Äh .. WAS? Dieser Ford Mustang ist eigentlich ein Porsche 911
Irre: Eine Mustang-Karosse auf einem Porsche 997-Chassis und ja, der Umbau ist so hanebüchen wie er klingt
Diese kuriose Kreuzung Detroiter und Zuffenhausener Provenienz entdeckten wir bei den Kollegen von TheAutopian.com. Beim Durchstöbern von Facebook Marketplace sprang deren Autor diese mehr als kuriose Promenadenmischung an. Wir wissen zwar nicht, welche Suchbegriffe im Spiel sein müssen, um Derartiges vorgeschlagen zu bekommen, aber wir sind froh, dass dieser .. ähm .. "Fordsche 911 Mustang" gefunden wurde. Und er steht auch noch zum Verkauf.
Die Idee, die Karosserie eines Ford Mustang von 1966 auf das Chassis eines Porsche 911 von 2008 zu pflanzen, ist schon reichlich eigen. Noch komplizierter gestaltet sich das Ganze, da die beiden Modelle von den Maßen eher wenig bis gar nicht zueinander passen. Der 911 ist nicht nur knapp 7,5 Zentimeter breiter und 18,5 Zentimeter kürzer als der Mustang, er hat auch knappe 40 Zentimeter weniger Radstand. Trotzdem beschloss ein offensichtlich sehr optimistischer Tüftler, die beiden Autos miteinander zu kombinieren. Das Ergebnis sieht ziemlich merkwürdig aus.
Schuld daran sind noch nicht einmal wirklich die original Porsche-997-Räder unter einem Mustang (oder die monströsen Kotflügelverbreiterungen, damit selbige unter die schmalere Pony-Car-Hülle passen). Es sind eher die verunglimpften Proportionen zwischen Vorderachse und Frontpartie.
Ford Mustang-Karosserie auf Porsche 911-Chassis
Wer reinschaut, dürfte verblüfft sein: Mustang-Karosse mit Porsche-997-Cockpit
Der erwähnte Radstand-Unterschied spielt hier eine große Rolle: Beim Elfer lassen sich die Vorderräder ziemlich weit nach hinten rücken, weil der Motor im Heck sitzt. Beim ersten Mustang hingegen ist die Vorderachse weit nach vorn geschoben. Um die Karosserie des Mustang über das Porsche-Chassis zu bekommen, musste der Erbauer also die vorderen Radläufe deutlich nach hinten versetzen.
Das Resultat ist ein Frontüberhang, der dreimal länger aussieht als er sollte. Zudem ist es natürlich alles andere als optimal, dass der Porsche seinen Tankstutzen im rechten Kotflügel hat. Nun sitzt das Trumm erschreckend dicht an der Kotflügelverbreiterung.
Abgesehen von der optischen Skurrilität hat dieser Umbau aber auch Vorteile. Ein Porsche 911 aus den späten 2000er-Jahren fährt fraglos um Welten besser als ein Mustang aus den 60ern. Dazu kommt, dass das gesamte Cockpit praktisch original Porsche geblieben ist. Man sitzt also auf gut konturierten Sitzen, blickt auf klar ablesbare Instrumente und genießt Komfort-Extras wie eine moderne Klimaanlage.
Man könnte sogar das aktuelle PCCM-Plus-System nachrüsten, um in den Genuss von Apple CarPlay und Android Auto zu kommen. Außerdem dürfte der große Mustang-Kofferraum einen besseren Zugang zum Heckmotor bieten als die kleine Wartungsklappe des 911.
Bildergalerie: Ford Mustang-Karosserie auf Porsche 911-Chassis
Interessant wäre natürlich, wie die Kühllösung bei diesem Eigenbau aussieht, gerade mit der riesigen Frontpartie. Der Verkäufer schreibt außerdem, dass „Innenraum und Frunk noch fertiggestellt werden müssen“ – was sich also unter der langen Haube verbirgt, bleibt unklar.
Es gibt sicher bessere Ideen, als diesen Frankenstein über Facebook zu erwerben. Aber wer mit der Schrulligkeit und den Zweifeln über die Güte des Umbaus leben kann, erhält einen vergleichsweise günstigen Sportwagen. Ausgeschrieben ist das Auto nämlich für 19.500 Dollar, also gut 16.600 Euro.
Und im Kern handelt es sich immer noch um einen Porsche 997 mit 85.000 Kilometern Laufleistung und Handschaltung. Da zahlt man hierzulande gerne 50.000 Euro und aufwärts. Klar, die Karosseriestruktur entspricht nicht mehr wirklich dem Original-911, worunter das Fahrverhalten sicher leiden wird. Aber Spaß machen dürfte das Auto trotzdem.
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