 Millionen Exemplaren, Bora-Produktion bis 2005

Bildergalerie: Volkswagen Golf 4. Generation

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