Mercedes bringt 2026 zehn neue Modelle. Hier sind sie alle
Von Elektro-C-Klasse bis neuer AMG-V8: Mercedes überarbeitet seine Modellpalette von Grund auf
Mercedes hat nicht übertrieben, als der Hersteller ankündigte, 2026 werde das "größte Produkt- und Technologie-Launch-Programm der Unternehmensgeschichte" bringen. Wir sind zwar erst in der Jahresmitte, doch schon jetzt gab es eine Vielzahl neuer oder überarbeiteter Modelle und in den kommenden Monaten sollen noch mehr folgen.
Die Kernmarke Mercedes sowie die Töchter AMG und Maybach arbeiten daran, den Absatzknick aus 2025 zu korrigieren. Die Nachfrage sank im vergangenen Jahr um satte neun Prozent auf nur noch 1.800.800 Fahrzeuge. Mercedes erneuert nicht nur Modelle, sondern verlängert auch den Lebenszyklus vieler Volumenprodukte, etwa der A-Klasse. Auch mit Mercedes verbunden, aber nur zu 50 Prozent, ist Smart. Dort zeigt man im Oktober die Serienversion des kleinen #2.
Im weiteren Jahresverlauf steht im Zeichen des Sterns noch einiges an, doch das ist bisher über alle Pläne für 2026 bekannt.
Mercedes S-Klasse: Das Flaggschiff
Mercedes S-Klasse (2027)
Mercedes ist stark ins Jahr gestartet und hat das Facelift der S-Klasse ausgerollt. Das überarbeitete Flaggschiff aus Stuttgart bringt das unvermeidliche Dreistern-Motiv in die Scheinwerfer und Rückleuchten. Im Innenraum bleibt es bei einer wahren Bildschirmflut, allerdings sind die Displays nun anders angeordnet – angelehnt an den vollelektrischen EQS. Und: Die Luxuslimousine ist jetzt auch ohne Leder bestellbar. Stattdessen sind die Sitze mit einer Kombination aus Kunstleder und Textil bezogen.
Unter der Haube gibt es für den S 580 einen neuen Flatplane-V8, der 537 PS plus 23 Elektro-PS liefert. Wer zur bereits vorgestellten Maybach-Variante greift, bekommt die Option auf den mächtigen V12, allerdings nicht überall. Mercedes bietet den biturbo-aufgeladenen 6,0-Liter nur in Nordamerika, China und dem Mittleren Osten an. Warum nicht Europa? Strengere Emissionsvorschriften haben den traditionsreichen Zwölfzylinder hierzulande aus dem Programm gedrängt.
Bildergalerie: Mercedes S 680 Guard 4matic (2026)
Außerdem bekam noch eine dritte, weniger bekannte S-Klasse-Variante in diesem Jahr ein Update: der Guard. Der gepanzerte Luxus-Kokon übernimmt die gleichen Design-, Hardware- und Technik-Anpassungen wie das Standardmodell, das laut Mercedes zu mehr als 50 Prozent neu sein soll, dank über 2.700 Teilen, die nicht mit dem Vor-Facelift-Modell geteilt werden. Der größte Unterschied ist der ballistische Schutz VR10 sowie weitere Guard-spezifische Anpassungen wie ein Notfall-Frischluftsystem und Michelin-PAX-Runflat-Reifen.
Mercedes C-Klasse EQ: Die Limousine wird elektrisch
Mercedes C-Klasse (2027) mit EQ Technology
Eine elektrische C-Klasse lässt schon lange auf sich warten, jetzt ist sie endlich da. Zwar trägt sie denselben Namen wie das langjährige Verbrenner-Modell, doch damit enden die Gemeinsamkeiten. Optisch unterscheidet sie sich deutlich, unter anderem mit einem retro-inspirierten Kühlergrill. Gleichzeitig wirkt sie nicht so "bauchig" wie frühere EQ-Modelle, etwa EQE und EQS.
