Volvo verkündet größte Produktoffensive aller Zeiten: 13 neue Autos bis 2030
Sieben neue Autos für westliche Märkte, sechs für China
Volvo steht vor der größten Produktoffensive seit nahezu einem Jahrhundert. Der schwedische Hersteller hat angekündigt, bis Ende 2030 13 komplett neue Modelle auf den Markt zu bringen.
Die Modellpalette soll dabei deutlich stärker auf einzelne Regionen zugeschnitten werden. Der ambitionierte Plan sieht vor, dass sieben der kommenden Modelle auf westliche Märkte ausgerichtet sind, während weitere sechs speziell für China entwickelt werden.
Und nein: Volvo setzt trotz seiner frühen Ankündigung, sich von Verbrennungsmotoren zu verabschieden, nicht mehr ausschließlich auf Elektroautos. Die künftige Modellpalette wird Elektrofahrzeuge ebenso umfassen wie Hybride "der dritten Generation" – als Reaktion darauf, dass es weiterhin „Kunden gibt, die noch zögern, vollständig elektrisch zu fahren“. Das langfristige Ziel der Geely-Marke ist es, ihren Marktanteil zu verdoppeln.
Die neuen Modelle sollen in Volvos drei wichtigsten Regionen verkauft werden: Europa, den USA und China. Zudem kündigt das Unternehmen den Einstieg in neue Segmente an. Die Offensive mit 13 Fahrzeugen wird also nicht einfach nur aus Nachfolgern heutiger Modelle bestehen. Wünschenswert wäre auch ein neuer Kombi – schließlich ist der V90 Geschichte und der V60 wurde in den vergangenen Jahren eher vernachlässigt.
2028 Volvo XC60 T8
Volvo arbeitet enger mit Geely zusammen
Für westliche Märkte sollen die neuen Modelle auf den Architekturen SPA2 und SPA3 basieren. In China wird Volvo enger mit dem Mutterkonzern Geely zusammenarbeiten und Plattformen teilen, um die Entwicklung und Markteinführung der nächsten Fahrzeuggeneration zu beschleunigen. Das dürfte zugleich helfen, Kosten zu senken und Produkte anzubieten, die stärker auf lokale Vorlieben zugeschnitten sind. Apropos Kosten: Ziel ist eine Teilegleichheit von 30 Prozent – dreimal so viel wie heute.
Volvo-CEO Håkan Samuelsson gibt unterdessen eine selbstbewusste Prognose ab:
„Unsere Showrooms werden 2030 ganz anders aussehen. Das ist unsere stärkste Produktpipeline aller Zeiten, zugeschnitten auf regionale Bedürfnisse, und sie unterstreicht unseren Anspruch, die führende Premium-Automarke zu sein.“
Volvo will mehr als nur neue Autos
Die Produktoffensive ist nur ein Teil der Strategie. Volvo verändert auch die Art und Weise, wie die eigenen Fahrzeuge verkauft und betreut werden sollen. Das Unternehmen kündigt ein einfacheres Vertriebsmodell mit transparenten Preisen, vereinfachten Angeboten und speziellen Versionen an, die schneller ausgeliefert werden können.
Der Produktplan selbst ist dennoch der wohl spannendere Teil. Volvo sichert sich in gewisser Weise in beide Richtungen ab: mit Elektroautos für Käufer, die vollständig elektrisch fahren möchten, und zugleich mit einer neuen Generation von Hybriden für alle anderen. Plug-in-Hybride mit großer Reichweite wie die kürzlich vorgestellten XC60 und XC90 sollen Kunden ansprechen, die noch nicht komplett auf Elektroantrieb umsteigen wollen, aber die Vorteile bereits nutzen möchten.
Die ersten dieser 13 Fahrzeuge dürften deutlich vor 2030 erscheinen. Lange müssen wir also nicht warten, um zu sehen, wie stark sich Volvos Modellpalette tatsächlich verändern wird.
Motor1 meint: Volvos Entscheidung, innerhalb von nur vier Jahren 13 neue Modelle zu starten, ist ein ziemlich großer Schritt – vor allem für ein Unternehmen, das in den vergangenen Jahren sehr offensiv über den vollständigen Umstieg auf Elektroautos gesprochen hat. Die Rückkehr zu Hybriden ist aber nicht zwangsläufig ein Rückschritt. Im Gegenteil: Sie zeigt, dass Volvo bereit ist, die eigenen Pläne an das anzupassen, was Kunden tatsächlich wollen, statt alle vorzeitig in ein Elektroauto zu drängen.
Käufern die Wahl zwischen Elektro- und Hybridantrieb zu lassen, könnte den Übergang erleichtern und zugleich die Modellpalette der Marke frisch halten. Die interessantere Frage ist, welche 13 Fahrzeuge wir konkret erwarten können. Volvo verspricht neue Segmente und Produkte, die auf unterschiedliche Märkte zugeschnitten sind. Das sollte also nicht einfach als Welle von Nachfolgern für XC40, XC60 und XC90 verstanden werden. Idealerweise gehören auch Kombis und Limousinen zum Mix.
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