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Mitsubishi Outlander (2025) im Fahrbericht: Neustart mit Schwung

Man will in Europa mit Premiumqualität sowie viel Platz überzeugen

Mitsubishi Outlander PHEV (2025) Test
Bild von: Motor1.com

Vor nicht einmal vier Jahren schien das Ende der Marke Mitsubishi in Europa besiegelt. Die japanische Konzernmutter zog sich überraschend zurück, doch dank hartnäckiger Überzeugungsarbeit – vor allem aus Deutschland – und einer Kooperation mit Renault konnte Mitsubishi Europe am Leben gehalten werden. Der Neustart begann mit umgelabelten Renault-Modellen. Nun folgt mit dem neuen Outlander der erste echte Mitsubishi für Europa.

Bildergalerie: Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test

Das SUV tritt im SUV D-Segment und damit in einer der am härtesten umkämpften Klassen an und soll als neues Flaggschiff die Marke stärken. Seit 2003 ist der Outlander in Deutschland etabliert – jetzt setzt Mitsubishi mit ihm wieder ein Zeichen und bekräftigt das Bekenntnis zum europäischen Markt.

Schnelle Daten Mitsubishi Outlander PHEV (2025)
Antrieb 2,4 Liter Vierzylinder Saugbenziner, je ein Elektromotor vorn und hinten
Leistung 136 PS / 100 kW Benzinmotor, 116 PS / 85 kW Elektromotor vorn, 136 PS / 100 kW Elektromotor hinten, gesamt 306 PS / 225 kW
Länge x Breite x Höhe 4.719 x 1.862 x 1.750 mm
0 - 100 km/h / Topspeed 7,9 Sekunden / 170 km/h
Preis ab 49.990 Euro

Um sich in diesem Segment zu behaupten, braucht es klare Alleinstellungsmerkmale. Mitsubishi setzt auf einen Plug-in-Hybrid als einzige Antriebsvariante und kombiniert ihn mit dem hauseigenen S-AWC-Allradantrieb. Dazu verspricht eine besonders robuste Bauweise auch abseits befestigter Straßen gute Fähigkeiten. Ob das gelingt, zeigt die erste Probefahrt rund um Lissabon.


Exterieur | Interieur | Infotainment | Antrieb | Fahrwerk | Preis | Fazit


Exterieur

Optisch wollte Mitsubishi mit dem Outlander einen Qualitätssprung machen – und das ist gelungen. Das Design ist markant, insbesondere an der Front mit dem "Dynamic Shield". Der große Kühlergrill mit seinen bogenförmigen Chrom-Elementen sowie die wuchtigen LED-Scheinwerfer verleihen dem Outlander eine unverwechselbare Präsenz.

Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Bilder von: Motor1.com

Die Seitenlinie setzt weniger eigene Akzente, aber die hohe Gürtellinie, große Radkästen und ausgeprägte Sicken sorgen für eine kraftvolle Optik. Die prägnante D-Säule trägt zum Wiedererkennungswert bei. Unser Testwagen rollte auf 20-Zoll-Rädern, während die Basisversion mit 18-Zöllern auskommen muss.

Am Heck dominieren schmale, geflügelte Leuchten, die frappierend an einige VW-Modelle erinnern. Vorn wie hinten sorgen angedeutete Unterfahrschutzelemente für den gewünschten robusten SUV-Look.

Abmessungen Mitsubishi Outlander PHEV (2025)
Länge 4.719 mm
Breite 1.862 mm
Höhe 1.750 mm
Radstand 2.704 mm
Bodenfreiheit 195 - 199 mm
Leergewicht 2.070 - 2.120 kg
Zuladung 620 - 670 kg
Anhängelast max. 1.600 kg
Kofferraumvolumen 495 - 1.404 Liter

Interieur

Mitsubishi hat den Innenraum deutlich aufgewertet. In der Top-Ausstattung "Top" (sie heißt wirklich so!) verwöhnt weiches, fein abgestepptes Leder die Insassen, das sich auch über weite Teile des Armaturenbretts und die Türtafeln zieht.

Die Materialauswahl ist hochwertig, aber etwas überladen: Neben braunem Leder und schwarzem Klavierlack kommen Kunststoff, strukturiertes Metall, mattes Carbon und sogar echtes Aluminium zum Einsatz. Weniger wäre hier mehr gewesen. Trotzdem hinterlässt der Outlander einen edlen Eindruck – einige deutsche Hersteller könnten sich davon eine Scheibe abschneiden.

Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Bilder von: Motor1.com

Die beheiz- und belüftbaren Sitze sind großzügig dimensioniert und ermöglichen eine angenehme Sitzposition, auch wenn die breite Mittelkonsole und die massiven Türtafeln den Bewegungsspielraum einschränken. Hinten gibt es eine bequeme Sitzbank mit verstellbarer Rückenlehne und üppigem Knieraum – selbst zwei Personen über 1,80 Meter sitzen hintereinander noch komfortabel.