Im Innenraum gibt es ein echtes Screen-Festival: In den teureren Versionen kommt ein durchgehendes 39,1-Zoll-Display zum Einsatz. Weil die Strom-C-Klasse auf einer dedizierten Elektro-Plattform steht, bietet sie einen Frunk (vorderen Kofferraum) sowie einen längeren Radstand als die C-Klasse mit Verbrennungsmotor. Das schafft mehr Platz im Innenraum und ist vor allem auf längeren Strecken ein Vorteil.
Herzstück der elektrischen C-Klasse ist eine 94,5-kWh-Batterie, die im WLTP-Zyklus 762 km Reichweite ermöglichen soll. Geladen werden kann mit bis zu 330 kW. Dann sollen in nur 10 Minuten 325 km Reichweite nachgeladen werden. Zur Leistung: Das Startmodell C 400 4Matic kommt auf 489 PS und 800 Nm Drehmoment.
Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé: Ausschließlich elektrisch
2027 Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé
Bleiben wir bei Limousinen – wobei dieses Auto hier technisch eher ein fünftüriges Liftback ist: Das AMG GT 4-Türer Coupé des Modelljahrs 2027 ist Affalterbachs erstes Elektroauto auf einer eigenen Plattform. Optisch wirkt es fast so radikal wie das vorherige GT-XX-Konzept und versucht, das V8-Erlebnis mit künstlichen Motorsounds und sogar simulierten Gangwechseln nachzubilden. Das macht ihn noch nicht zum direkten Nachfolger der ersten Generation, aber Mercedes hofft, Kunden damit zum Umstieg zu bewegen. Ob das klappt? Sagen wir: Wir bleiben skeptisch.
Auf dem Papier ist der neue AMG GT 4-Türer jedenfalls beeindruckend. Der GT 63 mit drei Axialfluss-Motoren liefert 1.169 PS, 2.000 Nm Drehmoment und sprintet in glatten 2,0 Sekunden auf 100 km/h. Zum Einsatz kommt eine 106-kWh-Batterie mit bis zu 700 km WLTP-Reichweite. Laden soll er mit bis zu 600 kW und in 10 Minuten 460 km Reichweite nachlegen.
Der Innenraum folgt dem typischen Mercedes-Muster: drei Displays, getrennt durch recht dicke Rahmen. Physische Bedienelemente sind rar, immerhin gibt es in der zweiten Generation Drehregler zwischen den Sitzen, um bestimmte Funktionen schnell zu bedienen, ohne durch Untermenüs zu suchen. Hinten bietet das Elektro-Liftback serienmäßig Platz für zwei Personen, optional ist eine Dreierbank erhältlich.
Mercedes-AMG GLE 63 S / GLS 63: Jetzt mit neuem V8
2027 Mercedes-AMG GLE 63 S Coupé
Bei den AMGs, diesmal aber mit Verbrenner, bekommen die größten Mercedes-SUVs einen biturboaufgeladenen V8 mit 612 PS und 850 Nm Drehmoment. Es handelt sich um einen 4,0-Liter-Flatplane-V8 mit 48-Volt-Mildhybrid, der Verbrauch und Emissionen senken soll. Sowohl der GLE 63 S als auch der GLS 63 kommen serienmäßig mit Luftfederung und elektronisch geregelter Hinterachs-Sperre.
Beide teilen sich außerdem AMG Active Ride Control, das die Straße bis zu 1.000 Mal pro Sekunde scannt, um die Wankbewegung zu reduzieren. Der GLE ist der Schnellere und erreicht 100 km/h in 3,7 Sekunden, der größere GLS benötigt 4,0 Sekunden. Wegen elektronischer Vmax-Begrenzung endet es bei 280 km/h.
Optisch setzen beide erwartungsgemäß stark auf das Dreistern-Thema, das sich nach und nach durch die Modellpalette zieht. Auch der Innenraum wirkt vertraut: Eine aufrechte Armaturentafel, dominiert von Displays. Für Käufer mit größerem Budget bietet das Manufaktur-Programm teure Upgrades wie Yacht Blue und Tartufo Brown-Leder.
