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Für eine persönlichere Erfahrung

Aston Martin Valen (2026): Bond-Bösewicht mit 838 PS und V12

Die Briten bezeichnen den Supersportler als stärkstes Serienfahrzeug mit Frontmotor

Aston Martin Valen
Bild von: Aston Martin

Aston Martins Frontmotor-V12 spielen meist die Rolle der Heldenautos – allen voran als bevorzugtes vierrädriges Fortbewegungsmittel von James Bond. Doch als ich den kantig gezeichneten Valen zum ersten Mal im Q-New-York-Hauptquartier von Aston Martin sah, dachte ich: "So etwas würde ein Bond-Bösewicht fahren."

Vielleicht liegt es am Lack in Satin Andromeda Red (eine Q-Exklusivfarbe), der je nach Lichteinfall von Rot über Orange bis Schwarz changiert, an seinem bösen Blick oder der abrupt abgeschnittenen Heckpartie, die freiliegende Carbonfaser und vier Endrohre am Heck zeigt. Vielleicht suggeriert auch sein Name, Valen, einen gewissen Hang zum Villain (Bösewicht). So oder so: Die Ausstrahlung ist düster – und das funktioniert hervorragend.

Aston Martin Valen

Aston Martin Valen

Foto von: Aston Martin

Der stärkste Aston Martin mit Frontmotor aller Zeiten

Der Aston Martin Valen ist der dritte in einer Reihe maßgeschneiderter V12-Supersportwagen aus dem ultraexklusiven Q-Programm der Marke. Zuerst kam der handgeschaltete Valour, danach der kompromisslose Valiant – beide mit Sechsgang-Handschaltung. Nun legt Aston mit dem Valen noch einmal deutlich nach und bezeichnet ihn als das stärkste Serienfahrzeug mit Frontmotor, das je gebaut wurde.

Mit 838 PS (616 kW) aus einem 5,2-Liter-V12-Biturbo – also 104 PS mehr als im Valiant und 14 PS mehr als im Vanquish – mangelt es ihm sicher nicht an Leistung. Der Valen sprintet laut Aston Martin in 3,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 344 km/h. 

Anders als Valour und Valiant gibt es hier jedoch kein manuelles Getriebe. Im Valen arbeitet ein Achtgang-ZF-Transaxle mit Schaltlogik und Abstimmung, die von den Vantage-GT4-Rennwagen der Marke abgeleitet wurden.

Aston Martin Valen
Foto von: Aston Martin
Aston Martin Valen
Fotos von: Aston Martin

Interessanter als die reinen Fahrleistungswerte ist jedoch der kompromisslose Fokus des Valen auf geringes Gewicht und unverfälschte Rohheit. Die gesamte Karosserie besteht aus Carbonfaser, dazu kommen eine geschärfte Frontpartie, kantige seitliche Luftleit-Elemente und ein aggressiver Diffusor am Heck, der die 325er-Hinterreifen offen zur Schau stellt. Für zusätzliche Gewichtsersparnis verzichtet der Valen sogar auf eine Heckscheibe.

Insgesamt spricht Aston Martin von einer Gewichtsersparnis von bis zu 110 Kilogramm im Vergleich zu seiner V12-Kernplattform, auf der auch der Vanquish basiert. Darin enthalten sind 16,9 Kilogramm Ersparnis durch ein optionales Leichtbau-Fahrwerkspaket mit gefrästen Aluminium-Querlenkern, Radträgern und Titan-Schrauben für das Chassis. Zur Reduzierung der ungefederten Massen rollt der Valen auf 21-Zoll-Magnesiumrädern über Carbon-Keramik-Bremsen.

Ein zentrales Element für die gewünschte Rohheit und Dramatik ist beim Valen wohl die Titan-Abgasanlage. Sie wurde speziell für dieses Auto entwickelt und soll laut Aston Martin, von außen gemessen, 50 Prozent lauter sein als die Anlage des Vanquish. 

Das unter Einhaltung der strengen europäischen Vorbeifahrgeräusch-Vorschriften zu erreichen, war eine Herausforderung. Aston zufolge konzentrierten sich die Ingenieure darauf, den Klang bei niedrigen Drehzahlen und geringer Gaspedalstellung zu verstärken, anstatt das System bei Vollgas lauter abzustimmen. Mit anderen Worten: Dieses Auto dürfte schon beim gemächlichen Cruisen durch London oder Beverly Hills sehr laut sein.

Limitiert auf 150 Exemplare

Um den Klang auch im Innenraum zu maximieren, führt Aston die Abgasanlage direkt unter und hinter den Sitzen von Fahrer und Beifahrer entlang. Austreten kann sie sowohl unterhalb des Stoßfängers als auch mittig am Heck in der Nähe der Rückleuchten. Für ein Frontmotor-Auto ist das ungewöhnlich – und es verleiht dem Valen eine rohe, beinahe unfertig wirkende Optik.

Beim Innenraum des Valen gibt es zudem eine neue, schlankere Mittelkonsole, die zum Fahrer hin ausgerichtet ist. Kunden haben die Wahl zwischen den neuen verstellbaren Sport-Plus-Sitzen von Aston oder leichten Carbon-Schalensitzen. Hinzu kommen die zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten von Q, mit denen sich Lederfarben und Zierelemente nach Wunsch konfigurieren lassen.

Einen exakten Preis nennt Aston Martin für den Valen nicht, geht aber von einem Einstieg bei rund 1,7 Millionen Euro aus – noch vor den maßgeschneiderten Q-Optionen. Gebaut werden nur 150 Exemplare.