Elektro-SUV mit hoher Reichweite und niedrigen Betriebskosten

Doppelrekord für den Hyundai Kona Elektro: Er ist das erste Elektroauto, das mit einer Akkuladung die Standardstrecke unseres Verbrauchstests schafft vollendet und auch der, bei dem ich am wenigsten dafür ausgegeben habe. Die Gründe dafür lagen in einer gleichmäßigen Fahrt ohne Stopps, aber auch die große 64-kWh-Batterie der Spitzenversion. Der Elektro-Kona fühlt sich an wie ein normales SUV, das heißt: Die Reichweitenangst hält sich in Grenzen. Der Stromverbrauch lag bei 12,00 kWh pro 100 Kilometer, was bei einem durchschnittlichen Strompreis in deutschen Haushalten von 29,16 Cent (laut stromauskunft.de) 3,50 Euro pro 100 Kilometer entspricht. Dabei ist zu beachten, dass wir Ladeverluste außen vor lassen, wir berechnen den Verbrauch aus der Bordcomputer-Anzeige. Danach hätten wir theoretisch 533 km mit einer Batterieladung fahren können.

Hyundai Kona Electric, la prova consumi
Hyundai Kona Electric, la prova consumi

Geringe Kosten pro 100 Kilometer

Mit dem Wert von 12 kWh pro 100 km ist der Kona Elektro das zweitsparsamste Elektroauto, das wir bisher gefahren haben -- gleich hinter dem BMW i3 REx mit Range Extender, der nur 11,4 kWh brauchte. Der Renault Zoe 41 kWh lag bei 12,7 kWh und der neue Nissan Leaf 40 kWh bei 13,1 kWh. Mit den Stromkosten von 3,50 Euro pro 100 Kilometer ist das Auto auch besonders günstig. Das Erdgasauto VW Eco Up (unser Verbrauch: 2,88 Kilo Erdgas pro 100 Kilometer) liegt beim derzeitigen Erdgaspreis von 1,10 Euro pro Kilo (laut www.erdgas.info) allerdings bei 3,17 Euro.

Beeindruckende Kraft und Reichweite, aber zu langsames Laden

So beeindruckend die Reichweite und die Kraft des Kona Elektro (204 PS) sind, für das Aufladen braucht man zu lange. Eine volle Ladung an der normalen Haushaltssteckdose dauert über 30 Stunden. Und von den 22 kW Ladeleistung, die unsere öffentliche Ladesäule anbietet, kann das Auto mit seinem internen Ladegerät nur 7,4 kW nutzen. Richtig flott (nämlich in etwa 1,5 Stunden) geht es nur an einer Schnellladestation mit Gleichstrom.

Hyundai Kona Electric, la prova consumi
Hyundai Kona Electric, la prova consumi

Schluss mit der Reichweitenangst

Wie bei allen Elektroautos hängt auch beim Hyundai Kona Elektro der Verbrauch stark vom Fahrstil ab, aber noch nicht mal bei hohem Tempo muss man sich Sorgen wegen der Reichweite machen. So brauchte ich auf der Autobahn durchschnittlich 20,8 kWh pro 100 km, was etwa 300 Kilometer mit einer Ladung ermöglichen sollte. Im römischen Stadtverkehr blieb der Verbrauch mit 14,5 kWh pro 100 Kilometer ebenfalls sehr akzeptabel.

Hyundai Kona Electric, la prova consumi

Daten

Fahrzeug: Hyundai Kona Elektro 64 kWh
Testdatum: 5. Oktober 2018
Wetter: heiter/veränderlich, 24 Grad
Durchschnittsgeschwindigkeit: 78 km/h
Reifen: Nexen N'Fera SU1 - 215/55 R17 94V

Verbrauch und Kosten

Bordcomputeranzeige: 12,00 kWh/100 km
An der Ladesäule ermittelter Verbrauch: keine Angabe
Mittel aus diesen Zahlen: 12,00 kWh/100 km
Strompreis: 0,2916 Euro pro kWh
Stromkosten: 3,50 Euro/100 km

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, nennt er Ihnen wahrscheinlich einen Wert, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht hat er den Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder er hat für eine gewisse Zeit seine Tankrechnungen aufbewahrt und zusammengerechnet. Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Der Wert ergibt sich aus dem Mittel aus Bordcomputer-Wert und dieser beiden Zahlen. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna). Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (in Italien auf der Autobahn 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr. Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet er den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung). Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und den durchschnittlichen Strompreis von deutschen Haushalten, wie von www.stromauskunft.de angegeben.