Mercedes-AMG GLC 53: Die Sechszylinder sind zurück
2027 Mercedes-AMG GLC 53 Coupé
Nach der Kritik am extrem komplexen Vierzylinder-Plug-in-Hybrid-Setup kehrt AMG zu größeren Motoren zurück. GLC 43 und GLC 63 weichen dem neuen GLC 53 mit turboaufgeladenem 3,0-Liter-Reihensechszylinder. Er leistet 449 PS plus 23 Elektro-PS und 600 Nm Drehmoment, für 10 Sekunden mit Overboost sogar 640 Nm. Mercedes nennt für den AMG GLC 4,2 Sekunden auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h.
Den GLC 53 gibt es auch als "Coupé", und beide Varianten bieten einen Drift-Mode – eine Premiere für einen Mercedes-Crossover. Serienmäßig an Bord ist zudem eine Hinterachslenkung, die den Wendekreis bei niedrigen Geschwindigkeiten reduziert und die Stabilität bei höherem Tempo erhöht. Der Reihensechser schickt seine Kraft über eine neunstufige Wandlerautomatik an alle vier Räder; optional ist auch ein elektronisch geregeltes Sperrdifferenzial erhältlich.
Mercedes unterstreicht die Rückkehr der sechs Zylinder im GLC mit einer neuen Abgasanlage samt „speziellen Resonatoren“ für einen satteren Klang. Ob eine 63er-Variante zurückkehrt, ist unklar – vorerst ist dies das Topmodell.
Mercedes VLE: Der elektrische Luxus-Van
2027 Mercedes-Benz VLE
Einer der interessantesten Neuzugänge ist der rein elektrische VLE. Ein Versuch, den Komfort einer Luxuslimousine mit der Alltagstauglichkeit eines Vans zu verbinden. Die sogenannte „Grand Limousine“ basiert auf einer eigenen Plattform, mit umfangreicher Serienausstattung und sehr großzügiger Beinfreiheit.
Der VLE 400 bietet mit seinem Dual-Motor-Setup ordentlich Schub: 415 PS und 665 Nm Drehmoment, gespeist aus einer 115-kWh-Batterie. Er soll bis zu 700 km Reichweite pro Ladung schaffen und benötigt nur 15 Minuten, um 355 km Reichweite nachzuladen.
Als Van bietet er einen äußerst flexiblen Innenraum mit drei Sitzreihen für bis zu acht Personen. Die Sitze sind herausnehmbar; dank Luftfederung soll der VLE besonders komfortabel abrollen. Mercedes geht sogar so weit zu sagen, der VLE "fährt sich wie ein Kompaktwagen und federt wie eine echte Premium-Limousine". Wer noch mehr Platz benötigt, bekommt 2027 eine größere Version mit 5.484 mm Länge – also etwa so lang wie eine Maybach S-Klasse. Apropos: Der VLE soll als noch luxuriöser VLS auch eine Maybach-Variante erhalten.
Mercedes C-Klasse: Facelift zur Modellpflege rückt näher
2027 Mercedes C-Klasse-Rendering von Motor1
Zur zuvor erwähnten elektrischen C-Klasse dürfte sich ein Update der konventionell angetriebenen C-Klasse gesellen. Es hat lange gedauert, denn diese Generation ist bereits seit fünf Jahren am Markt. Optisch innen wie außen dürfte sich die Gestaltung am Elektro-Modell orientieren, weil Mercedes angekündigt hat, ähnlich wie BMW das Design von Verbrennern und EVs stärker anzugleichen.
Da der GLC 53 mit sechs Zylindern bereits unterwegs ist, gilt ein C 53 praktisch als gesetzt. Die AMG-Version dürfte sowohl als Limousine als auch als T-Modell kommen. So sehr wir uns auch einen neuen C 63 mit V8 wünschen würden: Wir würden nicht darauf wetten. Mercedes dürfte den größeren Motor eher teureren Modellen in höheren Segmenten vorbehalten. Dennoch könnte der Reihensechser ohne Plug-in-Technik Kunden anlocken, die die Komplexität und das Gewicht des bisherigen C 63 nicht wollten.
