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Für eine persönlichere Erfahrung

Ungewöhnlicher Erlkönig: Hier fährt der neue Hyundai Porter

Kommt der Südkorea-Bulli künftig auch zu uns nach Europa?

Hyundai Porter (2027) Erlkönig
Bild von: Automedia
Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Das südkoreanische Arbeitstier Hyundai Porter, auf ausgewählten Märkten besser bekannt als H-100, steht vor einem historischen Generationswechsel. In seiner vierten Generation gehört der leichte Nutzwagen seit nunmehr über zwei Jahrzehnten zum gewohnten Straßenbild.

Der Hyundai Porter blickt auf eine lange Tradition zurück: Die allererste Generation feierte bereits 1977 ihre Premiere auf Basis des Mitsubishi Delica. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Porter in Südkorea sowie auf zahlreichen Exportmärkten in Asien, Südamerika und dem Nahen Osten (oft als Hyundai H-100) zu einem unangefochtenen Bestseller im Kleinfeuerwehr-, Handwerks- und Logistiksektor.

Langläufer seit 22 Jahren

In Südkorea galt die vierte Generation (Porter II), die seit 2004 produziert wird, jahrelang regelmäßig als das meistverkaufte Kraftfahrzeug des gesamten Landes noch vor populären Pkw-Modellen wie dem Hyundai Grandeur oder Avante. Bislang bot Hyundai das Modell mit Turbodiesel- und LPG-Antrieben sowie seit Ende 2019 als vollelektrischen Porter II EV an.

Seit seiner Einführung vor 22 Jahren vertraute das Modell unverändert auf ein prägnantes Frontlenker-Konzept (Cab-Over), bei dem die Kabine direkt über der Vorderachse platziert ist. Für das Modelljahr 2027 bricht Hyundai jedoch mit dieser Tradition und schickt das klassische Layout in den Ruhestand. Stattdessen erhält die Neuauflage eine spürbar längere Frontpartie, was dem Fahrzeug ein grundlegend verändertes Seitenprofil verleiht.

Bildergalerie: Hyundai Porter (2027) Erlkönig

Ein in Europa bei Erprobungsfahrten in großer Höhe gesichteter Prototyp in der Super-Cab-Ausführung verdeutlicht den optischen Wandel. Das Modell verzichtet zwar weiterhin auf die lange Motorhaube eines konventionellen Pickups, setzt aber auf eine flacher geneigte Windschutzscheibe, die in steil aufragende Seitenscheiben übergeht.

Das Dach verläuft nahezu plan, während an den vorderen Fahrzeugecken rechteckige Scheinwerfereinheiten ins Auge stechen. Mit der Neugestaltung verabschiedet sich Hyundai von der kurzen, rundlichen Front des Vorgängers und entscheidet sich für eine deutlich kantigere Designsprache. Möglicherweise dockt man an den Kia PV5 an.

Hyundai Porter (2027) Erlkönig

Hyundai Porter (2027) Erlkönig

Bild von: Automedia

Der Übergang zwischen der Fahrerkabine und der Fahrzeugfront ist durch eine markante Stufe geprägt, an die sich eine lang gestreckte Ladefläche anschließt. Während ein klassischer Pick-up die Frontstruktur und das Fahrerhaus über einen größeren Teil des Gesamtfahrzeugs verteilt, müssen leichte Nutzfahrzeuge dieser Gattung stets den Spagat zwischen modernem Insassenschutz und maximal nutzbarer Ladefläche meistern.

Durch die verlängerte Schnauze rücken die vorderen Fahrzeugecken weiter vom Fahrer weg. Zudem ermöglicht die neue Nase eine Verschiebung der Vorderachse nach vorne. Dadurch sitzt die Kabine künftig leicht hinter der Achse, ohne dass wertvoller Frachtraum verloren geht. Eine gewagte Balanceübung, die den Ingenieuren hervorragend gelungen zu sein scheint.

Hyundai Porter (2027) Erlkönig

Hyundai Porter (2027) Erlkönig

Bild von: Automedia

Die Halbhauben-Silhouette schafft im Vorderwagen den nötigen Bauraum für energieabsorbierende Knautschzonen. Diese Sicherheitsarchitektur ist eine entscheidende Voraussetzung, sollte Hyundai den nächsten Porter auch auf dem europäischen Markt einführen wollen, wo strenge Crashnormen gelten.

Wie beim Vorgänger liegt der Schwerpunkt weiterhin auf einer möglichst effizienten Grundfläche der Ladefläche. Da solche Transporter oft in engen Innenstädten im Einsatz sind, fällt der Porter im Vergleich zu europäischen Pritsche-Umbauten wie dem Ford Transit spürbar schmaler aus.

Kommt ein reiner Elektroantrieb?

Der gezeigte Prototyp betont seine Ausrichtung auf den harten Arbeitsalltag durch schlicht gestaltete Bordwände und eine funktionale Heckklappe. Die optische Trennung von Ladefläche und Passagierkabine deutet zudem auf eine klassische Body-on-Frame-Konstruktion mit Leiterrahmen hin, die auf hohe Nutzlasten ausgelegt ist. Neben dem überarbeiteten Äußeren spendiert Hyundai dem Porter auch ein modernes, digital aufgewertetes Interieur sowie neue Antriebsoptionen.

Ein sichtbarer Ladeanschluss am Prototypen bestätigt den rein elektrischen Antrieb. Gleichzeitig dürften weiterhin auch klassische Verbrennungsmotoren im Angebot bleiben. Aufschriften wie "4WD" am Fahrgestell lassen zudem darauf schließen, dass Hyundai mindestens eine zweimotorige Allradversion des Elektroantriebs plant.