Hyundai Ioniq 3 im Test: Sportliche Optik, aber wenig Leistung
Neuer Elektro-Hatchback mit viel Platz und gutem Bediensystem, doch der sportliche Auftritt passt nicht zu 135 PS
Der neue Hyundai Ioniq 3 ist knapp 4,16 Meter lang und liegt damit zwischen Klein- und Kompaktwagen. Wir haben das Modell nun in der Türkei getestet, wo es auch gebaut wird. Wir fuhren die Version mit 99 kW (135 PS) und großer Batterie.
Der Testwagen hatte die Topausstattung N-Line Evo, die mit großem Heckspoiler und Diffusor auffällt. Für unseren Geschmack wirkt die Optik zu sportlich für den Antrieb. Gut also, dass es auch dezentere Varianten des Hyundai Ioniq 3 gibt. Durch den Spoiler, der die Heckscheibe teilt, und die dicken C-Säulen wird auch die Sicht nach hinten eingeschränkt.
Viel Platz und neues Infotainment
Im Innenraum kombiniert Hyundai einen kleinen Bildschirm für die wichtigsten Fahrdaten mit einem bis zu 14,6 Zoll großen Touchscreen. Damit ist der Infotainment-Monitor deutlich größer als im Segment üblich. Für Klimaanlage und Warnblinkanlage gibt es physische Tasten. Das neue Pleos-Connect-System auf Basis von Android Automotive gefiel im Test durch seine einfache Bedienung.
Die KI-Sprachsteuerung Gleo funktionierte allerdings bei zwei Testfahrzeugen nicht. Auch eine Ladeplanung nach Paris konnte das System nicht erstellen, eine Route nach Ankara mitsamt Ladestopps war aber schnell erstellt. Von welchem Ladestand bis zu welchem Ladestand an den einzelnen Stationen geladen werden sollte, wurde aber nicht angezeigt und auch eine Einstellung präferierter Ladeanbieter haben wir nicht gefunden.
Beim Platzangebot kann der Ioniq 3 punkten. Im Fond bleibt deutlich mehr Platz vor den Knien als im kürzeren VW ID. Polo. Der Kofferraum fasst 441 Liter, dazu gibt es ein 119-Liter-Fach unter dem Ladeboden. Die Stützlast von 100 Kilogramm erlaubt auch den Transport von zwei schweren E-Bikes auf einem Heckträger.
Fahrverhalten und Preise
Der Elektromotor liefert 99 kW (135 PS) und 250 Nm. Bei niedrigen Geschwindigkeiten fühlt sich der Hyundai flott an, bei höherem Tempo lässt die Beschleunigung jedoch nach. Für schnelle Überholmanöver wäre mehr Leistung wünschenswert. Die Lenkung ist nicht besonders direkt, das Fahrwerk fällt unauffällig aus. Bei sportlicher Kurvenfahrt bieten die Sitze allerdings wenig Seitenhalt.
Die Rekuperation lässt sich sehr gut über Lenkradwippen einstellen. Zusätzlich gibt es einen One-Pedal-Modus, der das Auto bis zum Stillstand bringt, allerdings wegen des eher schwachen Motors nicht stark verzögert. Zudem gibt es eine situationsabhängige "Auto"-Rekuperation. Der Testverbrauch lag mit 15,9 kWh/100 km nah am Normverbrauch, bei einem Durchschnittstempo von unter 40 km/h, aber mit einigen schnellen Autobahnetappen. Bei dieser Fahrweise hätten wir wohl auch die nach Norm möglichen 434 bis 442 km (N Line Evo) geschafft.
Mit 61-kWh-Batterie startet der Ioniq 3 bei 32.950 Euro. Die empfehlenswertere Variante Trend mit optionalem Navigationssystem und größerem Touchscreen kostet 36.800 Euro. Den VW ID. Polo mit 155 kW (211 PS) und vergleichbarer Reichweite kostet mit dem optionalen Navi und optionalem Winterpaket nach Abzug der ID-Kaufprämie 32.590 Euro. Der ID. Polo ist also günstiger. Auch der VW ID.3 Neo mit 125 kW (170 PS) ist nach Abzug der Prämie günstiger. Insgesamt überzeugt der Ioniq 3 vor allem mit seinem Design, dem Platzangebot und der Bedienung, während Leistung und Ladeperformance zu den Schwächen gehören.
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