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Für eine persönlichere Erfahrung

Hyundai Bayon (2026): Von der grauen Maus zum Mini-Tucson

Die zweite Generation des kleinsten SUV der Koreaner wächst deutlich – Sicherheitseinrichtung und Motorenpalette werden aufgewertet

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe
Bild von: Hyundai
Benja Hiller Benja Hiller

"Wenn Bochum ein Auto wäre", schrieb ich Anfang 2025 im Test der ersten Generation des Hyundai Bayon. Der Auftritt des kleinen Crossover war eher der einer grauen Maus. Ein Vorurteil, mit dem auch der VfL Bochum und seine Stadt (gerade in den 1990er-Jahren) zu kämpfen haben. Zutreffend war und ist das natürlich nicht. Denn Bochum ist bunt, grün und kulturell spannend, wenn man die richtigen Ecken kennt.

Auch der Hyundai Bayon war auf den ersten Blick nichts Halbes und nichts Ganzes. Ein Frankenstein irgendwo zwischen Kona und i20. Aber seine inneren Werte und vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis waren herausragend. In den Zulassungen hinkte der Kleine dennoch immer hinter den genannten Brüdern hinterher. Das haben wohl auch die Koreaner bemerkt, weshalb die zweite Generation des Bayon jetzt ordentlich an Statur gewinnt.

Bildergalerie: Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe


Karosserie/Design | Innenraum | Sicherheit und Motoren


Karosserie/Design

Dieses Unbestimmte in der Optik ist jetzt Vergangenheit. Hyundai gönnt dem Bayon eine standesgemäße Bodenfreiheit, das neu erschaffene Familiengesicht im Stile von Tucson und Ioniq 3 und fräst ordentlich Ecken und Kanten ins Blechkleid. Das führt wie beim großen SUV-Bruder zu reichlich dicken Backen über den Rädern.

Eine ordentliche Beplankung aus Hartplastik, eine körperbetonte Seitenlinie, schwarze A- und D-Säulen und Aluräder zwischen 16 und 18 Zoll lassen den einst hemdsärmeligen Look vergessen. "Art of Steel" (sowas wie Stahlkunst) nennt Hyundai seine neue Design-Philosophie. An der Front kommt neben den schmalen LED-Scheinwerfern mit statischem Kurvenlicht jetzt eine minimal vertikale Lichtsignatur zum Einsatz. Die Schürze mit Wabengitter sorgt schon bei unserem ersten Aufeinandertreffen für deutlich mehr Selbstbewusstsein beim kleinsten SUV-Koreaner.

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Bilder von: Hyundai
Bilder von: Hyundai

Auch am Heck sorgt Hyundai mit horizontalen Linien für deutlich mehr Klarheit. Ein massiver Unterfahrschutz ergänzt den robusten Auftritt. Zum Marktstart gibt es neben den obligatorischen Weiß-, Schwarz- und Grautönen auch mehrere Varianten in Blau und Rot. Im Mai 2027 sollen dann noch ein Ecotronic Gray und ein Ethereal Mint Green hinzukommen – beide mit Mineraleffekt.

In den Abmessungen wächst der Bayon deutlich gegenüber der ersten Generation. Mit einem Plus von 6,5 Zentimetern kommt das SUV jetzt auf eine Gesamtlänge von knappen 4,25 Metern. In der Breite wächst er um 3,5 Zentimeter auf 1,81 Meter, in der Höhe um ebenfalls stolze 6,5 Zentimeter auf 1,57 Meter (1,55 Meter, HEV) – mit 18-Zoll-Felgen schlägt er sogar sieben Zentimeter obendrauf. Der Radstand wächst hingegen nur um zwei Zentimeter auf 2,60 Meter.

Innenraum

Auch der Innenraum wurde deutlich umgekrempelt. Das Armaturenbrett zeigt zwar noch immer hauptsächlich Hartplastikoptik, die horizontale Ausrichtung gönnt sich in der neuen Generation jedoch wesentlich mehr Detailfreude. Zudem erhalten die Türverkleidungen im oberen Bereich diagonale Nuten, um eine Polsterung vorzutäuschen. Das sieht nicht nur frischer aus, das fasst sich auch stabil an. Die Griffe sind tatsächlich gepolstert, was den Bayon noch einmal aufwertet.