Mit Euro 7 in Sicht dürfte Mercedes die Verbrenner der C-Klasse weiter sauberer machen und den Diesel noch ein paar Jahre am Leben halten. Die überarbeitete Mittelklasse muss sich dann mit der nächsten BMW-3er-Generation messen, die jüngst als vollelektrischer i3 debütierte und direkt auf die elektrische C-Klasse zielt.
Mercedes GLA: Das Einstiegs-Crossover
2027 Mercedes GLA-Rendering von Motor1
Aus Volumen-Sicht könnte der nächste GLA das wichtigste Modell sein, das Mercedes 2026 bringt. Die Vorstellung dürfte in den kommenden Monaten erfolgen; möglich ist auch ein Auftritt im Oktober auf dem Pariser Autosalon. Wie bei den neuesten Kompaktmodellen wird das neue SUV voraussichtlich unabhängig vom Antrieb dasselbe Design tragen, egal ob Verbrenner oder Elektro.
Die technischen Daten dürften sich an anderen Mercedes-Modellen auf gleicher Plattform orientieren, also an CLA/CLA Shooting Brake sowie GLB. Erwartet werden Elektro-Versionen mit einem oder zwei Motoren und 58-kWh- sowie 85-kWh-Batterien, ergänzt um einen 1,5-Liter-Verbrenner mit Mildhybrid in mehreren Leistungsstufen. Der elektrische GLA soll mit Hinterrad- oder Allradantrieb kommen, das Benzinmodell mit Front- oder Allradantrieb.
Der Verkauf des neuen GLA dürfte entweder Ende des Jahres oder Anfang 2027 starten. Voraussichtlich mit Europa als erstem Markt, bevor Mercedes sein kleinstes Crossover nach Nordamerika bringt.
Mercedes CLE: Der V8 kommt
2027 Mercedes CLE Mythos getarnter Prototyp (Teaser)
Nach einer langen Teaser-Phase kommt bald ein CLE mit V8-Antrieb. Mercedes hat noch keinen Termin genannt, wann die Hüllen fallen, aber lange dürfte es nicht mehr dauern. Es könnten zwei Varianten kommen: ein kompromissloses, streng limitiertes Modell für die Mythos-Reihe und ein regulär produzierter CLE 63. In der Mythos-Version soll der biturboaufgeladene 4,0-Liter-V8 laut Händlern, die das Auto vor einigen Monaten hinter verschlossenen Türen gesehen haben, 646 PS liefern.
Der Mythos-CLE soll Berichten zufolge auf nur 30 Exemplare limitiert sein. Offizielle Teaserbilder zeigen zudem eine deutlich aggressivere Karosserie als beim Standardmodell. Auf den bislang veröffentlichten Fotos waren zwei unterschiedliche Autos zu sehen, eines davon wirkt deutlich schärfer gezeichnet als das andere. Das würde die Gerüchte über separate Mythos- und 63-Versionen erklären.
Ob wir beide Varianten noch in diesem Jahr sehen, ist offen – aber sicher ist: Der CLE bekommt einen V8.
Neue Mercedes-Modelle: Was kommt noch?
2027 Mercedes Little G-Rendering von Motor1
Mercedes teasert die Rückkehr des G-Klasse Cabrio sowie eine kleinere G-Klasse an. Ob eines der beiden Modelle noch in diesem Jahr enthüllt wird, ist allerdings unklar. Das Cabrio soll angeblich als AMG G 63 mit kräftigem V8 kommen, während der "Baby-G"“ sowohl mit Verbrennern als auch mit Elektroantrieben angeboten werden dürfte.
Ursprünglich wollte das Unternehmen die kleinere G-Klasse ausschließlich elektrisch verkaufen, doch US-Händler wehrten sich und Mercedes lenkte ein. Auch ohne diese beiden Neuzugänge läuft es für die G-Klasse besser denn je: Der Absatz stieg 2025 um 23 Prozent auf 49.700 Einheiten – ein Rekordjahr für den legendären Offroader.
Bevor das Jahr zu Ende geht, könnten wir außerdem noch das Facelift des AMG S 63 sehen, um die S-Klasse-Palette abzurunden. Obwohl wir bereits einen frühen Blick erhaschen konnten, dürfte der neue AMG GT Black Series kaum vor 2027 kommen.
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