Vergessene Studien: Ford Ghia Ariosa/Vivace (1994/1996)
Hier lag ein Hauch von Puma in der Luft ...
Ghia, da war doch was? Viele kennen den berühmten Namen (bitte mit betontem G aussprechen) vom VW Karmann-Ghia aus den 1950er Jahren. Oder später von den Nobelversionen vieler Ford-Modelle. Diese Verbindung kam nicht zufällig.
1916 von Giacanto Ghia in Turin gegründet, wurde Ghia 1970 zusammen mit der im selben Jahr übernommenen Carrozzeria Vignale in den Ford-Konzern eingegliedert. Das erfolgreichste Projekt von Ghia in der Ford-Ära war der Entwurf des kürzlich verblichenen Ford Fiesta, dessen Design Tom Tjaarda maßgeblich beeinflusste.
Ab den 1980er Jahren beauftragte Ford Ghia mit zahlreichen Studien für die Muttermarke, aber auch für andere Unternehmen des Konzerns. Recht bekannt war der offene Ghia Seatta, aus dem später der Ford Streetka wurde. Auch für den britischen Sportwagenhersteller AC entstanden bei Ghia Konzeptfahrzeuge.
Darüber hinaus nutzte Ford den Namen Ghia von den 1970er Jahren bis etwa 2010 auf fast allen Märkten für besonders hochwertige Ausstattungsversionen seiner Serienmodelle. Heute hat Vignale diese Funktion übernommen.
Ford Ghia Ariosa/Vivace (1994/1996)
Doch zurück zu Ford und Ghia. Der Ghia Ariosa von 1994 war eine Designstudie für ein 4-sitziges Sportcoupé auf der damals neuen Ford-Mondeo-Plattform, plus 2,5-Liter-24V-V6. Beim Ariosa-Konzept wurde ein Aluminium-Spaceframe in das Design einbezogen, indem man ihn ungeschminkt als Designelement einsetzte.
Der Ariosa war für eine Konstruktion aus modularen, leichten Kohlefaser-Karosserieteilen ausgelegt, die im Falle einer Reparatur leicht austauschbar sind und direkt am Aluminium-Spaceframe befestigt werden. Das Konzept sah auch ein versenkbares Schiebedach und eine versenkbare Heckscheibe vor. Auf Schienen, die in das gewölbte Dach integriert sind, sollten die hinteren Fenster- und Schiebedachpaneele in einem Fach hinter den Rücksitzen versenkt werden.
Ein multifunktionales Konzept also, das von einem vollständig offenen Cabriolet bis zu einem vollständig wettergeschützten Coupé reicht. Optisch erinnerte die Frontpartie ein wenig an die erste Studie vom Porsche Boxster aus dem Jahr 1993 und den Porsche 911 (996) von 1997, während das seitliche Profil den ersten Ford Puma vorwegnahm.
Ford Ghia Vivace (1996)
Die Rücklichter waren als leuchtend rote Schrägstriche hoch an den Kanten des Heckdecks ausgeführt, ähnlich den heutigen Peugeot-Leuchten. Hinzu kamen schräg geschnittenen Doppelauspuffrohre, die durch die Karosserie ragen. Der Ariosa war eine nicht funktionstüchtige Attrappe aus Fiberglas mit Plexiglasverglasung. Er stand auf 250/50 ZR 17 Pirelli P700-Z Reifen.
1996 entstand nach gleichem Aufbau wie der Ariosa der Ghia Vivace. Auffallend waren bei diesem 2+2-Coupé die betonten Rundungen im Stil einiger US-Modelle von Ford. Die grundsätzliche Fahrzeugidee ging später in Serie, sogar auf Mondeo-Basis und auch mit V6. Doch der 1998 präsentierte Ford Cougar war viel eckiger und folgte nun der mit dem Focus eingeführten "New Edge"-Designsprache.
Bildergalerie: Ford Ghia Ariosa/Vivace (1994/1996)
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