Toyota bringt Knöpfe im RAV4 zurück, wenn "Kunden das wollen"
Die Japaner schauen sich das Kundenfeedback zum neu gestalteten Innenraum des Dauerbrenners ganz genau an
Wie die meisten modernen Autos hat auch Toyota bei der Entwicklung des RAV4 der sechsten Generation so viele Tasten und Schalter wie möglich eingespart. Funktionen wie die Lüftergeschwindigkeit wanderten auf den Bildschirm, während Toyota physische Bedienelemente für Temperatur und Lautstärke beibehielt. Wenn Kunden es wollen, könnte der Hersteller jedoch etliche Tasten wieder zurückbringen.
Im Gespräch mit Australiens Drive erklärte Yoshinori Futonagane, Chefingenieur des RAV4, dass der Autobauer derzeit die Reaktionen der Kunden auf den neuen Innenraum des SUV auswertet. Er räumte außerdem ein, dass intern derzeit noch offen sei, ob man "für einige Funktionen wieder physische Schalter einführen muss". "Falls nötig, werden wir das tun", sagte er dem Magazin.
Toyota hatte den RAV4 ursprünglich so konzipiert, dass alle wichtigen Innenraumfunktionen nur über den Bildschirm zugänglich sind. Der Hersteller wollte die Zahl der physischen Bedieneinheiten im Innenraum auf ein Minimum reduzieren, was laut Futonagane "für viel Drama" sorgte, als das Team festlegte, welche Funktionen physisch bleiben und welche digital werden sollten.
Toyota RAV4
Die Nachfrage nach Tasten wächst
In den vergangenen Jahren haben Verbraucher die Autohersteller immer wieder aufgefordert, physische Tasten in die Fahrzeuge zurückzubringen. Einige reagieren bereits darauf, etwa Volkswagen, das wegen seiner kapazitiven Bedienelemente und Schalter heftige Kritik einstecken musste.
Selbst Kunden in China wollen Tasten. Futonagane-san sagte gegenüber Drive, dass Toyota versucht habe, möglichst viele Funktionen in den Bildschirm zu verlagern, die Kunden in dem asiatischen Land das aber "nicht wollten". Sie wollten "Drehregler und Schalter.“ Deshalb beginnt der Hersteller dort nun auch bei anderen Modellen wieder physische Schalter einzusetzen.
Kia, Audi und andere haben sich ebenfalls dazu bekannt, an Tasten festzuhalten. Mazda, bekannt für sein per Drehdrücksteller bedientes Infotainment, ging beim neuen CX-5 in die entgegengesetzte Richtung. Der Hersteller strich im Innenraum fast jede Taste und setzt stattdessen lieber auf Sprachsteuerung und Bedienelemente am Lenkrad.
Motor1-Fazit: Die Autohersteller wollen möglicherweise Kosten sparen, indem sie in modernen Fahrzeugen möglichst viele Tasten eliminieren. Gleichzeitig wissen sie aber, dass Kunden auf solche Änderungen sensibel reagieren. Auch wenn dem RAV4 derzeit womöglich einige Bedienelemente fehlen, auf die Käufer Wert legen, könnte Toyota reagieren, wenn der Wunsch danach groß genug wird.
Quelle: Drive
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