Je nach Ausstattung kommt ein 12,3-Zoll-Infotainment-Display in Kombination mit einem 12,3-Zoll-Kombiinstrument als Panoramaanordnung zum Einsatz. Hyundai verzichtet also beim kleinsten SUV auf das große getrennte neue Display in der Mitte, wie es beim Tucson und Ioniq 3 zum Einsatz kommt. Etliche physische Bedienelemente bleiben Standard und fördern so den direkten Zugang zu wichtigen Funktionen über einen einfachen Tastendruck.

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Bilder von: Hyundai
Bilder von: Hyundai

Das induktive Laden des Smartphones ist jetzt möglich. Ein optionales Bose Soundsystem soll das Klangerlebnis an Bord verbessern. Hinzu kommt die Integration des Hyundai Digital Key 2.0. Mit dem kann der Bayon über ein kompatibles Smartphone oder eine Smartwatch geöffnet und gestartet werden. Kabellos verbinden lassen sich ebenfalls Apple CarPlay und Android Auto.

Das äußere Wachstum macht sich auch innen bemerkbar. Der Sitzkomfort und das Raumgefühl profitieren von dieser Maßnahme, wie ich bei der ersten Sitzprobe bemerke. Auch im Fond sitzt es sich deutlich besser als noch im Vorgänger. Damit werden Kurztrips mit vier Erwachsenen durchaus komfortabler.

Die Frontbestuhlung kommt mit Heiz- und Lüftungsfunktion sowie Lordosenstütze für den Fahrer und Höhenverstellung für beide Vordersitze. Hinten kommt der Bayon mit mehr Beinfreiheit, neigungsverstellbaren Rückenlehnen und einer Mittelarmlehne mit integrierten Getränkehaltern. Auch das Kofferraumvolumen ist noch einmal gewachsen. 440 statt der vorherigen 411 Liter gehen jetzt in den Koreaner. Lediglich der Vollhybrid wird weniger fassen können: 397 Liter.

Sicherheit und Motoren

In Sachen Sicherheit legt der neue Hyundai Bayon um einiges zu. Bei der Fahrt unterstützen sollen einige Smart Sense Fahrerassistenzsysteme, wie beispielsweise der Autobahnassistent 2.0, ein 360-Grad-Monitor, ein aktiver Totwinkelassistent, ein autonomer Notbremsassistent 2.0, eine intelligente Geschwindigkeitsregelanlage, ein Querverkehrsassistent und eine Einparkhilfe mit Notbremsfunktion.

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Bilder von: Hyundai
Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Hyundai Bayon (2026) Sitzprobe

Bilder von: Hyundai

Ein weiteres Manko des ersten Bayon war vermutlich die geringe Antriebsauswahl, die seit Frühjahr 2024 nur noch einen 1,0-Liter-Turbo-Dreizylinder mit 74 kW (100 PS) bereit hielt. Für die zweite Generation spendiert Hyundai dem SUV gleich drei Varianten. Den Einstieg markiert der 1,0-Liter-T-GDI mit 90 PS, ein Benziner wahlweise mit Sechsgang-Handschaltung oder Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT). Dasselbe Paket gibt es zudem mit einer höheren Leistung von 115 PS.

Die beiden Verbrenner sind direkt zum Marktstart verfügbar. Zu einem späteren Zeitpunkt soll der Hyundai Bayon aber auch mit einem Vollhybriden erhältlich sein. Hier kommt ein 1,6-Liter-GDI-Motor mit einem E-Motor und Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe zum Einsatz. Die Systemleistung soll bei 101 kW (138 PS) liegen. Eine adaptive Rekuperation passt die Energierückgewinnung an die Fahrbedingungen an. Mittels Schaltwippen am Lenkrad kann dieser Vorgang alternativ auch selbst bestimmt werden.

Preise für den neuen Bayon nennt Hyundai derweil noch nicht. Zuletzt lag der Einstiegspreis bei 23.900 Euro. Mit den gewachsenen Außenabmessungen und der gesteigerten Sicherheitseinrichtung könnten wir uns vorstellen, dass die zweite Generation um die 25.000 Euro starten wird. Die ersten Auslieferungen sind für das erste Quartal 2027 angedacht.