Ausfahrt im aufgefrischten Kleinwagen mit smaragdgrünen Akzenten

Im Jahr 2019 war der C3 mit knapp 18.000 Stück das meistgekaufte Auto von Citroen in Deutschland, vor dem Berlingo (rund 12.000 Stück) und dem Jumper (etwa 8.000 Stück). Die dritte Generation wurde nun geliftet. Wir haben das Auto mit dem 110 PS starken Turbobenziner mit Handschaltung in und um München herum getestet.

Was ist neu am gelifteten Citroen C3?

Der C3 kam 2002 als Nachfolger des Citroen Saxo auf den Markt. Die aktuelle dritte Generation startete 2017; im Juni folgte nun das Facelift. Die Änderungen beim C3 halten sich jedoch in Grenzen.

Citroen C3 (2020): Die ungewöhnliche Lichtsignatur besteht aus Tagfahrlicht oben und Scheinwerfern unten.
Lichter in drei Etagen: Tagfahrlicht oben, Scheinwerfer in der Mitte, Nebel-Licht ganz unten.

Optische Erkennungsmerkmale des Facelifts sind die nach unten in Richtung Scheinwerfer abzweigende Chromlinie vorne sowie die neuen Farben (darunter emeraude, also smaragdfarben - eigentlich eher ein Türkis). Außerdem wurde die Zahl der Airbumps (die seitlichen Rammschutz-Polster an den Türen) auf drei reduziert und es gibt dicker gepolsterte Sitze.

Aus den sieben Außenlackierungen, vier Dachfarben und vier Farbpaketen ergeben sich nun fast 100 verschiedene Farbkombinationen. Die getestete Version war weiß mit der Dachfarbe emeraude. Auch die Rahmen der Nebelscheinwerfer, die Außenspiegel und ein Airbump-Element waren beim Testfahrzeug smaragdfarben.

Nach wie vor finde ich die Optik des C3 mit seinen in drei Etagen gestaffelten Lichtern vorne und der Zwiebelring-Lichtsignatur an den Rückleuchten seltsam. Die Wettbewerber 208, Fiesta, Corsa und Polo gefallen mir besser - aber das ist Geschmacksache.

Citroen C3 (2020)

Motoren: Je ein Saugbenziner, Turbobenziner, Diesel

In Sachen Motorpalette ist alles beim Alten: Es gibt einen Saugbenziner mit 83 PS, einen Turbobenziner mit 110 PS sowie einen Diesel mit 102 PS. Die Benziner sind Dreizylinder, der Diesel ein Vierzylinder. Eine Elektroversion (wie bei den Schwestermodellen Peugeot 208 und Opel Corsa) gibt es für den C3 nicht; das liegt wohl daran, dass der C3 noch auf der Plattform des alten Peugeot 208 beruht, die keinen E-Antrieb erlaubt. Ob und wann der C3 auf die neue Basis EMP1 gestellt wird, bleibt offen.

Wir fuhren den 110-PS-Turbo mit Sechsgang-Handschaltung. Wie sich schon am Drehmoment (205 Nm, der Saugbenziner hat nur 118 Nm) und an der Sprintzeit (10,5 Sekunden) ablesen lässt, ist der knapp vier Meter lange Kleinwagen damit ordentlich motorisiert. Dass drei Zylinder unter der Haube arbeiten, macht sich in minimalen Vibrationen am Schalthebel bemerkbar, wenn man Gas gibt. Ansonsten hält sich der kleine 1,2-Liter-Motor akustisch zurück.

Der Normverbrauch liegt bei 4,4 Liter; wir brauchten auf unserer etwa anderthalbstündigen Fahrt in und um München etwas mehr als sechs Liter. Das entspricht in etwa unseren Erfahrungen, nach denen der reale Spritverbrauch etwa 50 Prozent über dem Normverbrauch liegt.

Das Fahrwerk des C3 ist nach wie vor etwas schwankungsanfällig. Wenn man bei 80 oder 100 km/h leicht hin- und herlenkt, wankt der Wagen doch unangenehm. An der Lenkung gibt es dagegen nichts auszusetzen, genauso wenig wie an der Schaltung.

