Wie weit kommt der Renault Zoe R135 mit 52-kWh-Akku im realen Verkehr?

Der Renault Zoe ist seit Jahren eines der meistverkauften Elektroautos in Deutschland. Mit dem kürzlich erschienenen Facelift kamen die 52-kWh-Batterie, der 135-PS-Motor und optional Gleichstrom-Laden hinzu. Damit wurde der kleine Fünftürer noch interessanter.

Wir haben das Topmodell Zoe R135/Z.E. 50 in unseren wöchentlichen Verbrauchstest geschickt. Auf unserer 360 km langen Standard-Teststrecke von Rom nach Forlì erreichte der Zoe bei sommerlichen Temperaturen einen Rekordverbrauch von nur 11,00 kWh/100 km. Das ist der niedrigste, bisher von uns ermittelte Stromverbrauch eines Elektroautos. Mit deutschem Haushaltsstrom (32 Cent pro kWh) ergeben sich daraus Stromkosten nur 3,52 Euro/100 km.

Rekord bei E-Autos: Nur 11 kWh/100 km

Im Ranking unserer Verbrauchstest-Ergebnisse ist der Renault Zoe R135 also der neue Spitzenreiter bei den Elektroautos. Rekordhalter war bisher der BMW i3 REx (11,4 kWh/100 km). Auch das Tesla Model 3 Standard Range Plus (11,9 kWh) und der Hyundai Kona Electric 64 kWh (12,0 kWh) wurden übertroffen. Ebenfalls distanziert wurden der alte Renault Zoe R90 (12,7 kW) und der Nissan Leaf 40 kWh (13,1 kWh).

2019 Renault ZOE

Leise und gut verarbeitet

Der Testwagen war die 135 PS (100 kW) starke Topmotorisierung, die eine Batteriekapazität von 52 kWh besitzt, und hatte die italienische Intens-Ausstattung. Zur Serienausstattung gehören dabei 16-Zoll-Aluräder, Licht- und Regensensor, ein Infotainment mit 9,3-Zoll-Bildschirm, DAB-Radio, Navigationssystem, Parkpiepser vorne und hinten, Rückfahrkamera, Klimaautomatik, Tempomat und vier elektrische Fensterheber. Der deutsche Listenpreis liegt bei knapp 36.000 Euro.

2019 Renault ZOE

Der geliftete Zoe fährt sich flüssig, leicht und leise, ohne übermäßige Sportlichkeit. Es stellt sich ein angenehmes Gefühl von Komfort ein. Das Platzangebot ist gut und das hohe Dach sorgt für eine gute Sicht und Helligkeit im Innenraum. Die Schwelle zum Laderaum ist allerdings etwas hoch. Das Aufladen mit Gleichstrom geht schnell, auch wenn die versprochenen 50 kW schwer zu erreichen sind.

Meister des Konsums und der Autonomie

Der Renault Zoe R135 erwies sich in diesem Test bei Umgebungstemperaturen nahe 30 Grad Celsius als sparsam; dementsprechend hoch ist auch die Reichweite.

Die 52-kWh-Batterie ermöglicht im Durchschnitt 350 bis 400 Kilometer, mit Spitzenwerten nahe 500 km bei sparsamer Fahrweise und einem Minimum von knapp 250 km, wenn man auf der Autobahn oder mit schwerem Gasfuß unterwegs ist. Kurzum: Reichweitenangst ist hier kein Problem.

Hier sind unsere Ergebnisse für verschiedene Verkehrssituationen:

  • Stadtverkehr (Rom): 13,0 kWh/100 km, 395 km Reichweite
  • Stadt-Umland-Mix: 11,8 kWh/100 km, 436 km Reichweite
  • (Italienische) Autobahn: 20,6 kWh/100 km, 249 km Reichweite
  • Stromspartest: 8,9 kWh/100 km, 582 km Reichweite
  • Maximaler Verbrauch: 38,0 kWh/100 km, 135 km Reichweite

Aus dem offiziellen Datenblatt

Modell Kraftstoff Leistung Verbrauch
(WLTP)

Reichweite

(WLTP)

Leergewicht
Renault Zoe R135/Z.E. 50 Strom 135 PS 17,7 kWh/100 km 386 km 1.577 kg

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Renault Zoe R135/Z.E. 50 Intens 
Deutscher Listenpreis: 35.890 Euro
Testdatum: 24. Juni 2021
Wetter (Abfahrt/Ankunft): heiter, 31 Grad/ heiter, 31 Grad
Insgesamt während der Tests gefahren: 1.083 km
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 76 km/h
Reifen: Michelin CrossClimate+ - 195/55 R16 M+S

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 11,00 kWh/100 km
And der Ladesäule bestimmter Verbrauch: k.A.
Mittel aus diesen Werten: 11,00 kWh/100 km
Strompreis: 0,32 Euro/kWh
Stromkosten: 3,52 Euro/100 km

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, nennt er Ihnen wahrscheinlich einen Wert, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht hat er den Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder er hat seine Tankrechnungen aufbewahrt und sich daraus einen Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule.

Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung).

Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 32 Cent pro kWh (gerundeter Durchschnittspreis für 1 kWh Haushaltsstrom in Deutschland im Jahr 2020 mit 19% Mwst. laut Bundeswirtschaftsministerium). Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.

Bildergalerie: Renault Zoe (2019)