Im Kofferraum, dessen Klappe elektrisch öffnet, erwartet einen leider die heute bei einem PHEV fast unvermeidliche Kabeltasche. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern raubt auch viel Platz. Dabei hat der Outlander mit mindestens 495 Litern Volumen ausreichend Raum zu bieten. Mit umgeklappten Rücksitzen stehen 1.404 Liter zur Verfügung, was für die Klasse etwas knapp bemessen ist.

Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Bilder von: Motor1.com
Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test

Infotainment und Assistenzsysteme

Das Cockpit wurde komplett überarbeitet. Serienmäßig sind ein 12,3-Zoll-Touchscreen und eine digitale Instrumententafel an Bord. Die Grafik wirkt jedoch überraschend schlicht und monochrom. Die Instrumententafel zeigt neben einem vollgepackten Bordcomputer gleich zwei Leistungsanzeigen in Kilowatt – eine für den Verbrenner, eine für den E-Motor.

Viele Funktionen werden über das Lenkrad und das Fahrerdisplay gesteuert. Das ist nicht immer intuitiv, weil besonders die Drehrädchen im Lenkrad teils träge reagieren. Assistenzsysteme wären auf dem Touchscreen besser aufgehoben. Positiv hingegen sind die zahlreichen physischen Tasten und Regler. Die kabellose Smartphone-Integration via Apple CarPlay und Android Auto funktioniert sehr gut, während das Handy in der induktiven Ladeschale Strom bunkert.

Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Bilder von: Motor1.com

Eingestellt werden muss leider bei jedem Neustart eine ganze Menge. Selten nervte ein Fahrzeug hinsichtlich der Assistenzsysteme derart wie der Outlander. Vor allem der Aufmerksamkeitsassistent, der den Fahrer mittels Kamera überwacht, lässt kaum eine Sekunde Seitenblick zu, ohne direkt akustisch und optisch Alarm zu schlagen. Gleiches gilt für die vorgeschriebene Tempowarnung. Der Outlander bietet aber die Möglichkeit, einige wichtige Funktionen als persönliches Setup zu hinterlegen, das mit wenigen Klicks abrufbar ist. Hat man das erledigt, herrscht wohltuende Ruhe.

Antrieb

Der Outlander fährt größtenteils elektrisch – solange die 22,7-kWh-Batterie geladen ist. Sie unterstützt Schnellladen per CHAdeMO-Stecker, was in 30 Minuten bis zu 85 Kilometer rein elektrische Reichweite ermöglicht. Wir schafften fast 70 Kilometer, obwohl der Akku nicht ganz voll war. Aber erstmal einen CHAdeMO-Anschluss finden ...

Mit 306 PS Systemleistung ist der Outlander gut motorisiert. Im Normalmodus – einem von sieben (!) Fahrmodi – fährt er meist lautlos und geschmeidig nur mit den beiden E-Motoren (116 PS vorn, 136 PS hinten). Erst bei starker Beschleunigung schaltet sich der 2,4-Liter-Saugbenziner dazu, bleibt aber angenehm zurückhaltend.

Fahrleistungen Mitsubishi Outlander PHEV (2025)
0 - 100 km/h 7,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Verbrauch (WLTP) 23,4 -23,5 kWh/100km & 0,8 l/100 km
elektrische Reichweite ca. 85 km

Im Power-Modus läuft der Verbrenner durchgehend, die Gasannahme wird spürbar bissiger, aber die hohen Drehzahlen machen diesen Modus nur für kurze Sprints sinnvoll. Das Zusammenspiel der drei Motoren funktioniert reibungslos. Der Antrieb fühlt sich sehr souverän an und bietet bei Bedarf durchaus auch Fahrspaß, auch wenn dies sicher nicht die Kernkompetenz des Outlanders ist.

Viel wichtiger ist die Frage nach dem Verbrauch. Beim gemütlichen Cruisen rund um Lissabon verbrauchten wir durchschnittlich 20,4 kWh/100 km und waren fast ausschließlich elektrisch unterwegs. Der zusätzliche Benzinverbrauch betrug nur 1 l/100 km. Das ist angesichts der Fahrzeuggröße als PHEV schon beachtlich und liegt sogar deutlich unter dem Normverbrauch.

Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Bild von: Motor1.com

Im hybriden Modus, also mit leerer Batterie, kamen wir auf ca. 8 l/100 km, was ebenfalls ein recht guter Wert ist. Dabei ist stets genug Saft im Akku, um beim Beschleunigen zu boosten. Nur bei langem Dauerfeuer auf der Autobahn macht sich die leere Batterie dann deutlich bemerkbar. Dort fällt auch der geringe Topspeed von nur 170 km/h negativ auf. Rein elektrisch sind bis 130 km/h möglich.