Cockpit und Kofferraum

Innen hat mein C3 Akzente im gleichen emeraude-Farbton wie außen. Das gefällt mir - vielleicht auch, weil mein alter VW Golf III einst dieselbe Farbe hatte. Gut gefallen mir auch die vier kleinen Luftdüsen mit den filigranen silbernen Rähmchen in der Cockpitmitte. Dass etliche Teile immer noch aus einfachem schwarzem Hartplastik bestehen, ist bei Kleinwagen von Volumenanbietern normal; wer es edler mag, muss einen Audi A1 oder Mini Dreitürer kaufen.

Citroen C3 (2021): Das Cockpit

Die hellgrauen Stoffsitze mit dem sparsam eingesetzten grünen Streifen sind schick. Die Sitzwangen sind üppig gepolstert; allzu viel Seitenhalt darf man aber nicht erwarten. Anders als etwa beim VW Polo oder Peugeot 208 gibt es für den C3 kein Instrumentendisplay; als Fahrer guckt man also auf traditionelle Rundinstrumente. Ich kenne genug Kollegen, denen das sogar lieber ist; ich persönlich finde es etwas altmodisch.

In der Cockpitmitte gibt es einen 7,0-Zoll-Touchscreen für die Navigationskarten. Unpraktisch hier: Man kann nicht per Zweifinger-Geste zoomen, sondern nur über eine Plus- und eine Minus-Taste. Und mehr als nur die allernächste Umgebung kann man sich so nicht anzeigen lassen. Der Workaround zum weiten Auszoomen ist nervig: Man muss auf "Einsicht Karte" tippen, dann erscheint die weitere Umgebung und man kann wieder einzoomen.

Auch die Zieleingabe des Navis ist wenig intelligent. Bei guten Navis erscheint schon nach Eingabe eines "M" der Ort "München" als Vorschlag. Anders hier: Ich gebe MÜN ein, und bekomme Mun in Frankreich vorgeschlagen:

Citroen C3 (2021): Die Zieleingabe des Navi ist nicht sehr intelligent. Wer

Auch die Klimatisierung muss man über den Bildschirm einstellen; separate Rädchen würden bei der Fahrt weniger ablenken. Immerhin gibt es einen eigenen Lautstärkeknopf. Eine Etage tiefer findet sich auch ein USB-Slot zum Laden des Handys.

Ein alter Schwachpunkt von Autos des PSA-Konzerns ist die Bedienung des Tempomaten: Der Hebel dafür verbirgt sich geschickt hinter der linken Lenkradspeiche. Wir haben uns schon manches Mal den Hals verrenkt, um den passenden Knopf an dem Hebel zu finden.

Citroen C3 (2021): Ein altes PSA-Übel ist der Hebel für die Tempomat-Einstellungen, der sich hinter der Lenkradspeiche verbirgt.
Der versteckte Tempomat-Hebel

Das Raumangebot im Fond ist für mich als 1,76 Meter großen Menschen gerade noch ausreichend - vor allem vor den Knien ist der Platz schon ziemlich knapp. Wenn die Vordersitz-Lehnen nicht ausgehöhlt wären, würden sich meine Knie hineinbohren. Mit dem Kopf stoße ich aber nicht an die Decke - was bei Kleinwagen nicht selbstverständlich ist.

Citroen C3 (2021): Vor den Knien sind gerade noch zwei Fingerbreit Raum.
Citroen C3 (2021): Über dem Kopf des 1,76 Meter großen Autos bleiben noch etwa drei Zentimeter Platz.

Ein Minus in Sachen Alltagstauglichkeit ist auch der Kofferraum. Das Volumen von 300-992 Liter ist für das Segment eher unterdurchschnittlich, beim Raumwunder VW Polo sind es 351-1.125 Liter, beim Renault Clio 340-1.096 Liter (weitere Werte in unserer Kleinwagen-Segmentübersicht).

Schlimmer finde ich, dass es eine fast 20 Zentimeter hohe Schwelle am Kofferraumeingang gibt. Ein Einlegeboden wie beim Polo wäre hier hilfreich - zum Beispiel, damit man schwere Getränkekisten leichter herausziehen kann. Beim Umlegen der Rücksitze bleibt außerdem eine deutliche Schwelle. Auch hier ist der VW Polo alltagstauglicher. Auch dort gibt es keinen ebenen Ladeboden, aber man kann Kisten über den Knick hinaus schieben.

