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Für eine persönlichere Erfahrung

Designer des Ferrari Enzo entwirft eigenen V12-Supersportler

Der Saugmotor des Kode89 ist mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe mit offener Schaltkulisse kombiniert

Kode89 von Ken Okuyama
Bild von: Ken Okuyama Design

In der Welt der Supersportwagen mangelt es nicht an absurd leistungsstarken Modellen, doch hin und wieder taucht ein Modell auf, das einen erfrischend anderen Ansatz verfolgt. Der Kode89 ist eines dieser Autos.

Vorgestellt beim Pebble Beach Concours d'Elegance während der Monterey Car Week, wirkt die jüngste Kreation von Ken Okuyama Cars, als wäre sie aus einer alternativen Realität entkommen, in der die 1980er- und 1990er-Jahre nie zu Ende gegangen sind.

Bildergalerie: Kode89 von Ken Okuyama

Der Kode89 misst 4.611 Millimeter in der Länge und 1.996 Millimeter in der Breite, ist aber nur 1.139 Millimeter hoch.  Dazu kommen eine lange, flache Karosserie, eine breite Spur und ein bewusst aufgeräumtes Design, das mit seiner Form Eindruck macht statt mit übertriebener Aerodynamik-Spielerei.

Ken Okuyama Cars entwickelte ein eigenes Chassis auf Basis eines Aluminium-Spaceframes mit längs eingebautem V12-Mittelmotor. In der Basisversion leistet der Kode89 397 kW (540 PS) bei 7.000 U/min und 569 Nm Drehmoment aus einem 5,4-Liter-Aggregat. Das japanische Magazin Response berichtet jedoch, dass ein größerer 5,9-Liter-Motor eines lokalen Tuners in einer Topversion rund 552 kW (750 PS) liefern soll. Ein handgeschaltetes Getriebe mit offener Schaltkulisse überträgt die Kraft an die Hinterräder.

Foto von: Ken Okuyama Design

Auf acht Exemplare limitiert, drei davon bereits verkauft

Ken Okuyama Cars plant den Bau von lediglich acht Exemplaren und macht den Kode89 damit deutlich exklusiver als viele etablierte Supersportwagen. Das erste Auto wurde in Pebble Beach enthüllt, zwei Fahrzeuge, deren Produktion noch für dieses Jahr vorgesehen ist, sind bereits verkauft.

Käufer sollen zudem viel Freiheit bei der Konfiguration ihres Fahrzeugs haben. Laut Ken Okuyama Cars arbeiten Kunden mit einem Car-Concierge zusammen, um alle Optionen von einer kompromisslos reduzierten, fahrfokussierten Ausführung bis hin zu einer deutlich luxuriöseren Interpretation festzulegen.

Kode 89

Kode 89

Bild von: Ken Okuyama Design

An der Spitze des Unternehmens steht Ken Okuyama, der unter anderem bei Pininfarina tätig war und an einigen der bekanntesten Sportwagen der Welt mitwirkte, darunter dem Ferrari Enzo. Später gründete er in Japan seine eigene Coachbuilding-Manufaktur; zu den früheren Projekten zählen der Kode 0 und der Kode 57 auf Basis von Lamborghini Aventador beziehungsweise Ferrari 599. Mancher erinnert sich auch an den Kode 9 auf Lotus-Elise-Chassis, doch bei diesem neuen Modell handelt es sich um ein vollständig eigenständig entwickeltes Projekt.

Der Kode89 wirkt wie eine bewusste Absage an fast alles, wozu moderne Supersportwagen geworden sind. Es gibt keine riesigen Batterie, keine vierstellige Leistungsangabe, kein Doppelkupplungsgetriebe und keinen Versuch, die Mechanik hinter Schichten von Technologie zu verstecken. Stattdessen gibt es einen frei saugenden V12, ein manuelles Sechsganggetriebe, ein Aluminium-Chassis, eine Karosserie aus Carbon und ein bemerkenswert niedriges Leergewicht.

Dass nur acht Exemplare gebaut werden, macht den Kode89 eher zu einem Sammlerstück als zu einem Auto, das man regelmäßig auf der Straße sehen wird. Doch das ist wohl nicht der entscheidende Punkt. Ken Okuyama will nicht mit Ferrari, Lamborghini oder McLaren über Stückzahlen konkurrieren. Er erschafft die Art von Auto, die für einen großen Hersteller zunehmend unmöglich zu bauen scheint.