Die Geburt einer Weltmarke: 100 Jahre Mercedes-Benz
Ende Juni 1926 fusionierten die Firmen Daimler und Benz miteinander
Im Sommer 1926 formierte sich ein Unternehmen, dessen Name und Symbolik die Automobilwelt bis heute maßgeblich prägen. Mit dem formalen Zusammenschluss der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) und von Benz & Cie. am 28. und 29. Juni 1926 wurde die Daimler-Benz AG ins Leben gerufen.
Dieser Schritt, der rückwirkend zum 1. Januar 1926 wirksam wurde, war seit 1924 im Rahmen einer Interessengemeinschaft akribisch vorbereitet worden. Bereits am 25. April 1925 hatte diese Gemeinschaft die Wortmarke "Mercedes-Benz" beim Patentamt angemeldet.
Bildergalerie: 100 Jahre Marke Mercedes-Benz: Tradition, Transformation und Technologieführerschaft
Die Deutsche Bank regte seinerzeit einen Zusammenschluss von Benz und Daimler an, auch weil sie so Forderungen in Anteile an dem neuen Konzern tauschen konnte. Die aus den Arbeiten beider Automobilpioniere hervorgegangenen Unternehmen Benz & Co Rheinische Gasmotorenfabrik Mannheim (ab 1899: Benz & Cie.) und Daimler-Motoren-Gesellschaft fusionierten am 28. Juni 1926 zur Daimler-Benz AG mit Sitz in Berlin.
Mit der endgültigen Fusion flossen die Traditionslinien der beiden großen Automobilerfinder Carl Benz und Gottlieb Daimler zusammen. Benz hatte das Automobil im Jahr 1886 zum Patent angemeldet, während Daimler noch im selben Jahr seine vierrädrige Motorkutsche konstruierte – der Grundstein für eine 140-jährige Innovationsgeschichte.
Ein weltbekanntes Markenzeichen entsteht
Ein entscheidender Meilenstein für die weltweite Strahlkraft der neuen Marke folgte kurz nach der Unternehmensgründung: Am 21. August 1926 wurde das gemeinsame Markenzeichen offiziell angemeldet. Es kombinierte die prägnantesten Elemente beider Vorgängerfirmen zu einem der heute international bekanntesten und wertvollsten Signets.
Der dreizackige Mercedes-Stern der DMG wurde dabei mit dem klassischen Lorbeerkranz von Benz & Cie. umrandet, ergänzt durch die eingebetteten Wortmarken "Mercedes" und "Benz". Dieses prestigeträchtige Logo ziert die Fahrzeuge des Herstellers unverändert bis in die Gegenwart und steht seit einem Jahrhundert als Synonym für technische Exzellenz, Qualität, Zuverlässigkeit und Innovation.
Die erste Modelloffensive im Gründungsjahr
Ihren ersten großen öffentlichen Auftritt feierte die neugeschaffene Marke auf der Berliner Automobil-Ausstellung, die vom 29. Oktober bis 7. November 1926 stattfand. Das dort präsentierte, erste gemeinsame Produktprogramm begeisterte das Fachpublikum und setzte direkt neue Maßstäbe. Zu den wichtigsten Personenwagen-Weltpremieren gehörten der Mercedes-Benz 8/38 PS (Baureihe W 02) sowie der hubraumstärkere 12/55 PS (Baureihe W 03).
Mercedes-Benz auf der Berliner Automobil-Ausstellung 1926
Neben den Standardmodellen zeigte das Unternehmen in Berlin auch das exklusive Modell K. Nach beachtlichen Erfolgen im Tourenwagensport wurde dieser Typ im April 1927 als sportliches Spitzenmodell für besonders anspruchsvolle Kunden fest in das reguläre Verkaufsprogramm aufgenommen und begründete damit eine lange Tradition exklusiver Sportlichkeit.
Innovationen im Nutzfahrzeugbereich
Abgerundet wurde der geschichtsträchtige Messeauftritt im Jahr 1926 durch ein komplett neues Nutzfahrzeugprogramm. Skoda- oder Daimler-Konstruktionen trieben auch hier den Fortschritt voran: Gezeigt wurden die Lastwagen-Typen L 1, L 2 und L 5, die für Nutzlasten von einer bis fünf Tonnen ausgelegt waren.
Für den Personentransport und Spezialaufbauten standen die Niederrahmen-Fahrgestelle N 1 und N 2 bereit. Als besonderes technologisches Highlight präsentierte Daimler-Benz zudem den innovativen Typ NJ 5, der mit einer frühen Frontlenker-Anordnung für Omnibus- und Lastwagenaufbauten die funktionale Raumausnutzung im Nutzfahrzeugbau revolutionierte.
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