Citroen C3 (2021)
Citroen C3
VW Polo (2017): Kofferraum
VW Polo (2017)

Technik-Angebot, Preise und Ausstattung

In Sachen Technik-Angebot ist der Citroen C3 nicht mehr so ganz auf der Höhe der Zeit. Das fehlende Instrumentendisplay und die nicht angebotene Elektroversion wurden schon erwähnt. Außerdem wird kein Abstandstempomat angeboten und die optionale Automatik hat nur sechs Gänge (nicht acht wie bei Opel Corsa und Peugeot 208). Und der serienmäßige Spurassistent ist nur ein Spurverlassenswarner - er hält die Spur nicht, sondern piepst nur, wenn man sie verlässt. Der dabei ertönende Klang wirkt auf mich infantil, er erinnert an Pingpong-Geräusche oder Plastikspielzeug - genauso wie das Blinkergeräusch.

Lobenswert ist aber, dass jeder C3 serienmäßig LED-Scheinwerfer an Bord hat. Dazu gibt es elektrische Fensterheber vorn, einen Tempomaten, eine Verkehrszeichenerkennung (die ich nicht bemerkt habe) und einen höhenverstellbaren Fahrersitz.

Die Ausstattung oberhalb der Basisversion heißt Feel, und dies ist auch die günstigste Version, die mit der gefahrenen Motorisierung Puretech 110 erhältlich ist. Hier ist auch die fehlende Klimaanlage an Bord, und man kann die Außenspiegel elektrisch einstellen (und beheizen). Für diese Version verlangt Citroen 17.195 Euro.

Nebelscheinwerfer, den 7,0-Zoll-Touchscreen, eine Klimaautomatik und eine Handy-Anbindung per Android Auto oder Apple Car Play (gut, wenn man das Handy als Navi einsetzen will) gibt es bei der Version Feel Pack für 18.267 Euro. Zum Vergleich: Einen VW Polo mit 110-PS-Turbobenziner gibt es erst ab 19.774 Euro. Günstiger ist ein Ford Fiesta mit 95-PS-Turbobenziner; er hat allerdings weniger Drehmoment als der C3 und der Polo. Als Fünftürer mit Cool&Connect-Ausstattung gibt es ihn derzeit für knapp 16.000 Euro (Aktionspreis laut Ford-Website).

Fazit: 7/10

Kleinwagen gibt es in Hülle und Fülle, unsere Übersicht über das B-Segment umfasst derzeit 18 Modelle. Warum man ausgerechnet den Citroen C3 kaufen sollte, ist mir nicht klar geworden.

Sicher, am Motor gibt es nichts zu mäkeln, das Fahrwerk ist zwar ein wenig wankanfällig, aber kein Ausschlusskriterium. Schwerer wiegen für mich das beengte Platzangebot im Fond und der arg unpraktische Kofferraum. Ebenfalls wenig begeistert bin ich von der Optik, vom wenig überzeugenden Technik-Angebot und von der geringen Bedienfreundlichkeit (Stichwort Tempomathebel, Display).

Man kann mit alldem zurecht kommen, aber es scheint bessere Angebote zu geben (den Polo) und auch günstigere (den Fiesta).

Bildergalerie: Citroen C3 (2021): Eigene Bilder

Citroen C3 Puretech 110

Motor Dreizylinder-Turbobenziner, 1.199 ccm
Leistung 81 kW (110 PS) bei 5.500 U/min
Max. Drehmoment 205 Nm bei 1.500 U/min
Antrieb Vorderradantrieb
Getriebeart Sechsgang-Schaltung
Höchstgeschwindigkeit 198 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 10,5 Sek.
Länge 3.996 mm
Breite 1.749 mm
Höhe 1.474
Kofferraumvolumen 300-992 Liter
Leergewicht 1.165 kg
Zuladung 405 kg
Verbrauch 4,4 Liter/100 km
Emission 100 g CO2 pro km
Basispreis 17.195 Euro (Ausstattung Feel)
Marktstart Juni 2020 (Facelift)