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Frauen lieben Kleinwagen, Männer stehen auf Limousinen

So ist der Audi A1 zum Beispiel ein echtes Frauenauto

Audi A1 35 TFSI (2021) im Test

Was Frauen wollen - so hieß eine Komödie aus dem Jahr 2000 mit Mel Gibson. Aber was will die Damenwelt in Sachen Auto? Männer und Frauen ticken am Steuer verschieden. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox, die die 100 meistversicherten Autos unter die Lupe genommen hat. Die Auswertung basiert auf anonymisierten Kfz-Versicherungsabschlüssen bei Verivox zwischen dem 1. Juli 2023 und dem 30. Juni 2025.

Ergebnis: Während Frauen eher in kleinen, wendigen Stadtflitzern unterwegs sind, setzen Männer klar auf große Limousinen der Oberklasse. Besonders deutlich wird der Unterschied beim Vergleich zweier Ingolstädter Modelle. Der Audi A1 ist ein echtes Frauenauto: Der Anteil weiblicher Halterinnen liegt hier 73 Prozent über dem Durchschnitt.

Bildergalerie: Audi A1 35 TFSI (2021) im Test

Ganz anders beim Audi A6: Männer greifen hier so häufig zu, dass ihr Anteil 25 Prozent über dem Schnitt liegt. Auch die Mercedes E-Klasse und der BMW 5er sind klar männlich geprägt. Indes: DAS typische Frauenauto gibt es nicht, das musste bereits Dodge Mitte der 1950er-Jahre schmerzlich mit dem quietschpinken Flop namens La Femme feststellen. Allerdings scheinen Frauen praktisch-rational und weniger in Prestige-Kategorien zu denken. Hart formuliert: "Wer hat den Längsten?" interessiert nicht. 

Kleinwagen als Frauenfavoriten

Unter den Top 30 der beliebtesten Frauenautos finden sich fast ausschließlich Klein- und Kleinstwagen. Beliebt sind neben dem Audi A1 auch der Hyundai i10 (62 % Frauenanteil), der Kia Picanto (61 %), der Fiat 500 und der Nissan Micra (jeweils 60 %). Erst auf Platz 29 taucht mit dem Dacia Sandero ein Modell der Kompaktklasse auf. Auffällig: Bei diesen Fahrzeugen liegen die Männeranteile jeweils deutlich unter dem Durchschnitt – beim Audi A1 etwa um 41 Prozent.

Große Limousinen für Männer

Männer zeigen andere Vorlieben: Oberklasse-Modelle wie Audi A6, Mercedes E-Klasse oder BMW 5er sind bei ihnen weit überdurchschnittlich beliebt. Bei Frauen fallen die Zahlen hier entsprechend ab – bis zu 46 Prozent unter dem Durchschnitt. Das liegt teils aber auch daran, dass es in Führungspositionen mit entsprechenden Dienstwagen weniger Frauen gibt.

Versicherungen bleiben Männersache

Nicht nur bei den Autos selbst dominieren Männer. Auch die Kfz-Versicherungen werden überwiegend von ihnen abgeschlossen: 64 Prozent der Policen bei Verivox laufen auf Männer. Laut Kraftfahrt-Bundesamt spiegelt sich das auch in den Zulassungszahlen wider – 62 Prozent der Fahrzeughalter sind männlich.

"Traditionell kümmern sich Männer um Versicherungen und alles rund ums Auto. Das ändert sich jedoch langsam – gerade in jüngeren Generationen übernehmen Frauen stärker das Ruder", erklärt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. "Wichtig ist das auch für den Geldbeutel, denn nur wer selbst Halter und Versicherungsnehmer ist, sammelt Schadenfreiheitsklassen und damit Rabatte."

Die Zahlen zeigen klare Muster, doch sie sind nur ein Teil der Wahrheit. Denn die Statistik bildet ausschließlich Fahrzeuge ab, die auf den Namen der Versicherungsnehmer laufen. Klassische Familienautos – also Kombis, SUVs oder Vans – fallen oft aus dem Raster, wenn traditionell der Mann die Versicherung übernimmt. In der Praxis bedeutet das: Frauen sitzen nicht nur in Klein- und Kleinstwagen wie Audi A1, Hyundai i10 oder Fiat 500, sondern häufig auch in großen Familienfahrzeugen.

Diese tauchen in der Analyse jedoch nicht auf, weil sie statistisch beim männlichen Halter geführt werden. Damit wird der Eindruck verstärkt, Frauen würden fast ausschließlich Kleinwagen bevorzugen – tatsächlich spiegelt die Auswertung aber auch Rollenverteilungen bei Versicherung und Zulassung wider.