Fahrverhalten

Der Outlander versteht sich ja durchaus auch als Arbeitstier, das man im Gegensatz zu vielen seiner SUV-Brüder auch im etwas anspruchsvolleren Gelände hart rannehmen kann. Auch wir machten einen ausgedehnten Abstecher auf unbefestigte Wege und waren sehr angetan.

Nicht nur der innovative Allradantrieb, der einen aus jedem Schlammloch wühlt, macht seine Sache perfekt, auch das Fahrwerk zeigt sich von allen Gemeinheiten abseits befestigter Straßen völlig unbeeindruckt. Nur die deutlichen Geräusche aus dem Bereich der Radaufhängungen zeugen von deren immensen Anstrengungen.

Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Bilder von: Motor1.com

On the Road hingegen zahlt man gewissermaßen den Preis für diese Künste. Damit das Fahrwerk im Gelände gut performt, wurde es mit langen Federwegen versehen, die mit recht harten Dämpfern im Zaum gehalten werden. Auf der Straße resultiert das einerseits in einem etwas schaukeligen Verhalten bei langen Wellen oder einseitigen Anregungen.

Auf der anderen Seite dringen kurze Schläge oder Schlaglöcher doch deutlich in den Innenraum durch. Dabei muss man aber auch berücksichtigen, dass die erlaubte Zuladung von bis zu 670 kg in dieser Klasse sehr beeindruckend ist, aber ebenfalls Zugeständnisse in Sachen Fahrwerksabstimmung erforderte.

Dafür liegt der Outlander sehr sicher in Kurven aller Art, ohne sich durch überschäumendes sportliches Talent hervorzutun. Beim Beschleunigen aus engen Kurven sorgt der hintere Elektromotor sogar dafür, dass sich das Heck leicht eindreht. Zusammen mit der recht indirekten, aber präzisen Lenkung und der guten Übersicht gelingt das Rangieren im engen Stadtverkehr trotz der doch recht umfangreichen Außenmaße mühelos.

Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Bild von: Motor1.com

Die Assistenzsysteme machen ihren Job mit Ausnahme des Aufmerksamkeitsassistenten sehr unauffällig. Der Abstandstempomat agiert eher vorsichtig und zögerlich, aber sicher. Erstaunlicherweise konnten wir in unserem Testwagen keinen Spurfolgeassistenten finden, was daran liegen könnte, dass es sich um ein EU-Fahrzeug handelt. Die deutschen Versionen sollen dies aber an Bord haben.

Preis

Der Mitsubishi Outlander startet in vier Ausstattungslinien. Die Basisversion „Basis“ kostet 49.990 Euro und bringt bereits eine solide Ausstattung mit, darunter das große Display-Arrangement, eine 360-Grad-Kamera, einen adaptiven Tempomaten und sogar eine Standheizung. Darüber rangieren die Varianten „Plus“ und „Intro Edition“. Das Topmodell heißt – wenig überraschend – „Top“ und kostet 59.490 Euro. Dafür gibt es dann nahezu alles, was die Optionsliste hergibt.

Ein Vergleich lohnt sich: Der 4,79 Meter lange VW Tayron startet als 204 PS starker eHybrid bei 53.425 Euro, die R-Line-Variante mit 272 PS kostet mindestens 61.355 Euro – allerdings nur mit Frontantrieb. Skodas Kodiaq liegt mit 49.220 Euro auf Outlander-Niveau, leistet jedoch ebenfalls nur 204 PS und kommt serienmäßig als Fronttriebler.

Mitsubishi Outlander PHEV 2025 Test
Bild von: Motor1.com

Den Renault Espace als Vollhybrid mit 200 PS gibt es ab 43.800 Euro, während der technisch verwandte Nissan X-Trail e-Power mit gleichem Antrieb bei 45.900 Euro startet. Deutlich günstiger fährt man mit dem MG HS PHEV, der 272 PS bietet und schon für 39.990 Euro zu haben ist. Am oberen Ende liegt der Kia Sorento PHEV, der mit etwas mehr Länge erst bei 59.640 Euro beginnt.

Fazit 7,5 / 10

Der Neustart von Mitsubishi in Europa mit dem Flaggschiff Outlander ist gelungen. Das SUV wirkt hochwertiger und erwachsener als sein Vorgänger und kratzt in Sachen Innenraumqualität bereits an der Premium-Liga. Die beeindruckende Geländegängigkeit bringt jedoch spürbare Kompromisse beim Fahrkomfort mit sich, und einige Assistenzsysteme zeigen sich wenig zurückhaltend. Preislich liegt der Outlander im Mittelfeld seiner Klasse, kann aber mit einer umfangreichen Serienausstattung punkten. Zudem bietet Mitsubishi beim Flaggschiff ein einzigartiges Garantiepaket bis zu acht Jahren, womit er in dieser Beziehung all seinen Kontrahenten voraus ist.